Sport

John Van Boxmeer: «Die Lions zeigten ein perfektes Spiel»

Interview: Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 29.01.2009

Der Trainer des SC Bern hat den Europacup-Triumph der ZSC Lions gegen Metallurg verfolgt. Auch er zeigte sich überrascht vom klaren 5:0-Sieg des Schweizer Meisters.

1/21 zzsimmer37.jpg
ZSC-Trainer Sean Simpson ballt nach dem 5:0-Sieg Metallurg Magnitogorsk die Fäuste, während Ryan Gardner sich vor ihm über die Bande gleiten lässt und Jean-Guy Trudel übers ganze Gesicht strahlt.
Bild: Keystone

   
Klartext: SCB-Coach John van Boxmeer lobt die Leistung der Lions.

Klartext: SCB-Coach John van Boxmeer lobt die Leistung der Lions. (Bild: Keystone)

Artikel zum Thema

John van Boxmeer

Der 56-jährige Kanadier trainiert seit der Saison 2006/07 den SC Bern. Mit den Bernern schaffte er zwar diese Saison die Qualifikation zur Champions Hockey League, schied dann aber mit seinem Team in der Gruppenphase aus.

Van Boxmeer bestritt als Aktiver 588 NHL-Spiele und 213 Partien in der AHL. In der Saison 1975/76 gewann er mit den Montreal Canadiens den Stanley Cup.

Herr van Boxmeer, waren Sie überrascht vom Ausgang des Finalrückspiels der Champions Hockey League?
Ich war schon überrascht. Ich habe ja im letzten Herbst Magnitogorsk gegen die New York Rangers gesehen. (Anm. d. Red.: Das NHL-Teams setzte sich im Victoria Cup mit 4:3 durch.). Damals traten die Russen mit viel Leidenschaft und Energie auf und zeigten viele Kombinationen. Gestern habe ich nichts von dem gesehen.

Was hat den Ausschlag zugunsten der Lions gegeben?
Sie spielten in der neutralen Zone sehr gut. Sie liessen den Russen nie Raum. Somit konnte Metallurg nicht schnell in das gegnerische Drittel eindringen. Die Räume eng zu machen, ist ein wesentlicher Faktor, wenn man gegen eine russische Mannschaft spielt. Zürich hat generell den Gegner immer ausserhalb der Verteidigungszone gehalten.

Kam dem ZSC nicht auch zu Gute, dass die Tore im richtigen Moment fielen?
Manchmal ist das natürlich auch eine Glückssache. Aber die Lions kamen mit der Bereitschaft zur Leistung aufs Eis und spielten mit der nötigen Geduld. Sie sparten Energie, in Phasen, wo sie es sich erlauben konnten, in anderen Momenten zeigten sie Wille und Kampfgeist. Im ersten Drittel kam es mir vor, wie wenn sich zwei Boxer im Ring gegenüberstehen, die sich zunächst wie in einem Sparringkampf abtasten.

Gewiss war das 2:0 wichtig. Überhaupt war das Powerplay ein wesentlicher Grund für den Erfolg: Während die Zürcher zwei Treffer erzielen konnten, brachte Magnitogorsk selbst in doppelter Überzahl kein Treffer zustande. Das hat das Momentum für die Lions verstärkt. Die Special Teams machten eine grosse Differenz zwischen den beiden Teams aus.

Die ZSC-Spieler waren nach der Partie einhellig der Meinung, dass sie die bessere Mannschaft stellten als der Favorit. Unterschreiben Sie das?
Ja, die Zürcher zeigten die bessere Mannschaftsleistung. Sie vergaben über 60 Minuten gesehen nur drei Torchancen. Sie zeigten ein perfektes Spiel. Und das ist recht schwierig gegen eine solch talentierte Mannschaft wie Magnitogorsk.

Und Ari Sulander gewann das Goalie-Duell gegen Ilja Proskurjakow.
Sulander ist ein erfahrener Torhüter. Er spielte fehlerlos und hielt das, was auf ihn zu kam. Aber er musste nicht einmal ein gewinnbringender Faktor sein. Der russische Goalie sah bei einigen Gegentreffern nicht gut aus. Vor allem bei den ersten beiden. Das sind Gegentreffer, die ein Coach nicht gerne sieht. Beim 3:0 war ihm durch zwei Spieler die Sicht verdeckt. Das war die Entscheidung.

Ein Team aus der National League A hat die Champions Hockey League gewonnen. Sind Sie froh darüber?
Wir dürfen stolz darauf sein, auch die Liga.

Hätten Sie nicht gerne mit dem SC Bern anstelle der ZSC Lions den Final bestritten?
Natürlich. Wenn ich zurückschaue, muss ich sagen: Wir haben die Chance dazu gehabt. Aber wir haben den Job nicht gemacht. Wir sind damals in der Gruppenphase der Champions Hockey League nicht in Form gewesen. Und wir hätten es nicht verdient, weiterzukommen. Andere Mannschaften haben mehr für die Halbfinal-Qualifikation getan. Damit müssen wir leben.

Findet dieser Erfolg des ZSC in Übersee Resonanz?
Ehrlich gesagt, dürfte die Champions Hockey League nur am Rande zur Kenntnis genommen werden. Der Anlass wird in kanadischen Medien erwähnt, wohl kaum in amerikanischen. Und Morgen wird dieser Final ohnehin vergessen sein.

Wird sich das ändern, wenn die Lions im Victoria Cup gegen ein NHL-Team antreten werden?
Es wird dann schon mehr darüber berichtet werden. Aber auch dieser Vergleich wird keine allzu hohen Wellen schlagen. Das ist wie der europäische Basketball oder Fussball: Das provoziert in Nordamerika einfach keine Schlagzeilen.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.01.2009, 11:51 Uhr

Programm & Resultate

Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.05EndeCipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 6:3 2:6
Stand: 27.05.2012 16:09
GP Monaco 2012 - Rennen
1:46:06.5571 Mark Webber
+0.6002 Nico Rosberg
+0.9003 Fernando Alonso
Stand: 28.05.2012 19:40
Keine Daten vorhanden
Playoff
EndeAarau - Sion1:0
Stand: 28.05.2012 18:12
Roland Garros WTA
28.05Live Radwanska - Jovanovski6:1 1:0
Roland Garros
28.05EndeFederer - Kamke6:2 7:5 6:3
28.05EndeDjokovic - Starace7:6 6:3 6:1
Stand: 28.05.2012 19:38
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Freundschaftsspiel
20:45Italien - Luxemburg
Stand: 13.04.2012 13:49
Roland Garros WTA
29.0512:15Cadantu - Scharapowa
Roland Garros
29.0514:15Bolelli - Nadal
Stand: 28.05.2012 18:26
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden

Sport

Populär auf Facebook Privatsphäre