«Mit Leipzig haben wir einen neuen Feind»

Kaum ist Uli Hoeness wieder Präsident des FC Bayern, sendet er eine deutliche Botschaft. Zudem strebt er den Vorsitz im Verwaltungsrat an.

«Es ist höchste Zeit, dass mal wieder ein paar kommen, damit wir sie richtig bekämpfen können»: Uli Hoeness liebt die Attacke.

«Es ist höchste Zeit, dass mal wieder ein paar kommen, damit wir sie richtig bekämpfen können»: Uli Hoeness liebt die Attacke. Bild: AFP

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«Eines freut mich: Leipzig hat 4:1 gewonnen, wir haben neben Dortmund endlich wieder einen zweiten Feind, den wir attackieren können. Denn wenn man ehrlich ist, mussten wir unsere Motivation die letzten Jahre immer aus uns selbst holen, weil uns niemand gereizt hat. Weil uns keiner geärgert hat», sagte Uli Hoeness am Freitagabend, nachdem er die Wahl zum Präsidenten des FC Bayern mit 98 Prozent der Stimmen gewonnen hatte. «Es ist höchste Zeit, dass mal wieder ein paar kommen, damit wir sie richtig bekämpfen können.»

Am vergangenen Wochenende hatten die Bayern in Dortmund 0:1 verloren und die Tabellenführung an RB Leipzig verloren. Unter der Woche folgte in der Champions League mit dem 2:3 beim russischen Vertreter FK Rostow die nächste Niederlage. Ein Dortmunder Fan spottete danach im Internet, sogar der Hamburger SV habe in den beiden letzten Pflichtspielen mehr Punkte geholt als der FC Bayern, nämlich einen.

Erbitterte Rivalitäten haben Tradition bei den Bayern. Durch die internationalen Erfolge und die damit verbundene wirtschaftliche Vormachtstellung der Münchner wuchs ihre sportliche Dominanz in den letzten Jahren aber so stark an, dass die Meisterschaft zu einem Monolog verkam. In dieser Saison scheint Dortmund jedoch zu alter Stärke zurückzufinden, während der finanzstarke Aufsteiger RB Leipzig an den 1. FC Kasierslautern erinnert, der 1998 nach der Rückkehr in die 1. Bundesliga auf Anhieb Meister wurde.

Hoeness strebt nach seiner Rückkehr in das Präsidentenamt des FC Bayern auch wieder den Vorsitz im Aufsichtsrat an. Der 64-Jährige ist nach seiner Wahl auf der Jahreshauptversammlung automatisch wieder Mitglied im Kontrollgremium der FC Bayern AG. Voraussichtlich im Februar 2017 wird der neue Aufsichtsrat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen. Schon in seiner ersten Amtszeit als Präsident von 2009 bis 2014 hatte Hoeness beide Ämter beim deutschen Rekordmeister inne gehabt.

Nach seiner Verurteilung zu einer Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung im Frühjahr 2014 war er von beiden Posten zurückgetreten. Aktuell gehören neun Personen dem Aufsichtsrat des Bundesligisten an. Angeführt wird das mit einigen deutschen Topmanagern besetzte Gremium noch von Karl Hopfner, der sich am Freitagabend nicht mehr als Präsident zur Wahl gestellt hatte und sich ganz aus dem Präsidium zurückzog. Der zum neuen ersten Vizepräsidenten gewählte Dieter Mayer wird zusammen mit Hoeness als Vertreter des FC Bayern München e.V. in den Aufsichtsrat einziehen.

(ak)

Erstellt: 26.11.2016, 11:58 Uhr

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