Sport
«Ich bin besorgt»
Bildstrecke
Artikel zum Thema
- Siegreicher SCB, erstaunlicher SCL, desolater ZSC
- Zug problemlos in den Playoffs
- Grenzwerte um das 77-fache überschritten
Stichworte
Peter Zahner, selbst Sie waren am Samstag nach dem 0:3 gegen den EVZ entnervt. Was ist los mit den ZSC Lions?
Ich war enttäuscht, nicht entnervt. Enttäuscht über die Niederlage und vor allem die Art und Weise. Weil wir weitgehend chancenlos waren.
Sie kündigten nach dem Spiel ein Gespräch mit Bengt-Ake Gustafsson an. Was ist das Resultat?
Wir haben ein Gespräch geführt, bei dem natürlich auch Sportchef Edgar Salis und Assistenztrainer Henryk Gruth dabei waren. Solche Gespräche gibt es regelmässig, und der Sonntag bietet sich als freier Tag dafür an.
Und was war das Resultat?
Das gehört nicht in die Öffentlichkeit.
Sind Sie alarmiert über die Talfahrt der ZSC Lions?
Ich bin besorgt, ja. Wir haben zwar zehn Punkte Vorsprung auf den Strich, aber die trügen. Wenn es jemanden gibt, der denkt, unser Vorsprung sei komfortabel, ist er im falschen Film. Zudem bin ich darüber besorgt, dass wir nicht dort stehen, wo wir uns gesehen haben.
Kann man diese Saison schon abschreiben?
Auf keinen Fall. Wenn wir das Playoff erreichen sollten, beginnt eine neue Saison. Aber wir müssen jetzt Schritt für Schritt nehmen, zuerst einmal das Playoff schaffen. Am liebsten so schnell wie möglich.
Coach Bengt-Ake Gustafsson wirkt zusehends ratloser. Erreicht er die Mannschaft noch?
Ja. Momentan ist es sicher so, dass primär die Spieler in der Verantwortung stehen. Was sie auf dem Eis zu tun haben, ist klar. Doch sie können es nicht umsetzen. Man muss aber auch sehen, dass bei uns viele Junge spielen. Sie bekommen viel Eiszeit, und ich finde, sie müssen allmählich mehr Verantwortung übernehmen. Die Kräfte werden bei uns verteilt, also sind nicht nur die Routiniers gefordert.
Der Mannschaft fehlen die Leader.
Viele Schlüsselspieler haben mit sich selber zu kämpfen. Und wenn sie überall helfen wollen, bricht das Chaos aus. Wir müssen zurück zum einfachen Spiel.
Auch Owen Nolan wurde angesteckt. Er macht keinen besonders motivierten Eindruck mehr.
Motiviert ist er schon. Aber er kann momentan auch nicht die nötigen Impulse geben. Auch er kämpft mit sich selber.
Die Entlassung Colin Mullers wurde damit begründet, dass keine Entwicklung zu sehen sei. Doch viel hat sich nicht gebessert, oder?
Es wurden schon Dinge verändert. Die Kräfteverteilung etwa ist ganz anders, die Jungen bekommen viel Verantwortung. Manchmal haben wir Spiele, die Hoffnung machen. Etwa jenes gegen Kloten vor Weihnachten, das wir gut hätten gewinnen können. Aber dann kommen wieder niederschmetternde Auftritte wie beim 0:5 in Genf oder nun in Zug.
Der ZSC hat 20 Punkte weniger als letzte Saison zu dieser Zeit. Ist die Transferpolitik fehlgeschlagen?
Die Resultate sprechen eine deutliche Sprache. Aber wenn wir das Playoff erreichen sollten, hätten wir nochmals eine Chance, es besser zu machen.
Viel Spielraum gibt es für nächste Saison nicht. Sie könnten höchstens Severin Blindenbacher zurückholen und zwei Ausländer auswechseln.
Das wären doch einschneidende Änderungen. Manchmal kann ein Transfer einem Team ein ganz anderes Gesicht geben. In der Meistersaison veränderte sich viel, als Sejna für MacLean kam.
Diesen Winter kamen viele namhafte Spieler auf dem Markt. Wieso waren die ZSC Lions so passiv?
Es liefen viele Verträge aus, aber faktisch waren viele Spieler gar nicht auf dem Markt. Bei Dubé und Gamache war klar, dass sie im Raum Bern bleiben wollten. Bei Diaz wusste jeder, dass er nur den Markt testet, um seinen Vertrag in Zug aufzubessern. Bei Brunner war es dasselbe. Plüss und Rüthemann wollten in Bern bleiben. Bei Simon Moser ging es darum, ob er in Langnau bleiben oder nach Davos gehen würde.
Müsste man die ZSC Lions nicht durchschütteln?
Durchschütteln wäre ein Housecleaning. Das ist sicher nicht nötig. Der Umbau wurde schon vor einem Jahr eingeläutet. Nun wird es weitere punktuelle Veränderungen geben. Breitbach etwa können wir mit seiner Grösse und Reichweite gut gebrauchen in unserer leichtgewichtigen Abwehr.
Spielraum haben Sie beim Trainer. Ist Arno Del Curto kein Thema?
Wir entscheiden die Trainerfrage erst, wenn wir das Playoff geschafft haben. Schon vor meiner Zeit wurde Arno mehrmals angefragt, doch er blieb immer in Davos. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er wechselt. Er wird wohl mit 90 in Davos in den Ruhestand gehen.
Sie haben inzwischen die Machbarkeitsstudie für das Hallenprojekt in Schlieren erhalten. Was sind die Resultate?
Wir haben die Studie erhalten, nun gilt es, sie auszuwerten. Die Studie wurde gemeinsam mit der Stadt Zürich erarbeitet. Die Stadt und wir werden Ende Januar zu einer Orientierung einladen. Da presche ich sicher nicht vor.
Zeigt die ewige Stadiondiskussion, auch im Fussball dass die Stadt den Sport zu wenig unterstützt?
Die Infrastrukturproblematik in Zürich könnte man in zwei Sätzen zusammenfassen: Wir haben eine wunderschöne Leichtathletik-Arena, die leider nicht geeignet ist für Fussball. Und wir haben eine wunderschöne Event-Arena Hallenstadion, die leider nicht geeignet ist für Eishockey. Das ist einfach eine Tatsache. Aber man arbeitet daran, die Situation zu verbessern. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.01.2011, 07:37 Uhr
Sport
Am und auf dem kühlen Nass
Erleben Sie erfrischende Ausflüge mit SBB RailAway am und auf dem kühlen Nass.
Online-Wettbewerb
Wir feiern - Sie profitieren. Einen Tag lang freie Fahrt ab CHF 25.- mit Bahn, Bus und Schiff im gesamten BLS-Gebiet.



Sportbilder der Woche






















