Gut, aber noch nicht perfekt
Von Emil Bischofberger. Aktualisiert am 10.03.2010 2 Kommentare
19.45 Uhr war es, wie üblich, als gestern Abend der erste Puck eingeworfen wurde. Ansonsten war beim SCB wenig so wie sonst. Die Mannschaft hatte richtig auf diesen Abend gebrannt, auf den sie - um mit Trainer Huras’ Symbolik zu sprechen - seit dem 1. August hingearbeitet hatte. Diese Laufbereitschaft, dieser Einsatzwille, diese Emotionen. «Den PlayoffModus kann man nicht einfach an- und abstellen. Dafür haben wir seit Monaten gearbeitet», sagte der Captain, Doppeltorschütze und beste Berner Jean-Pierre Vigier. «Das vielleicht beste Drittel der letzten Monate», nannte es Trainer Huras. Nach etwas mehr als einer Minute Spielzeit hätte es 3:0 stehen können. Aber die Abschlussschwäche, die die Berner bereits in der Qualifikation manchmal am Siegen gehindert hatte, blieb als eine der wenigen Konstanten.
Doch die Tore fielen, mussten fallen, derart aufsässig agierten die Berner. Die Schussstatistik des ersten Drittels lautete 15:6 - und war ein sehr genaues Abbild des Gebotenen. 3:1 lautete das Zwischenresultat, was eher zu knapp war, zog man auch die Qualität der Chancen in Erwägung. Er habe in der ersten Pause versucht positiv zu bleiben, sagte Lugano-Trainer Philippe Bozon. Doch nach 24 Minuten glückte den Bernern in doppelter Überzahl gar das 4:1. Danach war die Luft ein wenig draussen. Bei den Luganesi, die sich nun aufgaben, bei den Bernern, die nicht mehr mit derselben Intensität in die Zweikämpfe gingen, und beim Publikum, das sich durch das Gebotene nicht gezwungen sah, bereits im ersten Spiel die Stimmbänder bis zur Heiserkeit zu reizen. Das Nachlassen bemängelte auch Huras. «Für uns kann es nur eine Devise geben: Pedal to the medal», gab er die Team-Order bekannt.
Zwei haltbare Treffer
Zum perfekten Spiel fehlte dem Qualifikationssieger doch das eine oder andere Puzzlestück. Andererseits zählen an diesem Punkt der Saison solche Dinge nicht mehr - so lange das Resultat stimmt. Nur: Um einen aufsässigeren Gegner zu besiegen, wird es (noch) mehr brauchen. Das fängt bei Goalie Bührer an, der trotz selbst deklarierter Top-Form zwei haltbare Treffer zwischen den Beinen kassierte. Und das geht weiter zum Powerplay, wo sich das Team auch gestern sehr umständlich anstellte im Herausspielen von guten Abschlusspositionen.
Aber eben: Für diesen Viertelfinalgegner reicht auch eine gute Leistung mit Abstrichen vollends. Das Tessiner Trainergespann Bozon/Bertaggia wirkte fast schon hilflos, als ab Spielmitte primär die Schiedsrichter an jeder misslungenen Aktion verantwortlich waren. «Es nervt mich, wenn ein Referee seine Aufgabe nicht wahrnimmt», sagte Bozon, «aber wir wurden nicht von ihnen geschlagen.» Sein Team agierte blutarm, nein, blutleer. Völlig emotionslos liessen sich die so talentierten Spieler von den kämpferischen Bernern dominieren. Dazu passte, dass mit Murray und Vauclair nicht die Torschützen vom Dienst für die Tessiner Lebenszeichen sorgten. Und hinten sorgten Aebischers Abpraller permanent für Gefahr.
Folgt morgen in der Resega nicht eine deutliche Steigerung des HC Lugano, könnte der zweite SCB-Sieg schon eine Vorentscheidung in der Serie bedeuten. Werden wir ein anderes Lugano sehen? «On verra», sagte Bozon und lächelte. (Der Bund)
Erstellt: 10.03.2010, 09:42 Uhr

marco marc
Ich frage mich schon ein wenig, weshalb die monumentale Nichtleistung eines Lee Goren in den Zeitungen nicht Thematisiert wird... Für mich war Er gestern zum wiederholten mal ein Totalausfall und der schlechteste Berner auf dem Eis. Für so einen flügellahmen und unbegabten Techniker brauchen wir also wirklich keine Ausländerlizenz zu verschwenden... Schade Antworten