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«Ich fühle mich total befreit»
Interview: Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 02.02.2010 7 Kommentare
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Ralph Krueger, an Olympia betreuen Sie nach 13 Jahren zum letzten Mal die Schweizer Eishockeyaner. Damit wird Ihr Vertrag mit Swiss Ice Hockey noch vor der A-WM in Deutschland aufgelöst.
Das ist richtig. Ich gebe mein Amt offiziell am 1. März ab.
Warum diese Massnahme?
Mit dem Turnier in Vancouver steht für das Schweizer Eishockey ein Höhepunkt der Geschichte auf dem Programm. Mit diesem Entscheid können wir uns ab sofort zu hundert Prozent auf die Winterspiele konzentrieren. Und nur das zählt, nur das ist wichtig. Es geht nicht um meine Person, sondern um die Nationalmannschaft und deren Erfolge.
Haben Aussagen des neuen Verbandspräsidenten Philippe Gaydoul vor Saisonbeginn - wie Krueger werde die WM in Deutschland nur als Schweizer Nationalcoach bestreiten, falls an Olympia mindestens Rang 8 herausschaue - einen Einfluss auf diese Entscheidung gehabt?
(überlegt) Es war bestimmt auch ein Faktor. Aber letztlich waren es mehrere Gründe, warum dieser Schritt vollzogen wurde. Schauen Sie, es geht um die Gegenwart und darum, was die beste Lösung für das Schweizer Eishockey ist. Jetzt steht nur noch Olympia im Vordergrund. Und mein Nachfolger – (Sean Simpson, Anm. d. Red.) – kann mit einem neuen Staff eine neue Epoche beginnen.
Hand aufs Herz: Wurden Sie entlassen oder haben Sie gekündigt?
Weder noch. Ich habe mir schon viele Gedanken in Bezug auf Olympia gemacht. Dieser Entscheidungsprozess hat sich sehr stark in den letzten zehn Tagen entwickelt. Und ich bin dann mit Peter Lüthi (Anm. der Red.: der General Manager von Swiss Ice Hockey) zusammengesessen. Wir haben lange offen und ehrlich, aber respektvoll diskutiert. Wir sind im Verlaufe des Gesprächs beide zu diesem Schluss gekommen, dass ich schon nach Olympia meinen Job beenden sollte. Gestern Abend war mir dann endgültig klar, dass ich das richtige machen werde und dass dieser Schritt das Beste ist. Ich denke da in erster Linie auch an die Spieler.
Sie wirken erleichtert...
Ja, ich fühle mich total befreit. Und wir alle haben jetzt Klarheit bezüglich meiner Situation. Ich muss es nochmals sagen: Dieser Entschluss ist das beste für das Schweizer Eishockey. Nun können wir uns alle auf Vancouver konzentrieren, die ganze Energie für dieses tolle Erlebnis verwenden. Für mich steht immer die Sache im Vordergrund. Schauen Sie: Eine Führungsperson muss auch Entscheidungen treffen können, und nicht nur darüber philosophieren.
Und nach Olympia? Was machen Sie dann?
Meine Frau und ich feiern am 4. April unseren 25. Hochzeitstag. Jetzt können wir diesen endlich einmal in Ruhe geniessen. Sie sucht schon Orte aus, wo wir hingehen werden. (lacht)
Eine A-WM ohne Ralph Krueger. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Haben Sie schon bei einem anderen Verband unterschrieben?
Nein. Aber wenn mein Sohn Justin im WM-Kader Deutschlands steht, gehe sich selbstverständlich an das A-Turnier, um ihn zu beobachten.
Sie bleiben nach dem olympischen Turnier dem Schweizer Eishockey weiterhin verbunden?
Auf jeden Fall. Ich bleibe ein Freund des Schweizer Eishockeys.
Und der vom Verbandspräsidenten vorgeschriebene Rang 8 in Vancouver? Ist das ein realistisches Ziel?
Ja. Wir wollen uns jetzt richtig ins Turnier hineinwerfen und die Schweiz ausgezeichnet präsentieren.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.02.2010, 14:32 Uhr
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7 Kommentare
Philippe Gaydoul hat wenig Ahnung vom Eishockey, leider hat er Ralph Krügers Arbeit nicht verstanden. Diese ist nicht hoch genug zu schätzen, schade das ein solcher Trainer gehen muss. Zu hoffen ist, dass das Schweizer Eishockey nach Olympia nicht von der Bildfläche verschwindet. Ich wette das die Schweiz in einem Jahr an der WM um den Abstieg kämpfen muss. Antworten
Kein Zweifel, Ralph Krüger hat sehr viel für das Schweizer Eishockey geleistet. Dass er nur noch an Olympia coacht, finde ich etwas seltsam. Es scheint, als würde man ihm kein Vertrauen mehr schenken! Ich hätte gerne die besten CH-Eishockeyspieler an diesem Highlight-Turnier gesehen! Dass Spieler teilnehmen, welche völlig ausser Form sind, finde ich absolut nicht ok! Antworten


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