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Die neue Bescheidenheit des SCB

Von Dieter Stamm. Aktualisiert am 03.02.2012 1 Kommentar

Die Krise beim SC Bern scheint fürs Erste überwunden zu sein. Von der Arroganz, die den Verein einst auszeichnete, ist aber nichts zu spüren.

Nach der Krise hält beim SC Bern eine neue Bescheidenheit Einzug.

Nach der Krise hält beim SC Bern eine neue Bescheidenheit Einzug.
Bild: Keystone

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Als der schwedische Verteidiger Richard Franzen vor über zehn Jahren zum SC Bern kam, blieb ihm die Spucke weg. «Diese Arroganz», sagte er bewundernd, «sie spiegelt sich sogar in den Gesichtern der Gegner wider». Und er schwärmte noch lange von der Angst, die damals den Gegner beschlich, wenn er in die Katakomben des Allmend-Stadions kam, weil die Spieler und das Umfeld des SC Bern den Eindruck vermittelten: Ihr seid herzlich willkommen, aber verlieren werdet ihr trotzdem.

Dieses Selbstverständnis gibt es nicht mehr. Zum einen aus objektiven Gründen, weil keine Mannschaft mehr Partien nach Belieben dominieren kann, weil das Niveau ausgeglichener ist und jede Form von Überheblichkeit deshalb unangebracht wäre. Und zum anderen, weil man das entsprechende Personal braucht, um glaubhaft arrogant zu sein, und nicht von freundlichen Herren wie Martin Plüss, Ivo Rüthemann und Ryan Gardner verlangen kann, grossartig zu tun. Rüthemann sagt lieber: «Ich bin nicht so arrogant und sage, wir können die Gegner austanzen.» Travis Roche hat deshalb kürzlich festgestellt: «Uns fehlt die Arroganz, die das Team auszeichnete, als ich nach Bern kam. Diese Einstellung: ‹Hey, wir sind das beste Team.›» Das war vor vier Jahren.

Krise konnte nur mit Bescheidenheit überwunden werden

Diese Einstellung wird auch jetzt, nach den Siegen vom letzten Wochenende in Zug und gegen die Kloten Flyers, nicht Oberhand gewinnen. Denn der Sportchef des SC Bern besitzt auch nicht gerade ein unerschütterliches Imponiergehabe. Als die Mannschaft im letzten Spiel vor Weihnachten in Ambri nach einer 2:0-Führung noch verlor, zeigte er sich geradezu schockiert über die Arroganz der Spieler, die geglaubt hatten, es gehe gegen die Leventiner auch ohne defensive Disziplin. «Das ist eine Frechheit gegenüber dem Gegner», wetterte er damals unmittelbar nach dem Spiel. Einer, der die Arroganz im Blut hat, würde in einem solchen Moment nie an die Befindlichkeit des Gegners denken.

Die sattsam bekannte Krise, die daraufhin folgte, konnte nur mit Bescheidenheit überwunden werden. Konkret: mit solider, ehrlicher und vor allem viel defensiver Arbeit. «Es mag für die Leute bis zu einem gewissen Punkt lustig sein, wenn wir mit vier Spielern angreifen, aber es führt ins Verderben», sagt Leuenberger. Es war also ein Zurück zu den Wurzeln mit dem kleinlauten Eingeständnis, nicht gut genug oder zumindest noch nicht reif genug zu sein für zwei sich abwechselnde Systeme, die man beide schlafwandlerisch beherrschen muss: ein eher abwartendes und ein eher aggressives. Und daran wird sich vorderhand nichts ändern. «Wir müssen erst wieder unsere Sicherheit finden», sagt Leuenberger.

Die einzigen, die zurzeit vor Selbstvertrauen strotzen (ausser natürlich CEO Marc Lüthi, der das immer zu tun scheint), sind die Jungen in der Mannschaft. Sie kompensieren die Baisse der Routiniers, die sich wegen ihrer Ladehemmungen schwertun, wenigstens jene kleine Arroganz an den Tag zu legen, die Erfolg ganz automatisch generiert. Konkret: Während Pascal Berger und Jeol Vermin eine für ihr Alter sehr respektable Torausbeute vorzuweisen haben (13 und 8), liegen Gardner (11), Plüss (10) und Rüthemann (8) weit hinter ihren Möglichkeiten. «Ja», sagt Leuenberger, «für die Jungen ist die Welt in Ordnung, ihre persönliche Leistung stimmt.» Nicht von ungefähr war es Berger, der nach dem Sieg gegen die Flyers mit geschwellter Brust vor die Medien trat und in die Notizblöcke diktierte: «Wir haben sie aus der Halle geputzt!»

Wieder mit Höhener

Für die Partie der 45. Runde heute Abend in Davos kann SCB-Trainer Antti Törmänen wieder auf Verteidiger Martin Höhener zählen. Jean-Pierre Vigier dürfte überzähliger Ausländer sein, aber in einer von beiden Wochenendpartien eingesetzt werden, damit er im Rhythmus bleibt. (Der Bund)

Erstellt: 03.02.2012, 08:05 Uhr

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1 Kommentar

Josef Pittino

03.02.2012, 14:50 Uhr
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das Problem des SCB liegt in der Fuehrung:
die Fuehrung muss entscheiden, ob sie Gastrobetrieb sein will, oder Eishockey im Zentrum steht.
Josef Pittino
Arequipa, Peru
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