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«Beim Stand von 0:0 hätte ich das nicht gesagt»
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 13.09.2012 203 Kommentare
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Für die Schweiz liefen mit Xhaka, Behrami, Shaqiri, Dzemaili und Mehmedi fünf Spieler mit albanischen Wurzeln auf. Für Diskussionsstoff sorgt vor allem eine Szene, in der Granit Xhaka bei einer Grosschance den möglichen dritten Schweizer Treffer hätte erzielen können. «Warum zieht Xhaka hier zurück, was war das denn? Den braucht er doch nur noch einzuschieben. Das muss ich mir noch einmal anschauen», kommentierte Sascha Ruefer und zog auch gleich ein Fazit: «Xhaka ist nicht unglücklich, wenn er gegen Albanien kein Tor schiesst.»
«Für mich ist Ruefer nicht mehr tragbar»
«Das schlägt dem Fass den Boden aus. Das ist ein absoluter Skandal. Ruefer unterstellt mit diesen Aussagen Xhaka, dass er das Tor gegen Albanien extra nicht erzielen wollte», ereifert sich der ehemalige Nationalspieler Hakan Yakin. Ruefer habe sich damit wieder einmal selbst disqualifiziert. «Für mich ist er als Kommentator nicht mehr tragbar. Es würde mich nicht wundern, wenn ihn SF jetzt fallen lässt», fährt der 80-fache Nationalspieler weiter. Ein Fernsehkommentator müsse mit fundierten Analysen sein Fachwissen unter Beweis stellen. «Ruefer ist schon lange meilenweit davon entfernt, ein guter Fernsehmann zu sein. Er will sich mit dummen und dämlichen Sprüchen profilieren und glaubt damit auch noch allen Ernstes, er komme damit bei den Leuten gut an.» Der erboste Yakin kann sich fast nicht beruhigen. «Ich kenne Ruefer schon lange. Es würde mich nicht wundern, wenn er nach dem Spiel demütig im Teamhotel der Schweizer herumgeschlichen wäre, um sich mit fadenscheinigen Erklärungen bei Xhaka zu entschuldigen.»
«Das hatte ich Ruefer zu verdanken»
Der Basler erklärt, dass er mit Ruefer auch schon persönlich sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe. «Wir spielten mit der Nationalmannschaft in Genf gegen die Ukraine. In der Pause behauptete Ruefer am Fernsehen, ich würde von Al-Gharafa zu Xamax wechseln. Er habe diese Information aus sehr guter und absolut verlässlicher Quelle», schildert Yakin. Diese Story habe ihm dann sehr geschadet. «Die Scheichs zitierten mich nach meiner Rückkehr nach Katar ins Büro. Von diesem Zeitpunkt an hatte ich keine ruhige Minute mehr. Es war nur noch die Hölle. Und das hatte ich Ruefer mit seiner Fehlinformation zu verdanken. Dann wechselte ich schliesslich zum FC Luzern.»
«Als Ruefer das gesagt hat, bin ich auch zusammengezuckt»
Experte Erich Vogel sieht es etwas anders als Yakin. «Als Ruefer das gesagt hat, bin ich auch zusammengezuckt und habe mir gesagt, dass das doch etwas gewagt war», sagt der Zürcher. Ansonsten halte er sehr viel von Sascha Ruefer. «Er ist ein hervorragender Kommentator. Er gibt sich auch nicht als Schulmeister. Er wagt sich auch einmal aus dem Fenster hinaus und provoziert. Das finde ich gut. Das mache ich im Leben manchmal auch so.» Trotzdem sagt Vogel: «Das hat Sascha Ruefer in der ersten Reaktion spontan gesagt. Ich glaube, dass er das nicht ein zweites Mal machen würde.»
Der Experte erklärt, weshalb Xhaka das Tor nicht erzielte. «Er ist ein Linksfüsser und hatte den Ball auf seinem schwächeren rechten Fuss. Deshalb war er wohl nicht sicher, ob er schiessen oder noch einen Pass schlagen soll.» Diese Schussposition sei im Übrigen für Xhaka völlig ungewohnt. «Xhaka kommt nur selten in den Fünfmeterraum. Er erzielt seine Tore vorwiegend aus der Distanz. Er trifft meist von ausserhalb des Strafraumes.»
«Dann bedauere ich das»
DerBund.ch/Newsnet sprach auch mit Sascha Ruefer. «Sollte ich etwas unglücklich formuliert haben, dann bedaure ich das. Aber man muss es in den richtigen Kontext stellen», sagt Ruefer und erklärt: «Ich würde nie einem Spieler unterstellen, er würde ein Tor extra nicht erzielen. Wer das aus meinem Kommentar heraus so interpretiert, liegt falsch. Das ist einfach nicht richtig. Hätte es bei dieser Szene noch 0:0 gestanden, hätte ich das nicht gesagt. Dann wäre es tatsächlich eine Provokation gewesen. Aber beim Stand von 2:0 für die Schweiz konnte ja nichts mehr passieren», so der TV-Mann. Er habe für Xhaka lediglich ein gewisses Verständnis aufbringen wollen. «Deshalb habe ich dann auch gesagt, dass Xhaka wohl nicht unglücklich war, dass er das Tor gegen Albanien nicht erzielt hat.»
«Habe die Migration bewusst nicht thematisiert »
Ruefer betont, dass er die Migration vor diesem Spiel bewusst nicht gross habe thematisieren wollen. Der Boulevard habe daraus eine grosse Geschichte gemacht. Er selbst habe die Nationalmannschaft während sieben Tagen begleitet. «Wir können nicht beurteilen, wie sich ein Mensch fühlt, dessen Familie vielleicht wegen Kriegswirren die Heimat verlassen musste. Ich habe aber gespürt, dass die Schweizer Spieler mit Migrationshintergrund vor diesem Spiel gegen Albanien emotional bewegt waren.» (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.09.2012, 14:56 Uhr
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203 Kommentare
Die Leute sind aber sehr Dünnhäutig wenn das wieder einmal ein Skandal sein soll. Ich persönlich habe mich auch etwas geärgert das so eine klare Möglichkeit auf diese Weise "Versiebt wird". Eigentlich ist mir egal woher die Leute stammen die für die Nati spielen nur müssten die Leute sich eben entscheiden für was oder wen sie spiellen wollen und dann aber auch 100% dazu stehen. Antworten

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