Ein minimalistischer SCB
Von Emil Bischofberger. Aktualisiert am 06.02.2012
NLA
50. Runde
| 25.02. | Bern - Ambri | 1 : 4 |
| 25.02. | Biel - Davos | 1 : 4 |
| 25.02. | Kloten Flyers - Fr. Gotteron | 3 : 2 |
| 25.02. | SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers | 1 : 3 |
| 25.02. | ZSC Lions - Servette | 3 : 0 |
| 25.02. | Zug - Lugano | 0 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U+ | U- | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Zug | 50 | 24 | 8 | 10 | 8 | 173:131 | 98 |
| 2. | Davos | 50 | 27 | 7 | 3 | 13 | 155:117 | 98 |
| 3. | Fr. Gotteron | 50 | 26 | 6 | 4 | 14 | 156:120 | 94 |
| 4. | Kloten Flyers | 50 | 27 | 2 | 6 | 15 | 158:117 | 91 |
| 5. | Bern | 50 | 23 | 6 | 6 | 15 | 153:130 | 87 |
| 6. | Lugano | 50 | 21 | 5 | 6 | 18 | 152:150 | 79 |
| 7. | ZSC Lions | 50 | 19 | 8 | 4 | 19 | 136:129 | 77 |
| 8. | Biel | 50 | 19 | 4 | 3 | 24 | 114:128 | 68 |
| 9. | Servette | 50 | 16 | 5 | 9 | 20 | 117:126 | 67 |
| 10. | SCL Tigers | 50 | 13 | 5 | 3 | 29 | 124:166 | 52 |
| 11. | Ambri | 50 | 10 | 6 | 7 | 27 | 102:153 | 49 |
| 12. | Rapperswil-Jona Lakers | 50 | 12 | 1 | 2 | 35 | 99:172 | 40 |
Bern - Biel 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)
PostFinance-Arena: 15'607 Zuschauer. - SR Kämpfer/Prugger, Bürgi/Marti.
Tore: 19. Martin Plüss (Rüthemann, Hänni) 1:0. 27. (26:01) Philipp Furrer (Ritchie, Dumont/Ausschluss Gloor) 2:0. 27. (26:38) Neuenschwander (Vermin, Beat Gerber) 3:0. 59. Rüthemann (Martin Plüss, Hänni) 4:0.
Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Bern, 8mal 2 Minuten gegen Biel.
PostFinance-Topskorer: Ritchie; Miéville.
Bern: Bührer; Höhener, Philipp Furrer; Kinrade, Beat Gerber; Jobin, Hänni; Dominic Meier; Pascal Berger, Ritchie, Dumont; Déruns, Vermin, Neuenschwander; Bertschy, Martin Plüss, Rüthemann; Vigier, Gardner, Reichert; Froidevaux.
Biel: Berra; Preissing, Huguenin; Grieder, Kparghai; Steinegger, Fröhlicher; Gossweiler; Tschantré, Haas, Chabada; Spylo, Mieville, Beaudoin; Zigerli, Ehrensperger, Marco Truttmann; Wetzel, Gloor, Lauper; Marc Wieser.
Bemerkungen: Bern ohne Roche, Morant und Lötscher (alle verletzt), Kwiatkowski, Scherwey und Adrian Brunner (alle überzählig);
Biel ohne Peter, Bordeleau und Wellinger (alle verletzt).
Im Verhältnis zu den meist zähen Spielen gegen den EHC Biel tat sich der SCB am Samstag einigermassen leicht mit dem Kantonsrivalen. Noch vor Spielhälfte war die Partie entschieden, danach beschränkte sich das Heimteam auf das, was es schon in der Anfangsphase zelebriert hatte: das Schonen seiner Kräfte. «Wir wollten mit minimalen Aufwand zum Sieg kommen», kritisierte auch Antti Törmänen das erste Drittel seiner Mannschaft.
Das Spiel war, obwohl sich das 4:0 gut las, ein Rückfall in alte Muster, zurück zur minimalistischen Spielweise. Letztlich beschränkte sich der SCB über grosse Teile der Partie auf einen Punkt, den die Coaches zuletzt immer und immer wieder gepredigt haben: die Beherrschung der Mittelzone. Dort stellten sie sich auf und liessen die Bieler verzweifeln. Was aber keine wahnsinnige Leistung war, haben die Seeländer doch die schwächste Offensive unter den verbliebenen Playoff-Anwärtern.
Das Wochenende mit der starken Leistung in Davos und der dürftigen gegen Biel lässt deshalb einen Schluss zu: Der SCB spielt derzeit gerade so gut, wie ihn der Gegner reizt. Und nicht wie der Gegner ihn spielen lässt. Raum für weitere Torkombinationen hätten die Bieler im Finish durchaus geboten, zu nutzen wusste ihn beim SCB niemand – oder man scheiterte an Reto Berra.
Erstes Tor von Plüss im neuen Jahr
Immerhin konnte sich Martin Plüss wieder einmal in die Torschützenliste eintragen, ihm gelang der Führungstreffer (19.), erst sein zweites Tor seit Dezember. Weil kurz vor Schluss auch noch Sturmkollege Rüthemann zum 4:0 traf und die beiden sich bei ihren Toren jeweils assistierten, konnten sie von einem gelungenen Abend sprechen. Was nichts daran ändert, dass das Duo bezüglich Produktivität und Spielvolumen diese Saison weiter deutlich unter seinem üblichen Rendement bleibt.
«In den letzten Partien haben wir uns gesteigert. Aber klar kann und muss bei uns offensiv mehr kommen. Unser Spiel ist allerdings auch nicht nur auf Tore ausgerichtet», sagte Plüss. «In der Plus-Minus-Bilanz waren wir aber meist positiv, trotz wenig Toren. Das muss man zuerst einmal schaffen», fügte er mit einem Schmunzeln an. Gerade für ihn als Captain ist es nicht einfach, vor die Mannschaft hinzustehen, wenn die persönliche Formkurve nicht so verläuft, wie man das erwartet. «Wenn es dem Team nicht läuft, willst du ja Akzente setzen und so deine Rolle ausfüllen.» Der 34-Jährige gibt sich jedoch weiter positiv, dass er und Rüthemann in der zweiwöchigen Nationalmannschaftspause die Kurve kriegen werden. «Die Form kommt», sagt Plüss.
Im Sturm gefiel ansonsten erneut Vermin als Center der vierten Formation mit einigen guten Aktionen. Wie er Neuenschwanders 2:0 vorbereitete, war das technische Glanzlicht des Abends. Und Verteidiger Kinrade arbeitete weiter am Ruf als Raubein, indem er seine dritte Prügelei in vier Spielen gewann und Biels Huguenin mit einigen rechten Geraden niederstreckte.
Vigier statt Kwiatkowski
Dass das Playoff näher rückt, zeigte sich auch in der Aufstellung. Topskorer Ritchie war vor dem Einspielen mit einer nicht näher präzisierten Verletzung als fraglich taxiert worden, spielte dann aber die ganze Partie. Auch als Folge dieser Unsicherheit hatte Törmänen Vigier ins Team geholt, weshalb Kwiatkowski zum zweiten Mal diese Saison überzählig zuschaute. Gleiches galt – eher unverständlich – für Scherwey, der seine erste Partie der Saison verpasste, weil Törmänen Neuenschwander an seiner Stelle nominiert hatte. (Der Bund)
Erstellt: 06.02.2012, 06:44 Uhr
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