Mark Streit: «Das Beste, was passieren konnte»
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Sie sind Berner, absolvieren jeweils das Sommertraining mit dem SCB, spielten jedoch einst fünf Jahre bei den ZSC Lions. Für wen schlägt Ihr Herz?
Mark Streit: Ich bin in erster Linie froh, dass beide Teams im Final stehen. In den letzten Jahren war fast immer Davos dabei. Es ist positiv, wenn nicht immer dieselben Teams den Playoff-Final bestreiten. In Anbetracht der Qualifikation darf der ZSC sicher als Überraschungsteam bezeichnet werden, aber auch Bern hatte während der Saison Probleme. Vom Medieninteresse her ist diese Paarung hervorragend und das Beste, was dem Schweizer Eishockey passieren konnte. Und dass der Final über sieben Spiele geht, ist eine fantastische Sache.
Bliebe immer noch die Frage, wen Mark Streit unterstützt.
Ich habe Freunde in Zürich und Freunde in Bern. Deshalb ist es wirklich so, dass ich kein Fan bin. Ich freue mich einfach, stehen diese Teams im Playoff-Final, freue mich auf gutes Hockey und werde auch am Dienstag in Bern in der Halle sein. Wie erwähnt: Für das Schweizer Eishockey und alle Fans gibt es nichts Besseres, als ein siebtes Spiel zwischen Bern und Zürich sehen zu dürfen.
Welche Mannschaft sehen Sie im Vorteil?
Der ZSC hat zweimal in Folge gewonnen. So wie diese Partien verlaufen sind, liegt das Momentum nun mit Sicherheit bei den Zürchern. Aber die Partie findet in Bern statt, der SCB wird auf einen riesigen Rückhalt zählen können. Ich habe aber auch schon mit dem ZSC ein siebtes Spiel auswärts bestritten, in Lugano. In solch einer Situation muss das Heimrecht nicht ein Vorteil sein. Die Ausgangslage ist fifty-fifty.
Geben Sie einen Tipp ab?
Entweder gewinnt Zürich – oder Bern (lacht). Die Nerven werden eine wichtige Rolle spielen. Und wer das erste Tor erzielt, wird im Vorteil sein.
Sind Sie erstaunt, dass SCB-Trainer Antti Törmänen seinen Torhüter Marco Bührer nach dem fünften Gegentreffer ausgewechselt hat?
Es war ein Entscheid des Trainers. Vielleicht wollte er Bührer rausnehmen, damit sich dieser erholt und für das siebte Spiel bereit ist. Ich denke nicht, dass diese Szene auf die Partie vom Dienstag Einfluss haben wird.
Auf der anderen Seite kam Ihr ehemaliger Teamkollege Ari Sulander im Tor der ZSC Lions zu einem schönen Abschied.
Eine Riesenära geht zu Ende. Sulander ist in der Geschichte der ZSC Lions wohl derjenige Spieler, der am meisten Einfluss hatte. Bei beiden Meistertiteln spielte er überragend. Er hat immer eine unglaubliche Ruhe ausgestrahlt, als Verteidiger bist du deshalb nie in Panik geraten.
Können Sie Tempo und Niveau des Playoff-Finals mit den NHL-Partien vergleichen?
Ich bin erst am Freitag in die Schweiz zurückgekehrt. Natürlich sind die Spiele in Nordamerika schneller, aber man kann sie nicht mit den Schweizer Partien vergleichen, weil das Eisfeld hier viel grösser ist – das macht einen riesigen Unterschied. Du hast deutlich mehr Platz in den Ecken. Das sechste Spiel war sicher sehr unterhaltsam. Nach dem Abtasten im ersten Drittel ging die Post so richtig ab.
Sie werden ab dem 24.April das Schweizer Nationalteam verstärken. Weshalb haben Sie sich entschieden, trotz NHL-Strapazen die WM zu bestreiten?
Ich habe zwar 82 NHL-Spiele bestritten und bin dabei im Schnitt 23 Minuten auf dem Eis gestanden, dennoch verspüre ich immer noch Hunger und Lust auf Eishockey. Auch, weil ich im vergangenen Jahr nicht einsatzfähig war. Ich spiele gerne für die Schweiz, freue mich enorm auf die Weltmeisterschaft – und darauf, erstmals unter Nationaltrainer Sean Simpson zu spielen. Was ganz wichtig ist: Ich bin fit. Wäre ich körperlich müde und nicht bereit, hätte ich abgesagt.
Roman Josi bestreitet derzeit mit Nashville die NHL-Playoffs gegen Detroit. Welches Team wird sich durchsetzen?
Ich freue mich für Roman, er kann wertvolle Erfahrungen sammeln. Wir stehen oft in Kontakt. Nashville hat eine starke Mannschaft und den stärkeren Goalie. Vielleicht ist Detroit leicht im Vorteil, weil es bei den Red Wings viele alte Hasen gibt, die wissen, was zu tun ist. (Berner Zeitung)
Erstellt: 16.04.2012, 12:17 Uhr
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