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SCB vergibt ersten Meisterpuck
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Der Schuss von Mathias Seger zum 1:2 war der Partykiller. Nach zehn Minuten der Verlängerung setzte der Captain der ZSC Lions diesem hin und her wogenden fünften Finalspiel ein Ende. Nicht jenes, das sich das Gros der 17 131 Zuschauer erhofft hatte. Sie waren ins Stadion gekommen, um den 13. Meistertitel ihres SC Bern zu feiern. Nichts wurde daraus.
So reist der SCB morgen Samstag nach Zürich mit dem Ziel, seine zweite Chance zu nutzen. Die Statistik spricht für die Berner. Fünf der sechs Meistertitel in der Playoff-Ära gewannen sie auswärts. Einfach wird es aber auch im Hallenstadion nicht werden. «Wir sind noch lange nicht tot», meldete Lions-Verteidiger Serverin Blindenbacher. «Das Hallenstadion wird ein Hexenkessel sein. Es wird noch ein Spiel in Bern geben.»
Zitternde Stöcke
Den Bernern zitterten an diesem Abend die Stöcke. Sie kamen zwar von allem Anfang an gut in die Gänge. Spielten munter vorwärts. Verständlicherweise wogen die zitternden Arbeitsinstrumente bei den feinen Technikern schwerer als bei den «Chrampfern». Lange waren es Leute wie Neuenschwander, Déruns oder Reichert, die in ihren Linien für ebendiese sorgten.
Zu Abschlüssen kamen die üblichen Verdächtigen: Dumont (wie erwartet nach seiner Schulterverletzung zurück), Berger, Gardner. Die Möglichkeiten waren nett anzuschauen, so richtig gefährlich waren sie nicht.
«Lasst uns diese Party starten»
Allen Beteuerungen vorab zum Trotz: Der Meistertitel in Griffweite setzte den Bernern eben doch zu, belastete sie. Es war dann die erste Strafe des Spiels, weit im zweiten Drittel schon, die dafür sorgte, dass diese Finalpartie doch noch in die Gänge kam. Der bestrafte Ambühl war eben von der Strafbank zurückgekehrt, spielte einen Querpass auf Pittis, dessen Ablenker ging unter Bührers Achsel durch zum 0:1 (29.).
Nach zwei torlosen Spielen musste sich auch der erfahrene Pittis mehrfach beim Headschiedsrichter vergewissern, ehe er sich getraute zu jubeln. Mit seinem Tor ging nicht nur Bührers mehr als zwei Spiele währende Ungeschlagenheit zu Ende, sondern auch die Serie der ersten Tore, mit denen der SCB die vorangegangenen vier Spiele lanciert hatte.
Ein etwas zu überschwänglicher Jubel
Urplötzlich war damit das Momentum auf der Seite der Zürcher. Vielleicht war es dann der Stadion-DJ, der dieses zurückholte. Mitten ins Spiel hinein lancierte er – wohl unabsichtlich – Pinks «Get This Party Started» – «lasst uns diese Party starten». Momente später lancierte Scherwey seinen Center Froidevaux an der blauen Linie der Zürcher. Der bezwang Flüeler mit einem schönen Backhand-Schuss (33.). Der Jubel fiel dann etwas zu überschwänglich aus, sodass der 23-Jährige sich kurzzeitig an der Schulter pflegen lassen musste, ehe er wieder mittun konnte.
War das der Startschuss zum Lauf Richtung Meistertitel? Mitnichten. Der SCB hatte danach zwar mehr vom Spiel, aber keine hochkarätigen Torchancen. Es fehlte die allerletzte Konsequenz. Anders bei den Zürchern, die mit dem Mute der Verzweiflung anrannten, auch in der Verlängerung. Cunti hätte da das Spiel entscheiden müssen, setzte den Puck aber neben das offen stehende Tor (66.). Die Partie wogte nun hin und her: Meistertitel oder Spiel 6 war bei jedem Angriff die Frage. Am Ende war Seger der Glücksschütze.
«Wieder mehr Schlittschuh laufen»
«Wir müssen wieder mehr Schlittschuh laufen, statt nur übers Eis zu gleiten. Auch wenn die Beine sauer sind», forderte Froidevaux. Auch Trainer Törmänen hatte das «härteste Spiel der Serie» gesehen – und nur eine «minimale Differenz» zwischen den beiden Teams. (Der Bund)
Erstellt: 12.04.2012, 22:53 Uhr
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