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Mit rotem Pass für Schwarz-Rot-Gold

Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 20.10.2011

Köbi Kölliker ist in diesem Winter Trainer der deutschen Eishockeyaner. Der Seeländer tritt das schwere Erbe von Uwe Krupp an – und muss bald in München seine Feuertaufe bestehen.

1/9 Ein Schweizer wird Cheftrainer beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB): Köbi Kölliker hat einen Einjahresvertrag unterzeichnet.
Bild: Keystone

   

Deutschland-Cup, München

Spielplan. Freitag, 11. November:
16.15 Uhr: Slowakei – USA
20.00 Uhr: Deutschland – Schweiz

Samstag, 12. November:
14.30 Uhr: Deutschland – Slowakei
18.15 Uhr: Schweiz – USA

Sonntag, 13. November 2011:
13.30 Uhr: Slowakei – Schweiz
17.15 Uhr USA – Deutschland

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Trotz Erfolgen von Mönchengladbachs Lucien Favre in der Bundesliga, trotz der guten Arbeit von Marcel Koller in Bochum – wenn Trainer mit Schweizer Pass ein bedeutendes deutsches Team führen, dann spitzen schwarz-rot-gold geborene Berufskritiker den Bleistift besonders scharf. Das ist nun mal so und wird wohl auch in Zukunft so bleiben. Die Vorurteile in der sportlichen Bundesrepublik gegenüber angeblich erfolglosen, ungenügenden und zu soften Coachs aus dem südlichen Nachbarland sind auch Köbi Kölliker bekannt.

Der Berner betreut gar eine Nationalmannschaft nördlich des Rheins. Gerade diese grosse Herausforderung reizt den 58-jährigen Bieler, was er auch schon gegenüber DerBund.ch/Newsnet bemerkte: «Wieso soll ein Schweizer nicht eine deutsche Nationalmannschaft coachen? Ich gehe nach Deutschland, um etwas zu machen und etwas zu erreichen.» Und was die scharfe Kritik von deutschen Journalisten betreffe, so müsse er sagen: «Die machen ihren Job – wie wir Trainer.»

Harold Kreis als Assistent

Der ehemalige Schweizer Rekordinternationale (213 Länderspiele), U-20-Coach und langjährige Assistent von Ralph Krueger in Diensten des SEHV ist seit gut vier Monaten im Amt. Kölliker hat fast in jeder Runde eine Partie der DEL beobachtet, er verfolgt Trainings und analysiert zu Hause in der Schweiz. Mit Harold Kreis, dem ehemaligen Meistermacher vom HC Lugano (2006) und dem ZSC (2008), steht ihm eine nicht unbedeutende Kraft zur Seite. In seiner Alltagsfunktion als Headcoach von Adler Mannheim kennt er die Verhältnisse in Deutschland bestens. Das erste Aufgebot für den Deutschland-Cup Mitte November hat Kölliker in Zusammenarbeit mit Kreis, der schon Bundestrainer Krupp in den letzten erfolgreichen Jahren zur Seite stand, erstellt – ein weiser Entschluss.

In dieser ersten 41-köpfigen Selektion befinden sich nur drei Neulinge. Nächste Woche wird die Auswahl auf 25 Mann reduziert. Kölliker erklärte diese Vorgehensweise an einer Medienkonferenz in München auf ruhige und sachliche Art. Bisher gibt sein natürliches, unaufgeregtes Wesen in Deutschland zu keiner Kritik Anlass.

Die Messlatte liegt hoch

Aber Kölliker ist sich bewusst, welch heikle Mission er in dieser Saison erfüllen muss. Unter Krupp schafften Deutschlands Eishockeyaner 2010 den Einzug in den WM-Halbfinal und 2011 die Qualifikation für den WM-Viertelfinal. Der Deutschland-Cup wurde gleich zweimal in Folge gewonnen. «Die Latte als Titelverteidiger liegt sehr hoch», sagte Kölliker vor versammelten Journalisten im Hinblick auf das Nationenturnier in München. Und auf seinen Vorgänger angesprochen, meinte der neue Personalchef aus der Schweiz: «Das sind sehr grosse Fussstapfen, die er hinterlassen hat. Die Aufgabe ist riesig.»

Der Seeländer ist jedoch kein Pessimist. Sonst hätte er diesen Job schon gar nicht erst angenommen. «Das Turnier ist eine sehr gute Standortbestimmung. Es geht auch darum, das deutsche Eishockey weiterzuentwickeln und den Erfolg zu bestätigen. Wir wissen, wie schmal der Grat ist. Aber wir werden alles für den Erfolg tun.»

Das Debüt gegen die Schweiz

Köllikers Feuertaufe ist insofern brisant, als dass er gleich beim ersten Spiel des Deutschland-Cups am 11. November in der Münchner Olympiahalle auf die Schweiz trifft. Darüber mache er sich keine Gedanken. «Das ist für mich ein Spiel wie jedes andere.» Es gehe für ihn primär um die deutsche Mannschaft.

Na ja. Wir wollen das mal so stehen lassen. Fakt ist, dass das Duell der Erzrivalen durch Köllikers neuen Job noch pikanter wird. Und das ist gut für dieses Turnier, das auch in den nächsten drei Jahren in der Hauptstadt des Freistaates Bayern stattfinden wird. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.10.2011, 10:32 Uhr

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