Der finale Test

Mit einem 5:1 gegen den portugiesischen Meister Benfica Lissabon beendet YB den Uhrencup. Für YB war es das letzte Testspiel, bevor es am nächsten Samstag wieder Ernst gilt.

Unterstützende YB-Fans (Symbolbild).

Unterstützende YB-Fans (Symbolbild). Bild: zvg

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Vor dem Stadion hatten sich lange Schlangen gebildet, wer eingelassen werden wollte, musste sich in Geduld üben. Immerhin aber konnten diejenigen mit Tickets ins Stadion, im Gegensatz zu zahlreichen Benfica Fans, die ohne Eintrittskarte vor der ausverkauften Tissot-Arena bleiben mussten.

Drinnen dröhnte dramatisch und in ohrenbetäubender Lautstärke «The Final Countdown» aus den Boxen. Der wuchtige Pokal stand auf dem Spielfeld bereit. Das Publikum mehrheitlich in kräftigem Benfica-Rot gekleidet, bot eine würdige Kulisse – sowohl optisch als auch akustisch. Bereits vor Anpfiff wurde es heiss im Strafraum: Die Benfica-Fans hatten rote Rauchpetarden auf den Rasen geworfen. Bei der feurigen Ambiance in Biel hätte fast vergessen werden können, dass diese finale Partie des Uhrencups war vor allem eines war: ein Testspiel. Wenn auch das letzte Testspiel von YB bevor nächsten Samstag die Meisterschaft mit dem Spiel gegen den FC Basel wieder beginnt. In der für Testspielverhältnisse relativ aggressiv geführten ersten Halbzeit hatte Benfica Lissabon mehr vom Spiel, während YB mit vereinzelten Angriffen zu gefährlichen Chancen kam. Die Portugiesen, bei denen Haris Seferovic diesmal in der Startformation stand, gingen schliesslich durch einen Freistoss von Jonas in Führung. Die YB-Mauer lenkte den Ball für ihren Goalie unhaltbar ab.

David von Ballmoos musste dieses eine Mal hinter sich greifen, blieb danach ohne weiteres Gegentor. Mit einigen sehr guten Aktionen zeigte der Emmentaler, wieso er zur neuen Nummer eins gemacht wurde. Nicht zuletzt hielt er den Penalty, den der Schiedsrichter gepfiffen hatte, nachdem der Ball an den Oberarm von Steve von Bergen geprallt war. Damit hielt der YB-Torhüter das 2:1 fest, das Roger Assalé kurz nach dem 0:1 und Miralem Sulejmani nach der Pause hergestellt hatten. YB übernahm das Spieldiktat in der zweiten Halbzeit, dominierte den portugiesischen Meister beinahe nach Belieben. Dieser trat offensiv kaum mehr in Erscheinung und hatte auch in der Defensive Probleme. Assalé hatte viel Zeit und viel Raum um die optimale Abschlussposition für das 3:1 zu finden. Der eingewechselte Sow, der nach der Auswechslung von Hoarau weiter nach vorne rückte, stürmte alleine auf das Tor zu, schoss aber über die Latte. Der ebenfalls eingewechselte Fassnacht traf mit einem wunderbaren Weitschuss zum 4:1 und war schliesslich auch für den 5:1-Endstand verantwortlich.

Richtig einordnen

Ein 5:1 gegen Benfica Lissabon klingt gut, dennoch mahnt Adi Hütter: «Wir müssen den Sieg richtig einordnen.» Nicht zu vergessen ist, dass für Benfica die Meisterschaft erst Anfang August wieder beginnt, während YB ab nächster Woche wieder Ernstkämpfe bestreitet. Ausserdem wechselte Benfica-Trainer Rui Vitória im Verlauf der zweiten Halbzeit bis auf einen Spieler die gesamte Mannschaft aus, Adi Hütter nahm insgesamt fünf Wechsel vor. Dennoch weiss Loris Benito: «Um gegen Benfica Lissabon fünf Tore zu schiessen, muss einiges stimmen.» Selbstvertrauen würde dieser Sieg ihnen geben. Er, der wie Sulejmani aus Lissabon nach Bern kam, muss es wissen.

Die beiden kennen auch die heissblütige Leidenschaft der Fans von Benfica. Noch vor dem 5:1 stürmte der erste Anhänger auf das Feld, hielt ein Schwätzchen mit einem seiner Helden und verabschiedete sich, zur Freude des Publikums, auf dem Weg zurück auf die Tribüne mit einigen Überschlägen. Nach dem Abpfiff betraten etliche seiner Sinnesgenossen das Spielfeld, um ihren Spielern möglichst nahe zu kommen. Auch Sulejmani, bei seiner Auswechslung mit warmem Applaus verabschiedet, wurde um Fotos gebeten: «Es ist ein spezielles Gefühl. Die Benfica-Fans vergessen nicht.» Und übrigens: Den Pokal durfte keine der beiden Mannschaften hochstemmen. Stoke City gewann – auch ohne Einsatz von Xherdan Shaqiri – mit zwei Siegen gegen YB und Xamax die diesjährige Ausgabe des Uhrencups. (Der Bund)

Erstellt: 16.07.2017, 10:32 Uhr

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