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«Das ist extrem enttäuschend und frustrierend»
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 08.12.2010
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Christian Horner, der Teamchef von Red Bull, hat erst in diesen Tagen erfahren, dass sein Schützling Mark Webber bei einem Bike-Unfall in Down Under einen Haarriss im Schulterknochen erlitten hatte und die letzten vier WM-Rennen mit diesem Handicap fuhr. Und noch brüskierter reagiert Horner darauf, dass der Pilot diese Verletzung verschwieg. «Es hat Marks Leistung nicht sichtbar beeinträchtigt, aber es wäre trotzdem schön gewesen, wenn wir davon gewusst hätten», meinte Horner gegenüber dem britischen «Daily Telegraph». Der Funktionär der Bullen ergänzte vielsagend: «Es ist extrem enttäuschend und frustrierend, dass er uns nicht informiert hat.» Nur Physiotherapeut Roger Cleary und Formel-1-Chefarzt Gary Hartstein wussten von der Blessur des Piloten.
Webber verspielte im Hitchcock-Finale der Königsklasse den Titel. Zum Zeitpunkt der Verletzung Anfang Oktober hatte der Australier die Fahrerwertung mit elf Punkten Vorsprung angeführt. Am Ende landete sein deutscher Stallgefährte Sebastian Vettel ganz zuoberst, der Australier musste sich schliesslich mit Rang 3 begnügen.
Ein grosser Vertrauensbruch
Horner will allerdings den Schulterbruch nicht als Hauptgrund für das Scheitern seines routinierten Fahrers betrachten. «Die Verletzung hatte anscheinend keine Auswirkungen auf seine Leistung.» Dennoch ist der Teamchef über die Angelegenheit mehr als bloss verärgert. «Die Fahrer sind vertraglich verpflichtet, sich fitzuhalten, auf ihre Gesundheit zu achten und sich nicht in Gefahr zu begeben. Wir müssen vielleicht mal darüber nachdenken, ob Radfahren für Mark das Richtige ist.» Webber hatte schon vorher zwei schwere Unfälle mit dem Zweirad.
Horner sagt es zwar nicht, aber seine Worte lassen durchsickern, dass er das Vorgehen von seinem Angestellten als einen eklatanten Vertrauensbruch interpretiert. Und das wiederum könnte bedeuten, dass die Zukunft von Webber, der sich innerhalb des Rennstalls im aufreibenden Zweikampf mit Vettel nicht nur Freunde geschaffen hat, bei Red Bull höchst ungewiss ist. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.12.2010, 10:08 Uhr


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