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Ein starker Abschied – falls es einer war
Von Emil Bischofberger. Aktualisiert am 05.01.2013
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Klar, es war der HC Davos, der zu Gast war in der Postfinance-Arena. Der liebste Gegner der SCB-Fans. Auch deshalb kamen sie gestern Abend zahlreich und sorgten zum dritten Mal in dieser Saison (und zum zweiten Mal gegen die Bündner) für ein mit 17'131 Zuschauern ausverkauftes Stadion.
Ebenso wichtig für viele Match besucher dürfte die Situation im NHL-Lockout gewesen sein. «Wenn es in Nordamerika noch zu einer Einigung kommt, dann sehen wir unsere NHL-Spieler dieses Wochenende zum letzten Mal», sagt Sportchef Sven Leuenberger. Es war also die letzte Chance, John Tavares, Mark Streit und Roman Josi noch einmal in der Heimstätte zu bewundern.
Die angesprochenen drei beurteilen die Situation ganz offensichtlich ähnlich – so gingen sie jedenfalls zu Werke. Höchst bemüht, sich mit einem perfekten Spiel zu verabschieden. John Tavares tat dies, indem er die erste Sturmformation Angriff für Angriff inspirierte, zwei Tore auch initiierte. Nur sein Abschiedstor wollte ihm nicht gelingen, da konnten die Chancen noch so gut sein.
Streits dominante Leistung
Mark Streit hätte ebenfalls gern sein achtes Tor erzielt, «begnügte» sich dann aber damit, eine seiner dominantesten Leistungen im SCB-Trikot zu zeigen. Dass die nur mit einem Assist belohnt wurde, lag primär daran, dass im ersten Drittel die Berner das Geschehen prägten wie selten in dieser Saison (13:3 Schüsse zeugten davon), aber im Abschluss reihenweise sündigten. Nach dem Spiel gab er im Unterleibchen der Islanders Auskunft und musste zugeben: «Es war schon im Hinterkopf, dass es das letzte Spiel sein könnte.»
Roman Josi schliesslich zeigte ein weiteres Mal, wieso er es mit seinen 22 Jahren in der NHL bereits zum anerkannten Stammspieler gebracht hat: Durch seine defensive Abgeklärtheit und seine Ruhe in der Angriffsauslösung. Bei ihm war der Wille, etwas besonderes zu kreieren, am wenigsten spürbar. Er sagte: «Ich denke nicht: ‹Heute muss ich mehr machen, weil es das letzte Heimspiel ist.›» Die Nüchternheit gründete wohl auch in der Tatsache, dass es für ihn kein Novum war, mit dem SCB zu spielen.
Lob für Kampfbereitschaft
Was bleibt sonst von diesem Spiel zurück? Der SC Bern zeigte eine deutliche Steigerung nach der durchzogenen Darbietung in Zürich. Was auch Trainer Antti Törmänen zufrieden zur Kenntnis genommen hatte. Er lobte die Kampfbereitschaft seiner Equipe. Generell hatte ihm der Auftritt gefallen, zumal sie sich in der Besprechung vor dem Spiel vorgenommen hatten, ihren NHL-Gästen eine spezielle Abschiedsvorstellung zu bieten. «Darauf hat das Team gut reagiert.»
Konkret waren sie in der neutralen Zone so aggressiv gewesen, dass der HCD zwei Drittel lang kaum ein Bein vors andere gebracht hatte. In dem Zusammenhang kam auch die Erkenntnis, dass die Klagelieder von HCD-Trainer Arno Del Curto für einmal keine Plattitüden sind. Sein Team wird in dieser Verfassung tatsächlich bis zum Schluss kämpfen müssen um seine Playoff-Qualifikation. (Der Bund)
Erstellt: 05.01.2013, 08:53 Uhr
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