YB war wieder wintertauglicher
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Sion - Young Boys 0:1 (0:0)
Tourbillon. - 8700 Zuschauer. - SR Klossner. - Tor: 83. Spycher (Penalty/Foul von Rodrigo an Vitkieviez) 0:1.
Sion: Vanins; Vanczak, Adailton, Dingsdag, Bühler; Rodrigo, Serey Die (86. Ianu); Yoda (46. Melo), Margairaz, Crettenand; Danilo (73. Tréand).
Young Boys: Wölfli; Zverotic, Nef, Silberbauer, Spycher; Vitkieviez, Doubai, Farnerud, Degen (67. Simpson); Bobadilla, Martinez (89. Nuzzolo, 92. Costanzo).
Bemerkungen: Sion ohne Basha (gesperrt), Mrdja, Obradovic (beide verletzt), Aislan (noch nicht einsatzberechtigt) und Sauthier (nicht im Aufgebot). Young Boys ohne Veskovac (verletzt), Mayuka (Afrika-Cup), Ben Khalifa, Mveng, Sutter und Raimondi (alle nicht im Aufgebot). 53. Lattenschuss Adailton. - Verwarnungen: 32. Yoda (Ballwegschlagen). 33. Vitkieviez (Foul). 69. Dingsdag (Foul). 72. Serey Die (Reklamieren). 74. Doubai (Foul). 81. Rodrigo (Foul). 83. Bobadilla
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Die Stadtgärtnerei von Sion hatte keinen Aufwand gescheut, um das Stade de Tourbillon spielbereit zu machen. Sie hatte Heizzelte aufgestellt, um den Rasen aufzutauen und auf der schattigen Platzhälfte die Eisschicht weggekratzt, die sich über Nacht wiedergebildet hatte. Ihre Anstrengungen wurden belohnt. Schiedsrichter Klossner befand gestern um die Mittagszeit, die Unterlage lasse am späteren Nachmittag einen Super-League-Match zu. Ob das eine weise Entscheidung war, sei dahingestellt. Nein, befand der unterlegene Sion-Trainer Laurent Roussey nach Ende der Rutschpartie. Deshalb mochte er die Geschehnisse auf dem Rasen auch nicht kommentieren. Für YB-Trainer Christian Gross waren es «Verhältnisse am Rande der Regularität».
Fakt ist: Als das Spiel begann, waren weite Teile des Terrains gefroren. Die Spieler rutschten auf der seifigen Unterlage immer wieder aus und zeigten unfreiwillige Slapstickeinlagen. Besondere Balancekünste waren von jenen gefragt, die ihre Arbeit auf der Haupttribünenseite zu verrichten hatten. Dort nützte es auch nichts, wenn man wie Matias Vitkiewiez vor der Pause oder Christoph Spycher in der zweiten Halbzeit «Tausendfüssler» an den Füssen trug. Er sei etliche Male ausgerutscht, sagte Vitkiewiez. Wichtig sei gewesen, sich nicht entmutigen zu lassen, wenn wieder etwas schiefgegangen sei. «Es war eine Frage des Kopfes.»
Der Match auf dem gefrorenen Boden hatte beim gebürtigen Uruguayer unübersehbare Spuren hinterlassen. Die Ellbogen waren geschürft, die rechte Hand blutete. Die Neuverpflichtung aus Genf gehörte wie beim Rückrundenstart zu den auffälligsten Bernern. Und er provozierte die spielentscheidende Szene. Rodrigo umklammerte ihn bei einem Zweikampf im Sion-Strafraum. Schiedsrichter Klossner taxierte diese Aktion als penaltywürdig, was das Walliser-Publikum mit einem gellenden Pfeifkonzert und dem Werfen von Plastikbechern quittierte.
Spychers Premiere
Spycher liess sich von den gellenden Pfiffen nicht beeindrucken: Der Ex-Internationale nahm einen Kürzestanlauf und schoss den Strafstoss scharf und präzis in Vanins rechte Ecke. YB führte knapp 10 Minuten vor Schluss 1:0. Der Sieg geriet nur noch in Gefahr, als Vanczak eine Tréand-Flanke um einen halben Schritt verpasste.
Christoph Spycher als Penaltyschütze aus dem Spiel heraus: Das ist ein Novum. Der bald 34-jährige Verteidiger übernahm diese delikate Aufgabe bisher nie in Wettbewerbspartien, obwohl er kein schlechter Elfmeterschütze ist. Im verlorenen Cup-Achtelfinal gegen Winterthur zum Beispiel trafen im Elfmeterschiessen nur er und Degen ins Netz. Keine Nerven zeigte der Berner auch in einem Testmatch gegen Kiew, der erst im Penaltyschiessen entschieden wurde.
Silberbauer als Innenverteidiger
Im Vergleich zum Startspiel hatte Gross einige eher überraschende Dispositionen vorgenommen. Für den angeschlagenen Veskovac nominierte er in der Innenverteidigung Silberbauer. Dessen Position im zentralen Mittelfeld übernahm Pascal Doubai. Im Angriff stand nicht wie erwartet Costanzo an der Seite von Bobadilla, sondern der erst 18-jährige Josef Martinez. Der junge Venezolaner deutete mehrmals an, welches Potenzial in ihm steckt. Entscheidendes vermochte er im Tourbillon aber nicht zu bewegen. Eine starke Leistung zeigte Doubai, der sich immer wieder elegant an Gegnern vorbeischlängelte und mit der schwierigen Unterlage kaum je Mühe bekundete. Silberbauer agierte an der Seite von Nef so ruhig und abgeklärt, als hätte er diesen Part schon etliche Male gespielt. Er habe bei Utrecht auch schon in der Innenverteidigung gespielt, klärte der Däne auf. Diese Ausgangslage erleichterte Gross die Entscheidung, auf den erfahrenen Silberbauer zu setzen statt den immer noch leicht angeschlagenen Ojala zu nominieren. (Der Bund)
Erstellt: 12.02.2012, 18:05 Uhr
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