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«Gegen Frankreich zu verlieren ist nicht akzeptabel»
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A-WM in Helsinki und Stockholm
Gruppe A, Samstag:
Slowakei - Weissrussland 5:1 (1:0, 4:1, 0:0)
Schweiz - Frankreich 2:4 (1:0, 1:2, 0:2)
Kasachstan - Kanada 0:8 (0:1, 0:2, 0:5)
Tabelle:
1. Kanada 6 5 0 1 0 30 : 14 16
2. Finnland 5 4 0 0 1 17 : 8 12
3. USA 5 2 2 0 1 22 : 15 10
4. Slowakei 5 3 0 0 2 15 : 9 9
-------------------------------------
5. Frankreich 5 2 0 0 3 15 : 26 6
6. Schweiz 5 2 0 0 3 14 : 15 6
7. Weissrussland 5 1 0 0 4 9 : 16 3
-------------------------------------
8. Kasachstan 6 0 0 1 5 10 : 29 1
Telegramm:
Schweiz - Frankreich 2:4 (0:1, 2:1, 0:2)
Hartwall Arena, Helsinki. - 9155 Zuschauer. - SR Jablukov/Lärking (De/Sd), Scheljanin/Wilmot (Russ/Ka). - Tore: 18. Auvitu (Hecquefeuille, Meunier/Ausschluss Bieber) 0:1. 33. (32:44) Teddy da Costa (Bertrand, Roussel) 0:2. 34. (33:14) Damien Brunner (Philippe Furrer, Blindenbacher) 1:2. 36. Damien Brunner (Romy) 2:2. 47. (46:21) Meunier (Ausschluss Bezina) 2:3. 48. (47:05) Stéphane da Costa (Bellemare, Amar/Ausschluss Bezina) 2:4. - Strafen: 3mal 2 plus 5 Minuten plus Matchstrafe (Bezina) gegen die Schweiz, 5mal 2 Minuten gegen Frankreich.
Schweiz: Stephan; Du Bois, Bezina; Streit, Blindenbacher; Josi, Sbisa; von Gunten, Philippe Furrer; Damien Brunner, Romy, Hollenstein; Wick, Ambühl, Bieber; Seger, Monnet, Rüthemann; Niederreiter, Trachsler, Benjamin Plüss.
Frankreich: Huet; Hecquefeuille, Bachet; Rouleau, Amar; Auvitu, Besch; Yorick Treille, Meunier, Desrosiers; Guttig, Bellemare, Stéphane da Costa; Bertrand, Henderson, Roussel; Fleury, Teddy da Costa, Raux.
Bemerkungen: Schweiz ohne Sprunger, Simon Roser, Rubin (alle verletzt), Flüeler (überzählig) und Berra (Ersatztorhüter), Frankreich ohne Sacha Treille (gesperrt). Guttig verletzt ausgeschieden (46.). Pfostenschuss Niederreiter (11.). Lattenschuss Monnet (46.). Timeout Schweiz (57:58). Schweiz ab 57:29 ohne Torhüter. - Schüsse: Schweiz 43 (15-17-11); Frankreich 27 (7-11-9). - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 0/2; Frankreich 3/2.
Kasachstan - Kanada 0:8 (0:1, 0:2, 0:5)
Hartwall Arena, Helsinki. - 4151 Zuschauer. - SR Jerabek/Patafie (Tsch/USA), Dahmen/Schulz (Sd/De). - Tore: 16. Phaneuf (Getzlaf/Ausschluss Jakowenko) 0:1. 33. Perry (Keith, Bouwmeester) 0:2. 38. Burrows (Eberle, Keith/Ausschluss Perry!) 0:3. 43. (42:57) Evander Kane (Perry, Getzlaf) 0:4. 44. (43:39) Tavares (Eberle, Russell) 0:5. 44. (43:47) Purcell (Benn) 0:6. 46. (45:53) Phaneuf (Getzlaf, Keith) 0:7. 57. Nugent-Hopkins (Sharp, Ladd) 0:8. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Kasachstan, 5mal 2 Minuten gegen Kanada. - Bemerkungen: Kanada mit Dubnyk im Tor.
Slowakei - Weissrussland 5:1 (1:0, 4:1, 0:0)
Hartwall Arena, Helsinki. - 9032 Zuschauer. - SR Levonen/Reiber (Fi/Sz), Kilian/Puolakka (No/Fi). - Tore: 7. Sekera (Baranka, Handzus) 1:0. 24. (23:16) Radivojevic (Sekera) 2:0. 25. (24:58) Miklik (Mikus, Tatar) 3:0. 26. (25:48) Kopecky (Radivojevic) 4:0. 27. (26:56) Mikus (Tatar, Miklik) 5:0. 35. Kaljuschni (Andrej Kostizyn, Sergej Kostizyn/Ausschluss Granak) 5:1. - Strafen: 4mal 2 plus 10 Minuten (Surovy) gegen die Slowakei, 4mal 2 Minuten gegen Weissrussland.
Gruppe B, Stockholm:
Norwegen - Lettland 3:0 (1:0, 2:0, 0:0)
Deutschland - Dänemark 2:1 (0:0, 1:1, 1:0)
Italien - Schweden 0:4 (0:2, 0:1, 0:1)
Tabelle:
1. Russland 5 5 0 0 0 21 : 8 15*
2. Schweden 6 5 0 0 1 25 : 15 15*
3. Tschechien 5 3 1 0 1 16 : 8 11*
4. Norwegen 5 2 0 1 2 15 : 13 7
-----------------------------------
5. Lettland 5 2 0 0 3 11 : 13 6
6. Deutschland 5 2 0 0 3 9 : 11 6
7. Italien 6 0 1 0 5 6 : 27 2
-----------------------------------
8. Dänemark 5 0 0 1 4 9 : 17 1
* = in den Viertelfinals
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Das umformierte Schweizer Eishockey-Nationalteam steht an der WM in Helsinki mit dem Rücken zur Wand. Gegen Frankreich setzt es mit dem 2:4 die erste WM-Niederlage seit zwölf Jahren ab. Knackpunkt der Partie war, als Goran Bezina im Schlussdrittel für einen Check gegen den tief gehaltenen Kopf von Anthony Guttig mit einer direkten Matchstrafe belegt wurde. Die Franzosen nutzten die fünfminütige Überzahl schon in den ersten beiden Minuten des Powerplays zu einem Doppelschlag von Laurent Meunier (47.) und Stéphane da Costa (48.) zum 4:2 aus.
Die Schweizer hatten gegen die aufsässigen Franzosen schon in der ersten Hälfte der Partie grosse Mühe bekundet. Das Team von Nationaltrainer Sean Simpson machte sich das Leben mit einer hohen Eigenfehlerquote, einer teilweise ungenügenden Passqualität sowie Abstimmungsproblemen selbst schwer.
Brunners Doppelschlag brachte Hoffnung zurück
Damien Brunner hatte im Mitteldrittel mit einem Doppelschlag innerhalb von 110 Sekunden für den Gleichstand zum 2:2 gesorgt und damit den Schweizern die Hoffnung zurückgebracht. Der Topskorer der NLA-Qualifikation realisierte damit sein zweites Doppelpack im Nationalteam. Doch die Wende blieb auch wegen Bezinas Matchstrafe (er ist damit automatisch für das Spiel vom Sonntag gegen die Slowakei gesperrt) aus.
Dabei waren die Schweizer mit zwei Ruhetagen in die Partie gegen die Franzosen gegangen. Frankreich als letztjähriger WM-Zwischenrunden-Teilnehmer (Top 12) kassierte dagegen am Donnerstag noch eine 1:7-Ohrfeige von Titelverteidiger Finnland. Letztmals hatten die Schweizer 2000 in St. Petersburg gegen die Franzosen den Kürzeren gezogen. Jene Niederlage korrigierten die Schweizer aber einen Tag später mit dem 3:2-Sensationssieg gegen den damaligen WM-Gastgeber Russland.
Auch direktes Olympiaticket ist gefährdet
Nicht nur das Erreichen der Viertelfinals ist durch die unerwartete Niederlage gefährdet. Selbst die direkte Olympia-Qualifikation (Platz 9 in der Weltrangliste, vor der WM belegten die Schweizer Rang 7) droht nun zu entgleiten.
Die Schweizer können trotz der nicht einkalkulierten Niederlage den Vorstoss die Viertelfinals noch aus eigener Kraft schaffen. Allerdings sind dafür zwei abschliessende Vorrunden-Siege innerhalb der regulären Spielzeit gegen die Slowakei (morgen Sonntag) und die USA (Dienstag) gefordert.
Streits Ärger, Josis Enttäuschung
Nach der Partie zeigte sich Captain Mark Streit verärgert über die schwache Leistung. «Ich habe die Szene mit Bezina nicht gesehen. Wir fühlten uns eigentlich nach dem 2:2 recht gut», meinte der Berner gegenüber SF. «Solche Gegentreffer im Boxplay können die Differenz ausmachen. Aber gegen Frankreich zu verlieren ist nicht nur bitter, sondern auch nicht akzeptabel», sprach der NHL-Verteidiger Klartext. Waren die vielen Umstellungen ein Grund für die Niederlage? Streit winkte ab: «Im Nachhinein ist man immer schlauer. Wir Spieler sind für die Niederlage verantwortlich.»
Roman Josi hatte sich sein WM-Debüt anders vorgestellt. «Es lief mir eigentlich nicht schlecht, aber ich fühlte mich schon noch ein wenig müde», erklärte der Verteidiger der Nashville Predators, der am Freitag in Helsinki angekommen war. «Es war kein gutes Spiel von uns, vor allem im Boxplay. Das war letztlich entscheidend für die Niederlage.Wir haben auch zu wenig Druck gemacht.» Sind die Felle in Helsinki schon davongeschwommen? Sowohl Streit als auch Josi mochten sich dazu noch nicht äussern. Zu enttäuscht waren beide bestandene NHL-Profis nach der missglückten Vorstellung gegen die tapferen und herzhaft kämpfenden Franzosen.
Simpsons Kritik an Spieler und Schiedsrichter
Für den Schweizer Nationaltrainer Sean Simpson ist unklar, weshalb sein Team die Intensität aus den vier vorangegangen WM-Spielen nicht mal ansatzweise erreichte. «Wir hatten durch die beiden Ruhetage eindeutig an Rhythmus verloren, obschon mir die Spieler am Vortag im Training noch einen spritzigen Eindruck hinterlassen hatten.»
Doch in der Partie seien «zu viele Spieler» unter ihrem Leistungsvermögen geblieben. Zudem seien im Boxplay, in dem die Schweizer drei Gegentore kassierten, nicht die besprochenen Laufwege zur Unterbindung der gegnerischen Passlinien eingehalten worden. Simpson weiter: «Ich bin zudem auch nicht glücklich über den Schiedsrichter-Entscheid wegen Bezina. Zwei Spieler kämpften um den Puck. Unser Spieler rannte den Gegner um. Es war aus unserer Sicht nicht einmal eine Strafe.» (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.05.2012, 18:14 Uhr
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