YB leckt schon wieder Wunden
Von Ruedi Kunz. Aktualisiert am 29.08.2011 4 Kommentare
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- FCZ schlägt YB mit Schlussspurt, Servette düpiert den FC Sion
- Der FC Basel holt gegen Thun drei Punkte
Young Boys - FC Zürich 2:3 (1:0)
Stade de Suisse. - 22 254 Zuschauer. - SR Hänni. - Tore: 24. Nef (Zverotic) 1:0. 74. Djuric (Aegerter) 1:1. 83. Nef (Zverotic) 2:1. 84. Affolter (Eigentor) 2:2. 92. Alphonse 2:3.
Young Boys: Wölfli; Zverotic, Nef, Veskovac (46. Affolter), Lecjaks (70. Sutter); Mayuka, Silberbauer, Farnerud, Raimondi (45. Nuzzolo); Bienvenu, Ben Khalifa.
FC Zürich: Leoni; Philippe Koch, Beda, Teixeira, Rodriguez; Schönbächler (64. Nikci), Aegerter, Buff (70. Gajic), Djuric; Alphonse, Mehmedi.
Bemerkungen: Young Boys ohne Costanzo, Dudar, Lingani, Spycher (alle verletzt), Mveng und Ojala (beide nicht im Aufgebot). FC Zürich ohne Chermiti (gesperrt), Kukuruzovic, Margairaz (beide verletzt), Chikhaoui und Zouaghi (beide U21). 44. Lattenschuss Alphonse. 47. Tor von Alphonse wegen Offside aberkannt. 47. Schuss von Nuzzolo ans Lattenkreuz. - Verwarnungen: 19. Schönbächler (Foul). 35. Alphonse (Foul). 90. Nuzzolo (Foul).
Super League
36. Runde
| 23.05. | Basel - Young Boys | 1 : 2 |
| 23.05. | Lausanne - Grasshoppers | 2 : 1 |
| 23.05. | Sion - Luzern | 1 : 3 |
| 23.05. | Thun - FC Zürich | 2 : 4 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 34 | 22 | 8 | 4 | 78:33 | 74 |
| 2. | Luzern | 34 | 14 | 12 | 8 | 46:32 | 54 |
| 3. | Young Boys | 34 | 13 | 12 | 9 | 52:38 | 51 |
| 4. | Servette | 34 | 14 | 6 | 14 | 45:53 | 48 |
| 5. | Thun | 34 | 11 | 10 | 13 | 38:41 | 43 |
| 6. | FC Zürich | 34 | 11 | 8 | 15 | 43:44 | 41 |
| 7. | Lausanne | 34 | 8 | 6 | 20 | 29:61 | 30 |
| 8. | Grasshoppers | 34 | 7 | 5 | 22 | 32:66 | 26 |
| 9. | Sion | 34 | 15 | 8 | 11 | 40:35 | 17 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
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Freud und Leid liegen im Fussball zuweilen extrem nahe beieinander. Nach 83 Minuten lagen sich die Young Boys in den Armen. Alain Nef hatte eben sein zweites Kopfballtor an diesem Nachmittag erzielt und damit die Gastgeber zum zweiten Mal in Führung geschossen. Keine 60 Sekunden später schauten sich die Berner ungläubig an, nachdem Affolter einen Corner von Gajic ins eigene Tor abgelenkt hatte. Mitschuldig an diesem Gegentreffer: Goalie Wölfli, der nicht an die wenige Meter vors Goal getretene Hereingabe herangekommen war.
Vollkommene Fassungslosigkeit bei YB dann in der 92. Minute, nachdem Alphonse unbedrängt einen Cornerball von Rodrigues ins Netz gelenkt hatte. Der FCZ hatte in extremis einen verrückten Match gedreht und damit den Kopf aus der Schlinge gezogen. Hätte er in Bern im siebten Meisterschaftsspiel bereits die fünfte Niederlage erlitten, wäre die FCZ-Führung mit etlichen unangenehmen Fragen konfrontiert gewesen. So aber konnte Urs Fischer die aufregende Begegnung hinterher relativ entspannt kommentieren. Beide Teams hätten dem Publikum ein ordentliches Spektaktel geboten, sagte der FCZ-Trainer. Wichtig war ihm, die Solidarität und den guten Geist seiner Gruppe hervorzustreichen.
«Ganz dumm angestellt»
Ganz anders präsentierte sich die Gefühlslage bei den Verlierern. Mit hängenden Schultern und leerem Blick trotteten die Spieler in die Garderobe. Mit der Presse reden mochte vorerst nur Doppeltorschütze Nef. «Ganz bitter» sei diese Niederlage, brummte der Verteidiger. Weil sie sich bei stehenden Bällen «zweimal ganz dumm angestellt» hätten, stünden sie jetzt wieder mit leeren Händen da. Woher die Konzentrationsschwäche in der Abwehr rühre, würde der bodenständige Zürcher auch gerne wissen. Vielleicht zeigten er und seine Kollegen «zu wenig Biss in gewissen Situationen», meinte er selbstkritisch.
Den Vorwurf des mangelnden Bisses müssen sich zum wiederholten Mal die YB-Stürmer gefallen lassen. Bienvenu war zwar enorm fleissig, doch er kam nicht ein einziges Mal zu einem Torschuss. Ben Khalifa agierte ein weiteres Mal unglücklich und war weit weg von seinem ersten Erfolgserlebnis im gelbschwarzen Trikot. Und Mayuka kam seine Ungestümheit in die Quere, als er nach Bienvenus feinem Steilpass freie Bahn hatte (45.) oder später eine Flanke Nuzzolos am Goal vorbeiköpfelte (59.).
Bescheidene vier Tore haben die vier Angreifer Ben Khalifa, Bienvenu, Mayuka und Schneuwly in sieben Super-League-Partien zustande gebracht. Für die hohen Ansprüche, die YB hat, ist das eindeutig zu wenig. Christian Gross, der wiederholt mehr Effizienz im Abschluss gefordert hatte, mochte nicht wieder auf seinen Stürmern herumreiten. «Wir haben den Match in der Defensive verloren», sagte der YB-Trainer. Er bemängelte das fehlende Verantwortungsbewusstsein bei stehenden Bällen und die Konzentrationsschwächen.
«Ganz schlechte Woche»
Am Ende der «heissen Woche» (Originalton Gross) mit den drei Heimspielen gegen Thun, Braga in der Europa League und den FCZ ist die Ernüchterung bei YB gross. Gegen die nationale Konkurrenz aus dem Berner Oberland und Zürich resultierten zwei Heim-Nullnummern. Gegen Braga schaute ein achtbares, aber nutzloses 2:2-Unentschieden heraus. «Resultatmässig war es eine sehr schlechte Woche», konstatierte Gross. Nach dem Ausscheiden in der Europa League werde vieles infrage gestellt. Es tönte beinahe schon nach einer ersten Durchhalteparole, als der 57-jährige Zürcher verkündete: «Wir müssen Moral zeigen und Kräfte sammeln für das nächste Meisterschaftsviertel.»
Emotionaler Moment nach dem Abpfiff: YB-Trainer Christian Gross versucht, Doppeltorschütze Alain Nef zu trösten. Foto: Keystone (Der Bund)
Erstellt: 29.08.2011, 06:56 Uhr
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4 Kommentare
Was für ein Fehler, die letztjährige Mannschaft mutwillig zu zerstören und Petkovic in die Wüste zu schicken. YB spielte unter P (nicht immer, ok, aber oft, vor allem in den ersten beiden Saisons und letzte Saison im Europacup) wunderbaren, technischen Fussball, basierend auf ein funktionierendes Kurzpassspiel. Einverstanden: YB gewann unter P nichts, war aber die spielstärkste Mannschaft der Liga Antworten
YB ist zur Zeit eine Baustelle. Wölfli immer unsicherer, Reklamieren statt Dirigieren, Mayuka rechts eine Fehlbesetzung, die so wirksame und unberechenbare Aussenzange der "Strassenfussballer" Lulic-Degen ist Teilvergangenheit und vorne ist Flaute angezeigt. Kein Klassestürmer in Sicht, dafür 6x Mittelmass (ausser Degen). Da hat Gross einiges zu tun und Kaenzig für die kommende Saison sowieso. Antworten
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