Sport
Spielen und lachen mit Bednar
Von Emil Bischofberger. Aktualisiert am 10.01.2013
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Natürlich macht er in der ersten Formation mit. Der Wechsel liegt auf der Hand: Mit John Tavares verliess ein Flügelstürmer aus der ersten Linie den SCB. Mit Jaroslav Bednar kam am Dienstag der nächste ausländische Flügelstürmer in Bern an. Bereits die Nummer 3 in dieser Saison, in der sich auch Nicklas Danielsson schon wieder vom Verein verabschiedet hat.
Bednar kündigte sich als Goalgetter, als feiner Techniker an, so spielt er auch in diesem ersten Training. Schiesst, trifft. Schiesst, trifft. Ansonsten ist etwas der Wurm drin in der morgendlichen Einheit, so sehr, dass Ryan Gardner in einer Übungspause seinen Stock mit voller Wucht gegen das Plexiglas hämmert, um die Kollegen aufzuwecken.
Einer mit Schalk in den Augen
«Besser als erwartet» habe sich dieses erste Training angefühlt, sagt Bednar danach. In seinen eisblauen Augen und den Fältchen drum herum ist der Schalk erahnbar. Ein Spassvogel soll er sein. Nach der Vertragsunterschrift soll er SCB-Sportchef Sven Leuenberger vorgeschlagen haben, man könnte seinen Agenten erst einen kleinen Schrecken einjagen und mitteilen, die Verhandlungen hätten sich jäh zerschlagen.
Natürlich hat er sich gefreut, gleich in die erste Sturmreihe integriert zu werden, zugleich sei es ihm aber auch egal, ob es nun die erste oder die dritte sei. Es freut ihn viel mehr, weil er da auf ein ihm bekanntes Gesicht trifft. Er und Byron Ritchie gehörten 2003/04 zum Kader der Florida Panthers. In einer Linie spielten sie dort zwar nie, aber immerhin. Und von Joël Vermin habe er gehört, dass er ein junger, sehr talentierter Spieler sei, so Bednar.
Ob die beiden sich anpassen müssen? «Ich sagte ihnen: ‹Wartet an der blauen Linie auf mich!›», kokettiert Bednar mit seinem Alter. Dabei sei der Tscheche gar nicht langsam, sagt Antti Törmänen. Und wie wird der Trainer mit der Tatsache umgehen, dass der 36-Jährige nicht eben als fleissiger Arbeiter in der Defensive bekannt ist? «War denn sein Vorgänger defensiv fleissig?», fragt Törmänen zurück. Zudem zitiert er aus seiner Spielphilosophie: «Ich sage den Spielern immer: Die beste Verteidigung ist noch immer, den Puck in der offensiven Zone zu halten. Dann erfährt auch niemand, falls ihr defensiv nicht so stark seid.»
Auch Huras will er es zeigen
Dies soll auch eine Spezialität von Bednar sein. «Er kann die Scheibe halten, auch mit ihr laufen», sagt Törmänen, der den Tschechen zudem als guten Goalskorer und als kreativ rühmt.
Dass er Tore schiessen kann, bewies er zuletzt in Prag, wo er mit 12 Treffern in 13 Spielen brillierte. «Es ist halt ein Unterschied, ob du bei einem Spiel 20 oder nur 2, 3 Minuten eingesetzt wirst», sagt die neue Nummer 21 des SCB. Die Aussage zielt auf seinen Abgang bei Lugano hin.
Vergangenen Frühling teilte Larry Huras Bednar mit, dass er in der aktuellen Saison keinen Platz mehr sehe für ihn. «Doch ich bin keiner, der Stunk macht, ich hatte einen weiterlaufenden Vertrag – also blieb ich», sagt Bednar. Nach acht Spielen ohne Skorerpunkte hatte er dann aber genug und löste den Vertrag auf.
Entsprechend motiviert ist er nun, es allen zu zeigen, auch Huras. «Ich will hier das Bestmögliche erreichen. Das wäre wohl der Titel?», fragt er rhetorisch.
Optimistisch gibt sich auch Center Ritchie, der die erste Linie anführt. «Jaro sieht das offene Eis», sagt er über seinen neuen Sturmkollegen. Der neue SCB-Topskorer findet, er und Vermin müssten ihr Spiel nicht allzu sehr umstellen. «Wir müssen weiter unseren Speed ausnützen. Aber klar ist: Es gibt viele Spieler im Team, die noch eine Schippe drauflegen können. Das ist jetzt nötig», sagt Ritchie. «Denn für eine Baisse ist jetzt keine Zeit mehr. Es sind nur mehr 14 Spiele bis zum Playoffstart.» (Der Bund)
Erstellt: 10.01.2013, 09:34 Uhr
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