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«Viel dümmer haben wir noch nie verloren»
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A-WM in Helsinki
Gruppe A. Mittwoch:
Slowakei - Kasachstan 4:2 (1:1, 1:0, 2:1)
Kanada - Schweiz 3:2 (0:1, 1:0, 2:1)
Tabelle:
1. Kanada 4 3 0 1 0 17 : 11 10
2. Finnland 3 3 0 0 0 7 : 2 9
3. Slowakei 4 2 0 0 2 10 : 8 6
4. Schweiz 4 2 0 0 2 12 : 11 6
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5. USA 3 1 1 0 1 14 : 10 5
6. Weissrussland 3 1 0 0 2 5 : 6 3
7. Frankreich 3 1 0 0 2 10 : 17 3
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8. Kasachstan 4 0 0 0 4 8 : 18 0
Kanada - Schweiz 3:2 (0:1, 1:0, 2:1)
Hartwall Arena, Helsinki. - 4829 Zuschauer. - SR Frano/Levonen (Tsch/Fi), Blumel/Puolakka (Tsch/Fi). - Tore: 2. Damien Brunner (Bezina, Romy) 0:1. 21. (20:35) Tavares (Eberle, Skinner) 1:1. 41. (40:41) 2:1. 44. Bezina (Romy, Damien Brunner/Ausschluss Quincey) 2:2. 49. Getzlaf (Ward) 3:2. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Kanada, 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz.
Kanada: Ward; Methot, Phaneuf; Schenn, Quincey; Bouwmeester, Keith; Ryan Murray; Eberle, Tavares, Skinner; Perry, Getzlaf, Kane; Sharp, Nugent-Hopkins, Benn; Purcell, O'Reilly, Ladd.
Schweiz: Stephan; Streit, Sbisa; Seger, von Gunten; Du Bois, Bezina; Blindenbacher, Philippe Furrer; Niederreiter, Ambühl, Wick; Rubin, Trachsler, Benjamin Plüss; Damien Brunner, Romy, Monnet; Hollenstein, Bieber, Rüthemann.
Bemerkungen: Schweiz ohne Sprunger, Simon Moser (beide verletzt), Flüeler, Liniger (beide überzählig), Josi (noch nicht beim Team) und Berra (Ersatztorhüter), Kanada ohne Burrows und Vlasic (beide verletzt). Rubin mit Kieferverletzung ausgeschieden (45.). Timeout Schweiz (59:17). Schweiz ab 59:14 ohne Torhüter. - Schüsse: Kanada 30 (13-9-8); Schweiz 30 (8-8-14). - Powerplay-Ausbeute: Kanada 0/4; Schweiz 1/3.
Der Modus
Die A-WM 2012 in Helsinki und Stockholm wird erstmals mit einem neuen Modus durchgeführt. Die Vorrunde wird in zwei Gruppen mit je acht Mannschaften gespielt. Die ersten vier Teams jeder Gruppe qualifizieren sich für die Viertelfinals, die bisherige Zwischenrunde entfällt. Die letzten jeder Gruppe steigen direkt in die Division I ab.
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Die Partie ist in die Kategorie «ehrenvolle Niederlage» einzuordnen. Die Schweizer zeigten sich engagiert und wie gegen Finnland fehlte zumindest für einen Punktgewinn nicht viel. Ein Konter zwölf Minuten vor dem Ende nach einem Schweizer Wechselfehler besiegelte die Niederlage. Ryan Getzlaf, der Superstar der Anaheim Ducks, lief über das ganze Spielfeld und schloss mit einem satten Schuss zum Siegtreffer für den Olympiasieger ab.
Die Partie hatte aus Schweizer Sicht optimal begonnen. Damien Brunner brachte sein Team nach nur 100 Sekunden in Führung. Es war der erste Treffer des NLA-Topskorers im vierten Spiel dieser WM. Mit zwei frühen Toren zu Beginn des zweiten und des dritten Drittels drehten die Kanadier die Partie. Goran Bezina glich für die Schweizer im Powerplay aus (43.). Der Verteidiger, der in den Partien davor immer wieder ein Unsicherheitsfaktor gewesen war, wurde für seinen starken Auftritt belohnt.
Starker Stephan, Rubin mit Kieferverletzung
Ebenfalls eine ausgezeichnete Partie zeigte Bezinas Teamkollege bei Genève-Servette, Tobias Stephan. Der Goalie liess deutlich weniger Abpraller zu als Reto Berra am Vortag gegen die Finnen. Stephan wirkte sicherer und dürfte in der Folge nicht zuletzt dank seiner Erfahrung zur Nummer 1 an diesem Turnier avancieren. Der Servettien stoppte die Kanadier immer wieder mit schönen Paraden. Einzig Getzlafs Schuss zum 3:2 schien haltbar. Allerdings kam der scharfe Schuss auf einer für einen Torhüter ungünstigen Höhe.
Die Schweizer mussten ab der 45. Minute ohne Daniel Rubin auskommen. Der künftige Stürmer des SC Bern wurde von einem vom eigenen Stock abgelenkten Schuss Jay Bouwmeesters getroffen und musste mit einer Kieferverletzung die Kabine aufsuchen. Ob Rubin in den nächsten Spielen wieder eingesetzt werden kann oder nicht, konnte nach der Partie noch nicht gesagt werden.
Es könnte aber nun im schlechtesten Fall genau jenes Szenario eintreffen, vor dem es Simpson bei der Einladung von Roman Josi vermutlich graute: Weil das nun komplette Kader nur zwölf Stürmer umfasst, kann Simpson nicht mehr vier komplette Linien aufstellen. «Wir werden vielleicht etwas kreativ werden», sagte Simpson dazu. Josi trifft am Freitagmorgen in Finnland ein und wird am Samstag erstmals im Einsatz stehen. Es ist durchaus möglich, dass Simpson den Berner an die Seite von Mark Streit oder Luca Sbisa stellen wird. Denn zusammen kamen Streit/Sbisa (Bilanz von Minus-3, respektive Minus-4) bisher noch nicht wie gewünscht auf Touren.
Der grosse Ärger nach dem Spiel
Nach dem Spiel zeigten sich die Schweizer verärgert über die verpasste Chance, das Punktekonto zu erhöhen. Captain Mark Streit bemängelte den Wechselfehler, der zum Siegtreffer der Kanadier führte. «Viel dümmer haben wir noch nie verloren», nervte sich der Captain im Schweizer Fernsehen über die individuellen Mängel. Dabei hätten sie darüber noch in der Kabine gesprochen. Auch seien genügend Chancen vorhanden gewesen, um ein besseres Resultat zu erreichen. «Aber wir müssen dieses Spiel sofort abhaken. Die beiden Freitage kommen im richtigen Moment. Vielleicht fehlte uns am Schluss doch die mentale Frische.» Torhüter Stephan hielt fest: «Unsere Generation will gegen Kanada gewinnen und nicht nur mithalten. Eine gute Leistung bringt uns deshalb nicht weiter.»
Auch Simpson blickte nicht gerade glücklich in die TV-Kamera. «Ich bin sehr enttäuscht. Aber zwei Gegentore in den ersten Minuten eines Drittels dürfen einfach nicht passieren. Wir haben in der Garderobe darüber geredet. Wir hatten aber offensichtlich Probleme mit der Konzentration.» Der Nationalcoach gab zu, dass seine Spieler doch ein bisschen müde waren nach dem anstrengenden Match von gestern Abend gegen die Finnen. «Schade, dass es gegen Kanada nicht klappte. Aber wir müssen positiv bleiben. Wir haben nun zwei Tage frei, in denen wir uns erholen können.»
Die Rechnerei kann beginnen
Nach vier Partien steht die Schweiz mit zwei Siegen und zwei Niederlagen da. Um das angestrebte Ziel Viertelfinal zu erreichen, sind nebst einem Sieg gegen Frankreich im nächsten Spiel (am Samstag) mindestens drei weitere Punkte gegen die Slowakei und die USA nötig. Wenn die Amerikaner gegen Finnland nicht mehr als einen Punkt holen, dann reichen den Schweizern zwölf Punkte zum Einzug in die K.o.-Phase.
Simpson formulierte es nach der Niederlage gegen Kanada wie folgt: «Wenn wir zwei von diesen drei Spielen gewinnen, dann steht die Türe zum Viertelfinal weit offen.» Noch haben es die Schweizer Eishockeyaner in der Hand, ihr primäres Ziel mit eigenen Händen zu schaffen. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.05.2012, 21:59 Uhr
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