Sport

Knacknüsse aus dem Osten

Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 05.05.2012 2 Kommentare

Vieles hängt vom Gelingen der Mission A-WM 2012 ab – davon, wie die Schweizer Eishockeyaner ihre Startspiele gegen Kasachstan und Weissrussland bewältigen.

1/5 Kasachstan als erster Gegner für die Schweiz: Goalie Witali Yeremeyew ist ein erfahrener Goalie, der auch schon für die New York Rangers gespielt hat. An der A-WM 2010 wird er aber von den russischen Sputniks bezwungen. (Bild: 11. Mai 2010)
Bild: Keystone

   

A-WM in Helsinki/Stockholm

Modus:
Die Vorrunde wird erstmals in zwei Gruppen zu je acht Teams (statt wie bisher in vier Gruppen mit je vier Teams) gespielt. Dafür fällt die Zwischenrunde weg. Die bestklassierten vier Teams pro Gruppe qualifizieren sich für die Viertelfinals, die beiden Gruppenletzten steigen in die Division I ab. Die Viertelfinals werden innerhalb der Vorrundengruppen ausgetragen.

Verlängerung/Penaltyschiessen:
Steht es nach 60 Minuten unentschieden, werden die Partien um maximal 5 Minuten (ab Viertelfinals um 10 Minuten, Final um 20 Minuten) verlängert. Die Verlängerung wird mit vier statt fünf Feldspielern ausgetragen. Steht es nach der Verlängerung immer noch unentschieden, folgt ein Penaltyschiessen mit je drei Schützen.

Gruppeneinteilung Vorrunde:
Gruppe A (Hartwall Arena, Helsinki): Finnland (Weltnummer 2), Kanada (4), USA (6), Schweiz (7), Slowakei (10), Weissrussland (11), Frankreich (14), Kasachstan (16). - Gruppe B (Globen, Stockholm): Schweden (3), Russland (1), Tschechien (5), Deutschland (8), Norwegen (9), Lettland (12), Dänemark (13), Italien (17).

IIHF-Weltrangliste (vor der WM 2012):
1. Finnland 2245 Punkte. 2. Schweden 2240. 3. Russland 2225. 4. Tschechien 2210. 5. Kanada 2195. 6. USA 2045. 7. Schweiz 1990. 8. Deutschland 1985. 9. Norwegen 1960. 10. Slowakei 1940. 11. Weissrussland 1845. 12. Dänemark 1830. 13. Lettland 1825. 14. Frankreich 1700. 15. Österreich 1685*. 16. Kasachstan 1620. 17. Italien 1600. - 47 Nationen klassiert. - * = ohne die an der B-WM gewonnenen 780 Punkte.

Punktverteilung für die WM 2012: 1200 (1.) - 1160 (2.) - 1120 (3.) - 1100 (4.) - 1060 (5.) - 1040 (6.) - 1020 (7.) - 1000 (8.) - 960 (9.) - 940 (10.) - 920 (11.) - 900 (12.) - 880 (13.) - 860 (14.) - 840 (15.) - 820 (16.).

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Aufsteiger Kasachstan, Weissrussland, Weltmeister und Co-Gastgeber Finnland, Kanada, Frankreich, Slowakei und die USA – das sind, in dieser Reihenfolge, die Gruppengegner der Schweizer in der Hartwall-Arena von Helsinki. Es ist ein happiges WM-Programm, das auf die Spieler nach einer langen Saison wartet: sieben Partien innert elf Tagen. Der Spielplan hat es gar nicht gut gemeint mit der Delegation der Swiss Ice Hockey Federation (SIHF). Die Schweiz absolviert dreimal zwei Partien in zwei Tagen. Und in den zweiten Spielen trifft sie dreimal auf einen Widersacher, der am Vortag einen spielfreien Tag genoss. Captain Mark Streit sagte jedoch im Vorfeld der WM, dass der Spielplan die Mannschaft nicht beschäftigen dürfe. Und die Mannschaft sei ausgeglichen genug, um mit dem harten Programm umgehen zu können.

Die Ziele aus Schweizer Sicht sind klar formuliert: Der Viertelfinal muss nach dem letztjährigen Scheitern in der Slowakei wieder ein Muss sein, neuer Modus hin oder her. Überdies will man sich direkt für Olympia 2014 qualifizieren. Das ist einfacher gesagt als getan. Die Schweizer liegen zwar auf Rang 7 im Ranking des Internationalen Verbandes (IIHF). Doch Deutschland, Norwegen und die Slowakei sitzen dem Simpson-Team im Nacken. Trotzdem: Nicht nur zwischen Genf und Buchs SG, sondern auch in der internationalen Eishockey-Familie werden Viertelfinaleinzug und Olympiaqualifikation von dieser Schweizer Auswahl erwartet.

Wegweisendes Wochenende

Kasachen und Weissrussen sind die ersten Kontrahenten für die Schweiz. Während die launischen Weissrussen, WM-Gastgeber 2014, sowohl Headcoach Sean Simpson als auch vielen Spielern bestens bekannt sind, ist der Aufsteiger aus Kasachstan ein unbekannter Gegner. Dass der Widersacher aus Zentralasien unterschätzt wird, ist nicht anzunehmen. «Alle wissen, was es bedeutet, gegen die Kasachen zu spielen. Es wird kein einfaches Spiel. Aber wenn wir dieselbe Einstellung und denselben Teamgeist wie zuletzt gegen die Kanadier haben, dann sollte es klappen», erklärte Simpson gegenüber der Agentur Sportinformation. In der Tat hinterliessen zuletzt die kompakten Schweizer gegen ein junges, starkes Team Canada einen positiven Eindruck, was zuversichtlich für die beschwerlichen Tage in Finnlands Metropole stimmt.

Allerdings taten sich die Schweizer zuletzt schwer gegen Nationen, die als weniger stark eingestuft werden. Vor einem Jahr in der Slowakei schaute nur ein mühsames 1:0 nach Verlängerung gegen Frankreich heraus. Die Pleite gegen Norwegen (2:3) nach einer schwachen Leistung kostete dann die Teilnahme an den Viertelfinals. In Kosice war allerdings vieles anders: Viele Spieler zeigten sich nicht in bester Form oder waren matt und ausgelaugt. Darüber hinaus war die Schweizer Auswahl längst nicht so prominent und ausgeglichen besetzt wie heuer. Streit, ebenfalls Captain beim NHL-Team New York Islanders, bestreitet seine erste WM unter Simpson.

Fast alle Spieler mit KHL-Erfahrung

Ein Blick auf die Kader der Teams aus Kasachstan und Weissrussland zeigt, dass es keine einfachen Partien mehr an einer A-WM gibt. Viele Spieler verdienen ihr tägliches Brot in der KHL. Bei den Kasachen hütet mit Witali Yeremeyew ein 36-Jähriger das Tor, der immerhin in seiner Karriere schon vier Partien mit den New York Rangers in der NHL bestritt. Die meisten Akteure stammen vom Club Barys Astana.

Bei den Weissrussen, die ihre Bemühungen im Eishockey in den letzten Jahren stark intensiviert haben, sticht Michail Grabowsky hervor, der für die Toronto Maple Leafs (NHL) stürmt. Andrej Mezin ist ein routinierter Goalie, der nun bei Dynamo Minsk unter Vertrag steht. Wenn er einen guten Tag erwischt, ist es schwierig, ihn zu bezwingen. Die ZSC-Spieler haben allerdings gute Erinnerungen an Mezin: Beim Triumph der Lions in der Champions Hockey Leauge 2009 stand der Weissrusse im Tor von Metallurg Magnitogorsk. Wladimir Denisow verteidigte in der Saison 2010/11 beim HC Ambri-Piotta und kennt die Schweizer Verhältnisse zur Genüge.

Zum Glück für die Schweizer sind zwei namhafte NHL-Profis in Helsinki abwesend, vorläufig zumindest. Die stürmenden Gebrüder Andrej und Sergej Kostitsyn spielen zusammen mit dem Berner Verteidiger Roman Josi bei den Nashville Predators. Diese liegen in den NHL-Playoffs gegen die überraschenden Phoenix Coyotes mit 1:2 zurück, die Best-of-7-Serie dürfte sich also noch hinziehen. Und je länger das Duell dauert, desto geringer sind die Aussichten für das Trio, an der WM für sein Land zu kämpfen.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.05.2012, 15:37 Uhr

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2 Kommentare

R. E. Schaub

04.05.2012, 18:05 Uhr
Melden 5 Empfehlung 0

Die Schweiz (Welt-Nr. 7) muss VIER Gegner hinter sich lassen.Finnland, Kanada und die USA liegen normalerweise nicht in Reichweite. Ex-Weltmeister Slovakei (obwohl momentan nur die Nr.10) dürfte eine sehr grosse Hürde darstellen. Aber auch Weissrussland oder Frankreich sind keine Leichtgewichte, und auch Kasachstan muss erst bezwungen werden. Die Viertelfinals sind in weiter Ferne... Antworten



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AEGON International
18.06EndeRadwanska - Hampton6:7 2:6
Topshelf Open
18.06cancelledSijsling - Wawrinka
18.06EndeDarcis - Wawrinka6:7 4:6
Stand: 18.06.2013 18:18
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NHL Playoffs
EndeBoston Bruins - Chicago Blackhawks2:0
Stand: 18.06.2013 03:42
Keine Daten vorhanden
Topshelf Open
19.0614:30Lorenzi - Wawrinka
Stand: 18.06.2013 18:18
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NHL Playoffs
02:00Boston Bruins - Chicago Blackhawks

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