Sport
«Es macht Spass, in der Schweiz zu spielen»
Interview: Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 24.10.2012
Das Urteil des Experten
Der Zürcher Thomas Roost, NHL-Scout und Experte im Eishockey, schaute sich die NLA-Partie ZSC Lions - EV Zug (3:2 n. P.) an. Natürlich beobachtete er auch den schwedischen Profi Henrik Zetterberg, den Center der Detroit Red Wings. Die Analyse von Roost: «Man hat doch gesehen, dass seine Beine noch schwer waren. Oder anders ausgedrückt: Er war noch nicht so explosiv wie üblich. Aber das ist verständlich, denn meistens kommt bei einem Spieler, der länger pausiert hat, nach einem überraschend guten Start eine gewisse Baisse. Diese Explosivität wird zurückkommen, sobald Zetterberg mehr Eiszeit und Spielpraxis haben wird.
Positiv ausgefallen sind seine Übersicht und Spielintelligenz. Sogar unter Druck kann Zetterberg haargenaue Pässe spielen. Er ist auch immer gut für einen magischen Moment, nicht zuletzt, weil er die Körpertäuschungen beherrscht. Er ist ein kompletter Stürmer, der auch das Backchecking nicht vergisst. Deshalb gilt er auch als einer der besten Zweiweg-Center überhaupt. Sobald er mehr Spielpraxis hat, wird das noch mehr zum Ausdruck kommen. Der EVZ hat mit der Formation Damien Brunner, Henrik Zetterberg und Linus Omark die offensiv stärkste Reihe in der Schweiz.» (fal)
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NLA
50. Runde
| 26.02. | Bern - ZSC Lions | 2 : 7 |
| 26.02. | Biel - Zug | 3 : 0 |
| 26.02. | Davos - Ambri | 7 : 3 |
| 26.02. | Lakers - Fr. Gotteron | 3 : 4 |
| 26.02. | Lugano - Kloten Flyers | 2 : 1 |
| 26.02. | SCL Tigers - Servette | 1 : 3 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U+ | U- | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Fr. Gotteron | 50 | 24 | 11 | 5 | 10 | 163:123 | 99 |
| 2. | Bern | 50 | 27 | 3 | 5 | 15 | 169:117 | 92 |
| 3. | Zug | 50 | 26 | 3 | 7 | 14 | 172:154 | 91 |
| 4. | ZSC Lions | 50 | 24 | 7 | 3 | 16 | 152:131 | 89 |
| 5. | Davos | 50 | 22 | 4 | 7 | 17 | 170:152 | 81 |
| 6. | Lugano | 50 | 21 | 5 | 7 | 17 | 163:139 | 80 |
| 7. | Servette | 50 | 23 | 4 | 3 | 20 | 146:139 | 80 |
| 8. | Biel | 50 | 19 | 5 | 5 | 21 | 160:161 | 72 |
| 9. | Kloten Flyers | 50 | 16 | 8 | 5 | 21 | 151:137 | 69 |
| 10. | Ambri | 50 | 14 | 4 | 3 | 29 | 128:178 | 53 |
| 11. | Lakers | 50 | 13 | 4 | 6 | 27 | 139:207 | 53 |
| 12. | SCL Tigers | 50 | 10 | 3 | 5 | 32 | 117:192 | 41 |
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Ihre erste Niederlage auf Schweizer Eis ist Tatsache. Sind Sie enttäuscht?
Man ist immer enttäuscht, wenn man als Verlierer vom Eis geht. Aber wir haben im mittleren Abschnitt und am Schluss zu viele Strafen genommen. Das hat uns den Rhythmus gebrochen, wohl auch zu viel Kraft gekostet.
Sie haben den Penalty souverän verwertet, sind aber gegen die ZSC Lions für einmal ohne Skorerpunkt geblieben.
Wichtig ist immer das Wohl und der Erfolg der Mannschaft. Zürich war ein starker Gegner und ist immerhin der Schweizer Meister. Das Team ist sehr ausgeglichen besetzt, es hat vier starke Blöcke, die Druck erzeugen können.
Sie stürmen an der Seite von Damien Brunner und Landsmann Linus Omark. Fühlen Sie sich wohl in dieser Reihe?
Ich bin ja noch nicht so lange hier. Ich darf aber festhalten, dass ich mit meinen Partnern Damien und Linus mittlerweile recht gut harmoniere. Wir sind eine Linie, die Qualität mit sich bringt. Damien ist ein Stürmer, der schnell ist und den Abschluss sucht. Und Linus ist technisch ein sehr versierter Spieler. Es macht Spass, mit den beiden eine Reihe zu bilden.
Dazu kommt, dass Sie eine glänzende Übersicht besitzen und einer der wenigen Zweiwegstürmer im Eishockey sind.
Man tut, was man kann. Ich versuche, offensiv und defensiv meinen Job zu erledigen.
Erlauben Sie mir doch die Ansicht, dass ich das Gefühl hatte, dass sie gegen den ZSC schwere Beine hatten. Oder täuscht dieser Eindruck?
Wirklich? War das so? Diesen Eindruck kann ich nicht teilen. Ich fühlte mich eigentlich so gut wie in meinen ersten Spielen mit Zug.
Aber Sie hatten ja seit der A-WM 2012 im Mai keine Spiele mehr bestritten, bevor Sie hierherkamen. Das muss doch schwierig sein, den Fitnessstand zu konservieren.
Natürlich, das ist nicht einfach. Sowohl mein Fitnesszustand als auch das Schlittschuhlaufen könnten tatsächlich auch besser sein. Ich bin auch in die Schweiz gekommen, weil mir die Ernstkämpfe in Nordamerika sichtlich fehlten. Ich wurde auch langsam ungeduldig.
Sie haben 777 NHL-Matches hinter sich und generell eine grosse internationale Erfahrung. Ganz ehrlich, wie stufen Sie die NLA ein?
Ich bin ja erst seit kurzer Zeit hier und habe bisher nur drei Spiele absolviert. Aber was ich gesehen habe, lässt mich zum Schluss kommen, dass das Niveau gut, dass das Tempo in der Liga recht hoch ist. Die Fans machen im Stadion begeistert mit. Ich muss sagen: Es macht Spass, in der Schweiz zu spielen.
Und was halten Sie vom temporären Arbeitgeber?
Der EV Zug macht mir den Eindruck einer sehr guten Organisation.
Verbringen Sie die nächste Zeit alleine in der Schweiz?
Nein, ich freue mich auf die Ankunft meiner Frau. Sie reist noch in dieser Woche in die Schweiz. Dann werden wir auch eine Wohnung beziehen.
Sie nehmen als Mitglied des Verhandlungskomitees der Spielergewerkschaft eine wichtige Rolle im Arbeitskampf in der NHL ein. Ist der Konflikt bald beigelegt oder dauert der Lockout noch lange an?
Es ist schwierig, eine Prognose abzugeben. Aber nichts hat sich an den Positionen geändert. Was ich sagen kann: Der Puck liegt nun bei den Clubbesitzern.
Dann dürfen die Fans Sie noch längere Zeit auf Schweizer Eis bewundern?
Ich kann Ihnen keine klare Antwort geben, wie lange der Lockout noch dauern wird. Aber wie ich schon erwähnt habe: Es macht Freude und Spass, bei diesem Club und in dieser Liga zu spielen.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.10.2012, 10:33 Uhr




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