Sport
Der SCB ist auf Titelkurs
ZSC - SCB 0:2 (0:0, 0:1, 0:1)
Hallenstadion: 11'200 Zuschauer (ausverkauft). - SR Rochette/Massy, Fluri/Kaderli.
Tore: 29. Rüthemann (Martin Plüss, Caryl Neuenschwander) 0:1. 60. (59:23) Martin Plüss 0:2 (ins leere Tor).
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 4mal 2 Minuten gegen Bern. - PostFinance-Topskorer: Tambellini; Ritchie.
ZSC Lions: Flüeler; McCarthy, Seger; Blindenbacher, Geering; Stoffel, Daniel Schnyder; Gobbi; Down, Tambellini, Ambühl; Bastl, Pittis, Monnet; Patrik Bärtschi, Cunti, Kenins; Bühler Schäppi, Chris Baltisberger; Schommer.
Bern: Bührer; Kwiatkowski, Philippe Furrer; Jobin, Hänni; Kinrade, Beat Gerber; Höhener; Pascal Berger, Ritchie, Vermin; Caryl Neuenschwander, Martin Plüss, Rüthemann; Vigier, Gardner, Reichert; Déruns, Froidevaux, Scherwey; Bertschy.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Camperchioli (verletzt), Kolnik, Ziegler, Cory Murphy, Phil Baltisberger und Ulmann (alle überzählig), Bern ohne Morant (gesperrt), Dumont, Lötscher (beide verletzt), Roche, Dominic Meier und Adrian Brunner (alle überzählig). Lattenschuss Geering (13.). Pfostenschuss Gardner (22.). Flüeler hält Penalty von Ritchie (26.). Timeout ZSC Lions (58:46). ZSC Lions von 58:46 bis 59:23 ohne Torhüter.
NLA
50. Runde
| 26.02. | Bern - ZSC Lions | 2 : 7 |
| 26.02. | Biel - Zug | 3 : 0 |
| 26.02. | Davos - Ambri | 7 : 3 |
| 26.02. | Lakers - Fr. Gotteron | 3 : 4 |
| 26.02. | Lugano - Kloten Flyers | 2 : 1 |
| 26.02. | SCL Tigers - Servette | 1 : 3 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U+ | U- | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Fr. Gotteron | 50 | 24 | 11 | 5 | 10 | 163:123 | 99 |
| 2. | Bern | 50 | 27 | 3 | 5 | 15 | 169:117 | 92 |
| 3. | Zug | 50 | 26 | 3 | 7 | 14 | 172:154 | 91 |
| 4. | ZSC Lions | 50 | 24 | 7 | 3 | 16 | 152:131 | 89 |
| 5. | Davos | 50 | 22 | 4 | 7 | 17 | 170:152 | 81 |
| 6. | Lugano | 50 | 21 | 5 | 7 | 17 | 163:139 | 80 |
| 7. | Servette | 50 | 23 | 4 | 3 | 20 | 146:139 | 80 |
| 8. | Biel | 50 | 19 | 5 | 5 | 21 | 160:161 | 72 |
| 9. | Kloten Flyers | 50 | 16 | 8 | 5 | 21 | 151:137 | 69 |
| 10. | Ambri | 50 | 14 | 4 | 3 | 29 | 128:178 | 53 |
| 11. | Lakers | 50 | 13 | 4 | 6 | 27 | 139:207 | 53 |
| 12. | SCL Tigers | 50 | 10 | 3 | 5 | 32 | 117:192 | 41 |
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Es gab keine Prügelei, ja nicht einmal ein paar kleine Gehässigkeiten, mit denen die Zürcher hätten andeuten können, dass mit ihnen in dieser Serie noch zu rechnen sein wird. Sie taten wohl bis zuletzt alles, um ein Tor zu erzielen, sie waren fleissig und willig, aber irgendwie hatte man den Eindruck, dass sie selbst je länger desto weniger an einen Erfolg glaubten und dass sie müde waren vom Anrennen auf ein Berner Tor, das wieder wie vernagelt schien.
Damit war Antti Törmänen nach der Partie schon fast ein Meistertrainer. Natürlich blieb er in seinen Aussagen vorsichtig, wischte Anspielungen auf eine Vorentscheidung zur Seite und verwies lieber auf die vielen Puckverluste im ersten Drittel, die seine Mannschaft in jener Phase zur unterlegenen gemacht hatten. «Es kann noch alles schieflaufen», meinte er gar. Aber sein spitzbübisches Lächeln verriet, dass er wohl selber nicht daran glaubte, und in Anbetracht der Leistung seiner Mannschaft hatte er auch keinen Grund, ein solches Szenario zu befürchten. Eher glaubte man ihm, dass er einen «verzweifelten Gegner» gesehen hatte und dass er erleichtert über seine abermals stabile Defensive war. «Die Lions hatten wenig wirklich gute Chancen.»
Lions weniger gefährlich
Natürlich war vor der Partie noch einmal der Kürzesteinsatz von Johann Morant ein dominierendes Thema gewesen. Sportchef Sven Leuenberger konterte die Zürcher Empörung über Morants Prügelszene aus Spiel 3, indem er daran erinnerte, dass die erste Aggression von Lions-Spieler Andri Stoffel ausgegangen und dass auch Ronalds Kenins extra zum Prügeln aufs Eis gegangen war. Die zwei Spielsperren, die Morant erhielt, weil er auf einen auf dem Eis liegenden Spieler eingedroschen hatte, akzeptierte Leuenberger «selbstverständlich ohne weiteres».
Entgegen einiger Befürchtungen war Spiel 4 gestern im Hallenstadion aber keine Abrechnung. Die Partie ähnelte in der Anlage vielmehr jener der ersten drei Begegnungen: in ein enges taktisches Korsett gezwängt, defensiv ausgerichtet und mit wenig Unterbrüchen und Undiszipliniertheiten. Im ersten Drittel hatten die Lions ein Übergewicht und bekundeten die Berner Mühe, überhaupt ins gegnerische Drittel zu gelangen. Doch anders als in den Spielen zuvor wurden die Zürcher – abgesehen von einer kleinen Schlussoffensive – mit zunehmender Spieldauer nicht stärker, sonder eher harmloser.
Das entscheidende Tor fiel kurz vor Spielmitte, als die Partie aufgrund einiger Strafen ein wenig offensiver geführt wurde, weil hüben wie drüben die Ordnung kurzfristig etwas abhandenkam. Ivo Rüthemann erwischte Lions-Goalie Lukas Flüeler mit einem präzisen Schuss über die Schulter und zeigte damit, wie man einen Butterfly-Goalie bezwingt. Drei Minuten zuvor war Topskorer Byron Ritchie mit einem flach geschossenen Penalty an Flüeler gescheitert.
Zürcher Trotzstimmung
Auf Zürcher Seite herrschte nach dem Match eine Mischung aus Trotzstimmung und Zweckoptimismus. Stürmer Patrik Bärtschi, der zwei gute Torgelegenheiten ausgelassen hatte, machte sich und seinen Kollegen Mut: «Wenn endlich einmal einer reingeht, werden die Dämme brechen.» Angesichts von nur vier Toren in vier Spielen und einer 125-minütigen Flaute ist das ein verständlicher Stossseufzer zum Himmel. Trainer Bob Hartley übte sich derweilen im Hadern («Solche 1:0-Spiele sind sehr schwierig für uns.») und im Mutmachen («Ich muss meine Spieler nicht aufrichten, sie haben allen Grund, hoch erhobenen Hauptes in die nächste Partie zu gehen.»). Er gab Durchhalteparolen aus («Wir haben zuvor acht Spiele in Serie gewonnen und werden wieder gewinnen.») und lobte den Gegner im Allgemeinen («Bern ist eine grossartige Mannschaft.») und Torhüter Marco Bührer im Speziellen («Er zeigt ständig unglaubliche und entscheidende Paraden.»).
Der SC Bern hat nun drei Meisterschaftspucks, zwei davon in der Postfinance-Arena vor eigenem Anhang. Wie gut das Selbstvertrauen nach dem dritten Erfolg ist, zeigt eine Aussage von Trainer Törmänen, angesprochen auf die personellen Wechsel und die Änderungen in den Linien: «Es spielt keine Rolle, wer auf dem Eis steht. Bei uns sind alle gut.» (Der Bund)
Erstellt: 09.04.2012, 18:56 Uhr
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