Unentschuldbares Scheitern

Mildernde Umstände gibt es für das Scheitern von YB in diesem Viertelfinal keine. Ein Kommentar des «Bund»-Sportredaktors Alex Trunz.

Die Berner besassen den Heimvorteil mit dem Kunstrasen, konnten praktisch das bestmögliche Aufgebot nominieren und verfügten individuell über die klar bessere Substanz - und verloren trotzdem. Das Bild zeigt den enttäuschten Guillaume Hoarau nach der Cup-Niederlage gegen Winterthur.

Die Berner besassen den Heimvorteil mit dem Kunstrasen, konnten praktisch das bestmögliche Aufgebot nominieren und verfügten individuell über die klar bessere Substanz - und verloren trotzdem. Das Bild zeigt den enttäuschten Guillaume Hoarau nach der Cup-Niederlage gegen Winterthur. Bild: Marcel Bieri/Keystone

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In einer Beziehung sind die Young Boys konstant: Immer, wenn sie den Eindruck erwecken, gefestigter zu sein als in der Vergangenheit, leisten sie sich die nächste Peinlichkeit. Das Aus im Penaltyschiessen gegen den FC Winterthur ist ein weiteres unrühmliches Kapitel in der jüngeren YB-Cupgeschichte, in der ein blamabler Auftritt den nächsten ablöst. Wie sich die favorisierten Berner aber gestern die Halbfinalqualifikation noch stehlen liessen, ist kaum mehr zu überbieten. 2:0 hatten sie nach 39 Minuten geführt, die Arbeit schien verrichtet, doch dann schlich sich ein Schlendrian ein, den man auch mit einem vehementen Aufbäumen in der Verlängerung nicht mehr korrigieren konnte.

Mildernde Umstände gibt es für das Scheitern in diesem Viertelfinal keine. Der Gegner, der eine Stufe tiefer um den Verbleib in der Liga spielt, galt als krasser Aussenseiter. Die Berner besassen den Heimvorteil mit dem Kunstrasen, konnten praktisch das bestmögliche Aufgebot nominieren und verfügten individuell über die klar bessere Substanz. Und dann lief anfänglich auch das Spiel ganz nach ihren Wünschen. Alles sprach für YB, nichts, aber auch gar nichts mehr für den Gegner. Und doch hiess der Sieger am Ende FC Winterthur. So bleibt nach den gestrigen Ereignissen nur die ketzerische Frage: Was braucht es noch alles, damit YB in der Lage ist, eine machbare Aufgabe zu lösen?

Statt heute gespannt auf die Auslosung der Halbfinals zu blicken, werden die Berner damit beschäftigt sein, ihre Wunden zu lecken. Zum fünften Mal in den letzten sechs Jahren sind die Young Boys nun im Cup an einem unterklassigen Gegner gescheitert. In dieser Statistik wird sie so schnell kein anderer Club überbieten. Das blamable Aus ist auch für Adi Hütter die erste kapitale Niederlage, für die er einen Teil der Verantwortung übernehmen muss. Wieder gutmachen lässt sich dieses Aus im Cup in dieser Saison nicht mehr. Vielleicht in der nächsten Spielzeit. Die Hoffnung auf bessere Zeiten immer wieder zu vertagen – in dieser Beziehung ist YB schon lange besser als die Konkurrenz. (Der Bund)

Erstellt: 02.03.2017, 09:03 Uhr

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