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Wenn der ZSC den Freiburgern die Daumen drückt

Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 26.03.2012 7 Kommentare

Die ZSC Lions stehen als erster Playoff-Finalist fest. Sie warten auf ihren Gegner – und hoffen, dass der HC Fribourg-Gottéron morgen gegen den SC Bern gewinnt.

1/5 Begeisterung im Hallenstadion: Der ZSC hat sich am Samstag für den Playoff-Final qualifiziert. Aber bei einer durchaus realistischen Konstellation droht die Farce, dass die Finalpartien 2 und 6 nicht im Eventtempel von Oerlikon, sondern anderswo ausgetragen werden müssten. Der Grund: Grosse Schweizer Firmen haben ihre Generalversammlungen schon länger im Hallenstadion fixiert.
Bild: Keystone

   

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Die Erfolgswelle der Löwen schwappt auch auf die Insel über. Sam Hargraves, der in Stockport bei Manchester lebt und wegen seines Zürcher Vaters grosse Affinität zum ZSC hat, fragt nach der Halbfinal-Qualifikation der Lions freudig: «Dad, wann beginnt die Finalserie? Ich muss unbedingt in die Schweiz fliegen und wenigstens ein Spiel im Hallenstadion sehen.» Die Frage des 25-jährigen Aussenvertreters einer schottischen Whisky-Firma ist keineswegs banal, sondern berechtigt. Der Vater antwortet: «Sohn, ich kann es Dir beim besten Willen nicht exakt sagen. Das hängt von einigen Faktoren ab.»

Nun, DerBund.ch/Newsnet will es punkto Playoff-Daten genau wissen und hat jenen Mann gefragt, der eine Schlüsselrolle im Schweizer Eishockey einnimmt: Ligaleiter und Spielplangestalter Willi Vögtlin. Der ehemalige Spitzen-Ref und heutige Weinhändler befindet sich beruflich an einer Messe beim Gardasee. Auf die Frage, wann der Final dann tatsächlich losgehen würde, meint der Funktionär umgehend: «Wir analysieren die Situation erst nach dem fünften Halbfinal zwischen Gottéron und dem SCB. Das haben wir auch mit den beteiligten Clubs so vereinbart.» Auch die Teppichetage der Berner, die ja in der Best-of-7-Serie mit 3:1 führen, will vorderhand keine Stellung zur Terminfrage nehmen. Ganz nach dem Jäger-Motto: Man verteilt das Fleisch des Eisdrachen nicht, bevor man ihn nicht erlegt hat. Oder, wie sich Vögtlin nach einem reichlichen Frühstück bei herrlicher Lage im Norden Italiens ausdrückt: «Man geht auch nicht auf eine Bank und legt eine Million an, wenn man sie nicht bar in der Tasche hat.»

Goodwill des SCB wäre nötig

Warum die Terminfrage neben den sportlichen Aspekten im Eishockey-Frühling eine durchaus grosse Rolle spielt, liegt an der Heimstätte der Lions – dem Hallenstadion. Eigentlich geht die Finalserie offiziell ab Dienstag, 3. April, los. Sollten aber die Berner morgen in der Freiburger Arena gewinnen und in den Final einziehen, so könnte der Playoff-Final gemäss den Weisungen im Spielbetrieb auf Samstag, 31. März, vorgezogen werden. Das würde dann bedeuten, dass der ZSC die Partien Nummer 2 und 6 nicht in der teuren Mehrzweckhalle von Oerlikon austragen könnte, weil der Aufbau für die Generalversammlungen von grossen Schweizer Firmen ansteht. Einen valablen Ersatzort zu finden, ist aber keine einfache Sache, schon gar nicht im Monat April. Abgesehen davon, dass der Aufwand punkto Logistik und Finanzen erheblich wäre.

Die Lions wären auf den Goodwill des SCB angewiesen, dass die Finalserie trotzdem zu den ursprünglichen Daten, also ab 3. April, losgehen würde. Gerade wegen der Terminproblematik ist es verständlich, dass man im Löwenrevier morgen Abend ab 20.15 Uhr dem HC Fribourg-Gottéron die Daumen drückt. Sollten die Gastgeber in der Serie auf 2:3 verkürzen, wären alle Planspiele überflüssig und die Problematik gelöst. In diesem Falle würde die Serie ohnehin erst ab nächster Woche losgehen. Nicht nur in den Grossräumen Zürich und Manchester wäre in diesem Fall die Erleichterung gross. Das Personal von Lions-Chef Bob Hartley sähe es zudem nur zu gerne, wenn sich Eisdrachen und Mutzen in einer langen Serie einen harten Abnützungskampf liefern und viel Energie verpuffen würden.

Das Hoffen auf eine neue Heimstätte der Lions

Die Terminkonstellation rund um den ZSC zeigt einmal mehr, unter welch schwierigen Bedingungen der sportliche Mieter im Hallenstadion leben muss. Und wie sehr auch das Schweizer Eishockey unter dieser Situation leidet. Spielplan-Macher und Weinhändler Vögtlin wäre dann auch eine der ersten Personen im Lande, die bei der Fertigstellung der neuen Heimstätte der ZSC Lions aufschnaufen und das Glas heben würden. Schlagartig hätten sich für ihn viele Terminprobleme gelöst und der Alltag wäre wieder einfacher – zumindest im Eishockey. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.03.2012, 11:16 Uhr

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7 Kommentare

Hans Meyer

26.03.2012, 14:44 Uhr
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Im Hardturm unten das Eishockeystadion und oben Fussball. Total erschlossen für öffentlichen und privatem Verkehr. Was will man mehr. Dazu optimale Ausnützung des teuren Landes. Mit der Abwärme der Eismaschine den Rasen heizen. Nicht Angst haben vor ein paar Querulanten, welche Einspruch machen. Antworten


Markus Schilter

26.03.2012, 15:01 Uhr
Melden 9 Empfehlung 0

Ich verstehe einfach nicht, wieso man dem Hallenstadion vom Stadtrat aus nicht mehr auf die Finger klopft. Ist es tatsächlich sinnvoller ein neues Stadion für 150 Mio. oder mehr plus zusätzlich jährliche Betriebskosten von x Millionen in Kauf zu nehmen, als dass man dem Hallenstadion grösseres Entgegenkommen beim Terminplan aufzwingt? Das HS wäre weniger profitabel, aber total würds weniger kosten Antworten



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