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YB bleibt ein Mysterium
Von Alex Trunz. Aktualisiert am 22.10.2012 1 Kommentar
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Grasshoppers - Young Boys 3:2 (3:0).
Letzigrund. - 11'900 Zuschauer. - SR Carrel. - Tore: 17. Hajrovic 1:0. 30. Hajrovic 2:0. 45. Zuber (Abrashi) 3:0. 50. Martinez (Bobadilla) 3:1. 90. Bobadilla (Farnerud) 3:2.
Grasshoppers: Bürki; Lang, Vilotic, Grichting, Pavlovic; Salatic; Hajrovic (83. Feltscher), Abrashi, Toko (77. Gashi), Zuber; Ben Khalifa (86. Mustafi).
Young Boys: Wölfli; Sutter (80. Gonzalez), Nef, Veskovac, Raimondi; Zarate, Costanzo, Farnerud, Nuzzolo (70. Vitkieviez); Martinez (61. Frey), Bobadilla.
Bemerkungen: GC ohne Coulibaly. YB ohne Simpson, Doubai und Spycher (alle verletzt). - Verwarnungen: 24. Zarate (Foul), 46. Sutter (Foul), 56. Toko (Foul), 59. Salatic (Reklamieren), 83. Costanzo (Foul), 91. Bürki (Unsportlichkeit), 91. Vitkieviez (Unsportlichkeit).
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Super League
33. Runde
| 16.05. | Basel - Lausanne | 2 : 0 |
| 16.05. | Sion - Grasshoppers | 0 : 4 |
| 17.05. | Thun - St.Gallen | 3 : 0 |
| 18.05. | Servette - Young Boys | - : - |
| 18.05. | FC Zürich - Luzern | - : - |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 33 | 19 | 9 | 5 | 59:30 | 66 |
| 2. | Grasshoppers | 33 | 17 | 9 | 7 | 41:30 | 60 |
| 3. | St.Gallen | 33 | 16 | 8 | 9 | 49:32 | 56 |
| 4. | FC Zürich | 32 | 13 | 7 | 12 | 50:41 | 46 |
| 5. | Sion | 32 | 12 | 9 | 11 | 36:45 | 45 |
| 6. | Thun | 33 | 12 | 8 | 13 | 41:42 | 44 |
| 7. | Young Boys | 32 | 10 | 9 | 13 | 43:43 | 39 |
| 8. | Luzern | 32 | 8 | 12 | 12 | 34:42 | 36 |
| 9. | Lausanne | 33 | 6 | 9 | 18 | 25:47 | 27 |
| 10. | Servette | 31 | 5 | 8 | 18 | 24:50 | 23 |
34. Runde
| 25.05. | Lausanne - Luzern | - : - |
| 25.05. | Sion - Thun | - : - |
| 26.05. | St.Gallen - Servette | - : - |
| 26.05. | Young Boys - FC Zürich | - : - |
| 26.05. | Grasshoppers - Basel | - : - |
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Dann kam er, der Höhepunkt der Berner Demontage vor der Pause: GC kombinierte sich stilsicher und schnell durchs YB-Mittelfeld, spielte auf der linken Seite Abrashi frei, der im Strafraum so mustergültig für Zuber auflegte, dass dieser den Ball in der Mitte nur noch zum 3:0 über die Torlinie drücken musste. Dieser Treffer in der 45. Minute bedeutete nicht nur die frühe Entscheidung, er war irgendwie das Spiegelbild der Auftritte der beiden Teams. Hier Leader GC, voller Selbstvertrauen, voller Spielfreude, voller Energie; dort die Young Boys, ohne Punch, ohne Ideen, ohne Lust.
Keine gute Figur
Auch Martin Rueda nahm ob des kläglichen Auftritts vor der Pause kein Blatt vor den Mund. «Wir haben uns nach dem ersten Gegentor vorführen lassen», sagte der YB-Trainer mit frustriertem Unterton, «es fehlte die Aggressivität, wir kamen immer zu spät.»
Dass YB die erste grosse Chance des Spiels hatte, bei der Josef Martínez den Ball aber freistehend aus wenigen Metern nicht am starken Roman Bürki vorbeibrachte, blieb am Ende nur noch eine Randnotiz. Izet Hajrovic lancierte zehn Minuten später die halbstündige GC-Gala mit einem Freistosstreffer aus 25 Metern. Marco Wölfli machte dabei keine gute Figur. Wie danach auch beim zweiten Tor desselben GC-Akteurs. Dass er beim 0:1 offenbar ausrutschte und dass der nicht sehr platzierte Ball beim 0:2 unglücklich aufsetzte, darf zwar mildernd erwähnt werden. Eine Mitschuld in beiden Fällen muss der YB-Captain trotzdem auf sich nehmen.
Das 2:3 fiel zu spät
Rueda wollte später dem Einwand, dass er sein Team zu offensiv formiert habe, kein Gewicht geben. «Wir wollten hier gewinnen, deshalb haben wir diese Aufstellung gewählt», begründete er und gab dabei zu bedenken, «dass wir immerhin fünf Mittelfeldspieler auf dem Feld hatten». Weil Spycher wegen seiner Knieentzündung weiterhin pausieren musste, hatte der YB-Trainer mit Costanzo und Farnerud einen offensiven «Doppelsechser» formiert und davor das Trio Zárate, Martínez und Nuzzolo hinter Bobadilla, der einzigen Spitze.
Die Berner fanden aber erst zu ihrem Spiel, als die Entscheidung bereits gefallen war. Klare Vorteile bei den Spielanteilen, ein Chancenplus und eine Leistungssteigerung reichten jedoch bloss noch zur Resultatkosmetik. Nach dem herrlichen 1:3 mittels Direktabnahme von Martínez dauerte es jedoch zu lange, bis Bobadilla in der 90. Minute das Anschlusstor gelang. GC, das nach der Pause stark abbaute, rettete die drei Punkte über die Zeit.
«Was sollen wir uns gross verstärken, wenn wir nur noch um Platz 5 spielen?»
«Das Resultat ist noch das Beste an diesem Spiel», übte sich YB-CEO Ilja Kaenzig in Galgenhumor. Auch er fand keine Erklärung für den völlig missratenen Auftritt vor der Pause. «Es ist ein Auf und Ab, wir kommen einfach nicht weiter», ärgerte er sich. Dann rechnete er vor: «Wir haben in dieser Saison nun schon 21 Pflichtspiele bestritten, und immer noch ist keine Stabilität beim Team zu erkennen.» Ein Rezept, wie dieses Problem schnell behoben werden kann, kennt er im Moment aber auch nicht. «Uns bleibt gar nichts anderes übrig, als weiter daran zu arbeiten.»
Die Option, mit Retouchen beim Personal neue Impulse zu setzen, schloss er aus. An der Position des Trainers werde «ganz sicher nicht» gerüttelt, und dass im Winter mehrere neue Spieler zum Kader stossen, schloss er ebenfalls aus. «Was sollen wir uns gross verstärken, wenn wir nur noch um Platz 5 spielen?», antwortete er mit einer Gegenfrage. Zudem würden auch die rücklaufenden Zuschauerzahlen beim Budget eher dazu führen, dass auf der finanziellen Ebene nochmals gespart werden müsse. Wohin der Weg von YB in dieser Saison noch führt, bleibt deshalb eine offene Frage. 15 Punkte beträgt der Rückstand auf Leader GC nach 13 Runden – das ist zu viel für eine Mannschaft mit Ambitionen wie YB!
Bobadillas Ehrenrunde
Beim BSC Young Boys war an diesem sonnigen Nachmittag in Zürich also vieles nicht zu erklären. Wie auch der letzte Akt, als Raúl Bobadilla nach dem Schlusspfiff eine überraschende Ehrenrunde vor der GC-Kurve drehte. «Er hat vor einigen Jahren hier gespielt und sich sehr auf diese Partie gefreut. Danach wollte er sich wohl bei den Zürcher Fans verabschieden», versuchte Rueda das unerwartete Verhalten seines Stürmers zu erklären. Der GC-Anhang dagegen empfand dies als Provokation. Es war das letzte von vielen Missverständnissen bei den Bernern, die ein Mysterium bleiben. (Der Bund)
Erstellt: 21.10.2012, 18:05 Uhr
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