Sport
Der vorläufige Tiefpunkt
Von Ruedi Kunz. Aktualisiert am 10.04.2012 8 Kommentare
YB - Lausanne 1:3 (0:2)
Stade de Suisse: 16'577 Zuschauer. SR Wermelinger.
Tore: 21. Moussilou (Pasche) 0:1. 42. Roux (Katz) 0:2. 58. Silberbauer (Penalty/«Foul» von Katz an Mayuka) 1:2. 79. Kamber 1:3.
Young Boys: Wölfli; Zverotic, Nef, Ojala (54. Doubaï), Spycher (26. Lecjaks); Degen, Silberbauer, Farnerud, Simpson (71. Nuzzolo); Mayuka, Martinez.
Lausanne-Sport: Coltorti; Avanzini, Katz, Tall, Sonnerat; Chakhsi, Sanogo, Pasche (79. Marazzi), Lang (75. Kamber); Roux (66. Bah), Moussilou.
Bemerkungen: Young Boys ohne Bobadilla, Vitkieviez (beide gesperrt), Costanzo (krank), Raimondi und Mveng (beide nicht im Aufgebot).
Lausanne-Sport ohne Luccin (verletzt), Meoli (krank), Negrao, Susaeta und Muslin (alle nicht im Aufgebot).
26. Spycher verletzt ausgeschieden. 50. Wölfli hält Foulpenalty von Moussilou. 88. Lattenschuss Nuzzolo.
Verwarnungen: 10. Moussilou (Foul). 19. Pasche (Foul). 26. Chakhsi (Foul). 49. Nef (Foul). 57. Katz («Foul»). 68. Mayuka (Foul). 81. Farnerud (Foul). 89. Doubaï (Unsportlichkeit).
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Super League
33. Runde
| 16.05. | Basel - Lausanne | 2 : 0 |
| 16.05. | Sion - Grasshoppers | 0 : 4 |
| 17.05. | Thun - St.Gallen | 3 : 0 |
| 18.05. | Servette - Young Boys | 0 : 1 |
| 18.05. | FC Zürich - Luzern | 4 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 33 | 19 | 9 | 5 | 59:30 | 66 |
| 2. | Grasshoppers | 33 | 17 | 9 | 7 | 41:30 | 60 |
| 3. | St.Gallen | 33 | 16 | 8 | 9 | 49:32 | 56 |
| 4. | FC Zürich | 33 | 14 | 7 | 12 | 54:42 | 49 |
| 5. | Sion | 32 | 12 | 9 | 11 | 36:45 | 45 |
| 6. | Thun | 33 | 12 | 8 | 13 | 41:42 | 44 |
| 7. | Young Boys | 33 | 11 | 9 | 13 | 44:43 | 42 |
| 8. | Luzern | 33 | 8 | 12 | 13 | 35:46 | 36 |
| 9. | Lausanne | 33 | 6 | 9 | 18 | 25:47 | 27 |
| 10. | Servette | 32 | 5 | 8 | 19 | 24:51 | 23 |
34. Runde
| 25.05. | Lausanne - Luzern | - : - |
| 25.05. | Sion - Thun | - : - |
| 26.05. | St.Gallen - Servette | - : - |
| 26.05. | Young Boys - FC Zürich | - : - |
| 26.05. | Grasshoppers - Basel | - : - |
Stichworte
Was ist nur mit den Young Boys los? Gegen Thun und den FCZ hatten sie zuletzt ordentlich gespielt und vier Punkte geholt. Gestern, als sich ihnen die Möglichkeit bot, sich in der Rangliste an Luzern vorbei auf Platz 2 zu schieben, versagten sie im eigenen Stadion komplett. Die erste Halbzeit kam einer Bankrotterklärung nahe. Die hoch dotierte Mannschaft brachte es während 45 Minuten fertig, nicht einen einzigen gefährlichen Torschuss abzugeben. Sie leistete sich unfassbar viele Fehlpässe und Missverständnisse, suchte immer wieder die komplizierte Lösung statt das Einfache und war in mindestens 75 Prozent der Zweikämpfe unterlegen.
Zweimal hatten Ballverluste direkte Konsequenzen auf das Skore. Vor dem 0:1, welches Moussilou nach einem Slalom an Farnerud und Ojala vorbei erzielte, hatte Martínez in der gegnerischen Platzhälfte einen schlechten Pass gespielt. Vor dem 0:2 reklamierte der schwache Mayuka nach einem Duell mit Chakhsi an der Lausanner-Strafraumgrenze ein Foul, welches keines gewesen war.
Spiessrutenlauf vor der Fankurve
Das ungeschickte Zweikampfverhalten von Nef bei den Gegentoren 2 und 3 passte zum verunglückten YB-Auftritt, den die Berner Fans mit einem lauten Pfeifkonzert quittierten. Sie waren zu Recht erbost über die unerklärlich schwache Leistung ihres Teams, welches es fertigbrachte, einen Gegner aufzubauen, dem in den ersten acht Partien der Rückrunde nicht ein einziges Tor gelungen war. Immerhin hatten die Verlierer die Grösse, sich nach dem Schlusspfiff der Diskussion mit den aufgebrachten Anhängern im Sektor D zu stellen. Etliches weniger professionell verhielt sich die Mehrzahl der YB-Profis hingegen im Umgang mit den Medienleuten. Die meisten mochten die Geschehnisse auf dem Platz nicht kommentieren und liefen wortlos an den wartenden Reportern vorbei.
Red und Antwort standen nur Alain Nef und Marco Wölfli. Die erste Halbzeit sei miserabel gewesen, sagte der Verteidiger. Die offensichtliche Blockade in einem Match, den «wir unbedingt gewinnen wollten», war ihm ein Rätsel. Wölfli konnte sich spontan an keinen vergleichbar schlechten Match von YB erinnern. Er brauchte Worte, die sonst in der Regel von Christian Gross zu hören sind: «Wir waren nicht aggressiv und zu wenig dominant.» Nach diesem Auftritt müsse jeder mit sich selbst ins Gericht gehen, forderte der Goalie. Die provokative Frage, ob der Trainer mit seiner extrem fordernden Art dem Team die Leichtigkeit genommen habe, verneinte er entschieden. «Wir sind alles Profis. Das ist für uns kein Problem.»
Kein Verlass auf die Abwehr
Wer sah, wie sich die YB-Spieler gegen Lausanne bewegten, der stellte sich unweigerlich ein paar Fragen. Beispielsweise weshalb Silberbauer und Farnerud im zentralen Mittelfeld nicht besser harmonierten? Oder wieso Mayuka nur noch ein Schattenmann ist, seit er vom Africa-Cup zurückgekehrt ist? Oder wie es kommt, dass der talentierten Gruppe zuweilen überhaupt nichts gelingen will? Das sind alles Fragen, die sich auch Gross im stillen Kämmerlein stellen wird. Öffentlich beschränkte er sich gestern darauf, die Verteidigungsarbeit zu kritisieren («Wir konnten uns nicht auf die Abwehr verlassen.») und darauf hinzuweisen, dass das skandinavische Duo bei anderer Gelegenheit schon gut funktioniert habe. (Der Bund)
Erstellt: 09.04.2012, 18:48 Uhr
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8 Kommentare
Schon vor Stellenantritt prophezeit. Kaenzig und Gross sind die falschen für YB. Nur will es fast niemand wahrhaben. Gross ist ein Schönwettertrainer. Wo hat er reüsiert ausser bei Basel, wo ihm Millionen zur Verfügung standen? Wo hat Kaenzig seinen Leistungsausweis? Ausser immer schöne Reden. Wo ist nun die dritte Rakete. Für YB braucht es Herz, Einfühlungsvermögen und nicht Millionen. Antworten
Die gestrige Leistung war unbestritten unterirdisch. Ich glaube aber nicht, dass Gross ein "Schönwetter-Trainer" ist. Er ist veil mehr ein Arbeits-Tier der mit Disziplin und harter Arbeit ans Ziehl gelengen will. Sonderbar ist, dass er es nicht vermag den Spielern klar zu machen wieso sie sich auf dem Feld für YB zerreissen sollen und das bereitet mir grosse Sorgen. Ob er der richtige ist? ...... Antworten
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