Zumindest die Hoffnung bleibt YB

Von Peter Herzog. Aktualisiert am 29.07.2010 2 Kommentare

Gegen Fenerbahçe trafen die Young Boys dreimal nur die Torumrandung. Nach dem 2:2 wird es für die Berner im Rückspiel sehr schwer.

Kurz vor Schluss erzielt Moreno Costanzo mittels Penalty für YB den Ausgleich. (Keystone)

Kurz vor Schluss erzielt Moreno Costanzo mittels Penalty für YB den Ausgleich. (Keystone)

Dreimal trafen die Young Boys die Torumrandung, die Berner kamen gegen Fenerbahçe zu einem halben Dutzend ganz klarer Chancen, sie spielten mehr als eine Halbzeit in Überzahl, doch am Schluss reichte es gegen die Türken nur zu einem 2:2. Moreno Costanzo hält mit seinem verwandelten Foulelfmeter in der 89. Minute, mit dem er den Gleichstand herstellte, zumindest die Hoffnung auf die Qualifikation für die Champions League aufrecht.

Doch um die Playoffrunde zu erreichen, benötigen die Young Boys nun am Bosporus einen Sieg oder ein Unentschieden mit mindestens drei YB-Toren. Bei einem 2:2 nach Verlängerung gäbe es im Sükrü-Saraçoglu-Stadion ein Penaltyschiessen.

Erminio Piserchia, der gestern Abend als Coach den gesperrten Vladimir Petkovic vertrat – dieser erlebte das Spiel aus der VIP-Zone – sprach hinterher von einem «fast perfekten Spiel – nur das Resultat ist nicht perfekt.» Der Assistenztrainer zeigte sich nach dem Spiel sehr optimistisch. «Mit einer solchen Leistung wie heute Abend haben wir auch im Rückspiel eine reelle Chance.»

Erstaunlich war, mit welcher Leichtigkeit die Young Boys vor allem in der ersten halben Stunde und in der Schlussphase zu klaren Möglichkeiten kamen. Doch mit dem ersten Schuss auf das Tor des 19-jährigen Roman Bürki ging Fenerbahçe in Führung. Emre wurde von Alex freigespielt, gegen den Flachschuss war Bürki machtlos.

Sutter für defensive Stabilität

Petkovic hatte mit Scott Sutter einen vierten Mann in die Abwehr zurück gezogen, versuchte mit einem «flexiblen» 4-1-4-1 mehr defensive Stabilität in sein Team zu bringen.

Doch das frühe Gegentor brachte YB sofort unter Zugzwang. Und die Young Boys reagierten. Doubai vergab die erste grosse Möglichkeit nach 14 Minuten, Dudar, mit dessen Kopfballstärke die Türken erhebliche Probleme bekundeten, glich in der 18. Minute nach herrlicher Vorarbeit von Bienvenu aus.

Und dann spielte Sutter steil auf Costanzo, die Gäste-Abwehr war erneut ausgespielt, doch der Ball prallte gegen den Pfosten und beim Nachschuss zeigte Lulic bizarre Koordinationsprobleme, setzte den Ball weit neben das Tor.

In dieser Phase wankte Fenerbahçe, die Young Boys drückten auf das Tempo – aber mit dem nächsten Konter lagen die Berner wieder im Rückstand. Gökhan bediente Miroslav Stoch und der Slowake, vergangene Saison noch mit Blaise Nkufo zusammen holländischer Meister bei Twente, traf mit einem Flachschuss in die Torecke.

Bitter für den jungen Bürki: Er bekam kaum einen Ball zu halten – aber auch bei diesem Treffer war er machtlos. Als Kazim Kazim nach der zweiten Verwarnung durch Ballwegwerfen kurz vor der Pause vom Platz musste, war das das Zeichen für den YB-Sturmlauf.

Volkan Demirel lenkte einen Schuss von Sutter an die Latte (52.). Costanzo sah den Ball nach grosser Vorarbeit von Degen (79.) ebenfalls vom Querbalken zurückprallen. Der Schuss von Regazzoni prallte an die Hand von Turcai, doch der Schiedsrichter entschied nicht auf Elfmeter. Dafür zeigte der Norwerger Moen in der 89. Minute auf den Penaltypunkt, als Degen von Selçuk gefoult wurde. «Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich nicht zufrieden, aber mit dem Resultat», sagte Fenerbahçe-Coach Aykut Kocaman. Für das Rückspiel in sechs Tagen sieht er keine Probleme. (Der Bund)

Erstellt: 29.07.2010, 07:21 Uhr

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2 Kommentare

Enrico Balistreri

29.07.2010, 09:23 Uhr
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Das grösste Problem für YB? Regazzoni kommt immer zu spät ins Spiel? Warum denn? Antworten


joachim kahn

29.07.2010, 13:12 Uhr
Melden

So lange YB sich nicht hintersinnt und den Fokus darauf legt weniger Gegentore zu erhalten, nützt das Offensivspektakel nichts. Sieht vielleicht schön aus aber ist nicht erfolgreich. Erfolg zu haben ist schlussendlich das Ziel der Clubleitung, Trainer, Spieler und Fans oder nicht? Man hat doch einen Christoph Spycher für teures Geld geholt müsste nicht er Stabilität bringen in der Abwehr? Antworten



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