Es kommt nicht darauf an, wer spielt, sondern wie sie spielen

Das Schweizer Eishockey-Nationalteam hat an der WM einen wichtigen Schritt nach vorne getan.

Patrick Fischer hat das Risiko etwas reduziert, ohne deswegen in die alte Schweizer Defensivtaktik zurück zu fallen.

Patrick Fischer hat das Risiko etwas reduziert, ohne deswegen in die alte Schweizer Defensivtaktik zurück zu fallen. Bild: Keystone

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Immer diese Schweden! Wenn die Schweizer Eishockeyaner einmal in Schwung geraten sind und alles möglich scheint, kommen die kühlen Nordländer und ziehen den Stecker. So war es in den WM-Halbfinals 1992 und 98, in Turin 2006 nach dem Coup gegen Kanada und im WM-Final 2013. Und nun eben auch in Paris.

Trotzdem war die ganze Liebesmüh nicht umsonst. Die WM unter dem Eiffelturm war nach Jahren der Irrungen und Wirrungen der Schritt nach vorne, den das Schweizer Eishockey so dringend gebraucht hat.

15 Punkte in der Vorrunde, Siege über Kanada und Tschechien – und das, indem die Schweizer mitspielten. Nicht wie früher, als sie sich zurück­zogen und auf das Spiel des Lebens ihres Goalies hofften. Sowohl die Resultate wie auch die Art und Weise waren erfreulich.

Die drei Grundpfeiler des Schweizer Erfolgs

Unser Eishockey basiert international immer noch auf drei Grundpfeilern: auf guter Organisation, einem starken Torhüter und den läuferischen Fertigkeiten. In Moskau 2016 hatten die Organisation und der Goalie gefehlt, es resultierte Rang 11. Jetzt stimmten alle drei Punkte, und man sah, wie weit dies die Schweizer tragen kann.

Patrick Fischer nahm etwas Risiko heraus, liess die Verteidiger konservativer spielen. Aber er fordert von seinen Spielern weiter, dass sie mit dem Puck etwas kreieren, ihn nicht einfach preisgeben. Das ist richtig.

Eindrücklich, wie solidarisch das Team kämpfte

Der Nationalcoach musste viele Absenzen hinnehmen, doch Paris zeigte, dass gar nicht so wichtig ist, wer spielt. Sondern wie man spielt. Es war eindrücklich zu sehen, wie solidarisch die Schweizer kämpften, und wie ihr Selbstvertrauen mit jedem Sieg stieg.

Das Schweizer Eishockey steht vor aufregenden Jahren. Bald folgt Pyeongchang 2018, 2020 steht dann die Heim-WM an. Zu meinen, es laufe automatisch noch besser, wenn mehr NHL-Cracks dabei sind, wäre indes ein Trugschluss. Die Schweizer haben an der WM eine gute Basis geschaffen. Sie haben gezeigt, was ihr Weg zum Erfolg ist. Auf diesem gilt es fortzufahren. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.05.2017, 23:57 Uhr

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