Ein äusserst steiler Pass

Der Verein Bärner Lösig will die YB-Besitzer bei der Suche nach Käufern aus der Region unterstützen. Er lanciert ein Crowdfunding.

Per Crowdfunding sollen YB-Fans bald Teile des Clubs kaufen können.

Per Crowdfunding sollen YB-Fans bald Teile des Clubs kaufen können. Bild: Peter Schneider/Keystone

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Am Anfang war der Frust. Der Frust darüber, dass bei YB schon wieder alles über den Haufen geworfen wird. Beni Lehmann rechnete am letzten Donnerstagabend auf Facebook vor: 100 Millionen Franken kostet der Verein ungefähr, «es gibt konservativ geschätzt 35'000 leidenschaftliche Sympathisanten. Macht pro Kopf 2857.15 Franken. Wer macht mit?»

Das Rechenbeispiel des YB-Fans verbreitete sich schnell – bis am Montag wurde sein rühriges Ansinnen ein wenig konkretisiert. Weil Lehmann gut vernetzt ist, konnte er eine Gruppe von Leuten um sich scharen, die bei seinen tollkühnen Plänen mitmacht.

Fechter Fabian Kauter ist dabei, ebenso Stadtrat Manuel C. Widmer, der ehemalige Präsident von Pro Nachtleben Bern, Thomas Berger, Manager Baldy Minder, Musiker Ray Wilko sowie Florian Eichenberger, Geschäftleitungsmitglied der GAD-Stiftung. Die Gruppe umfasse 10 bis 15 Leute, die allesamt YB-Fans mit Leib und Seele seien, sagt Kauter. «YB liegt uns wahnsinnig am Herzen.»

Der Co-Gründer der Crowdfunding-Plattform «I believe in you», die auf die Finanzierung von Schweizer Sportprojekten spezialisiert ist, kennt sich mit dem Sammeln von Spenden für Projekte aus. «Alleine kann kaum einer von uns etwas tun, aber gemeinsam können wir etwas bewegen», sagt er.

Die gestrige Pressekonferenz der Rihs-Brüder, welche die Young Boys besitzen, sei geradezu ein Steilpass gewesen. «Wir sind ihnen dankbar für das, was sie bisher getan haben. Jetzt ist es an uns Bernern, sie bei der Suche nach der von ihnen gewünschten Berner Lösung zu unterstützen und einen Plan auszuhecken.»

Schon einstellig ist ambitioniert

Und so ist die Truppe um Kauter gerade daran, den Verein Bärner Lösig zu gründen. Sie steht auch in Kontakt mit ehemaligen YB-Führungskräften aus Zeiten, als bei den Young Boys noch Peter Jauch, Stefan Niedermaier oder Ilja Känzig für Schlagzeilen sorgten. Vom Know-how dieser Leute soll profitiert werden. Ebenso will der Verein die Fanclubs und weitere Supporter miteinbeziehen. «Es soll eine Lösung von Bern für Bern werden», sagt Kauter.

Mitte Woche will Bärner Lösig seine Pläne und Ziele bekannt geben. Noch ist nicht klar, wie diese konkret aussehen werden. 100 Millionen per Crowdfunding zusammenzubringen, ist ein utopisches Vorhaben. Bis Ende Jahr wird der Verein deshalb versuchen, einen mittleren einstelligen Millionenbetrag zusammenzubringen. Schon das ist sehr ambitioniert. Aber immerhin ein Anfang. (Der Bund)

Erstellt: 19.09.2016, 23:43 Uhr

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