Fehlstart der SCL Tigers
Von Werner Schweizer. Aktualisiert am 10.03.2010
Rapperswil legte die Basis mit einem frühen Tor nach doppelter Unterzahl der Langnauer und dem 2:0 nach einer Einzelleistung von Stacy Roest im Powerplay. Für die Entscheidung sorgte Matt Murley mit einem Konter im dritten Drittel. Das waren aber schon fast alle guten Aktionen der Lakers, die nach der ersten Pause in bekannte Muster zurückfielen und statisch, manchmal fast schläfrig wirkten. Das Murren auf den schwach besetzten Rängen war dann unüberhörbar.
Roger Bader, der zuletzt den Erstligisten Uzwil betreute, freute sich danach über seinen Einstand. «Ein Zu-Null ist nach fünf Niederlagen in Folge ist immer gut für das Selbstvertrauen. Aber wir sind weit entfernt davon, euphorisch zu sein oder zu werden. Wir waren besser als die Tigers, aber es braucht auf jeden Fall eine Steigerung in den nächsten Spielen.»
Der ehemalige Assistent von Wladimir Jursinow in Kloten ist der vierte Coach der Lakers in der laufenden Saison nach Raimo Summanen, John Slettvoll und Christian Weber, der gegen seinen ehemaligen Klub nicht an der Bande stehen darf. Weber hielt über ein Headset von einer Loge hoch über dem Eis Kontakt mit dem Ausbildungschef Roland Schmid und Bader. Es seien keine Anweisungen, sondern Tipps gewesen, sagte Bader. Diese beschränkten sich aber auf ein Minimum. In den Pausen diskutierten die beiden Trainer das Spiel intensiv.
Manzato als Matchwinner
Bader und Weber waren sich einig, dass es am gestrigen Abend die hervorragende Leistung von Goalie Daniel Manzato gebraucht hatte, der keine Abpraller und Rebounds zuliess und in Druckphasen der Gäste die Übersicht behielt. Erstaunlich gut hielt sich erneut auch Markus Bütler, der während der Verletzungswelle aus der 2. Liga zurückgeholt worden war. Dass der Center keineswegs abfiel, ist ein gutes Zeichen für ihn, aber nicht unbedingt für den Zustand der Mannschaft, die zu allem Überfluss gestern auch noch Verteidiger Geyer mit einem Fingerbruch verlor.
Den Lakers kam entgegen, dass die Tigers in den ersten Minuten überhaupt nicht im Spiel waren und eine ganze Serie von Strafen kassierten. Nach dem 0:2 war das Bemühen augenfällig, die läuferischen Vorteile auszunutzen. In der offensiven Zone blieben die Tiger mit ihren Schüssen aus ungünstigen Positionen aber harmlos. Sie erkämpften sich zwei, drei Topchancen, vermochten insgesamt aber zuwenig Druck zu entwickeln. Ein Ärgernis war die Darbietung des Ausländerquartetts. Das Missfallen an der Aufgabe war Alexander Daigle bei jedem Einsatz fast im Gesicht abzulesen.
Es ist anzunehmen, dass die Tiger unter Trainer Konstantin Kuraschew morgen Donnerstag in der Ilfishalle aus den Fehlern ihre Lehren ziehen. Immerhin sind sie die absoluten Routiniers im Playout. Seit dem Aufstieg 1998 ist das im Frühling jeweils ihr Rettungsanker. (Der Bund)
Erstellt: 10.03.2010, 09:27 Uhr
