YB an neuem Tiefpunkt
Von Peter Herzog. Aktualisiert am 28.11.2011 5 Kommentare
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So hatte man Christian Gross noch nie gesehen, seit er Trainer der Young Boys ist. Im engen Presseraum unter der Tribüne der Schützenwiese rang er sichtlich um seine Fassung. Gross sprach von einer grossen Enttäuschung und bemängelte erneut die Harmlosigkeit seiner Mannschaft in der Offensive.
Doch diesmal war es nicht schlicht eine Niederlage, auf der Schützenwiese endete für YB auch die Hoffnung, die Saison mit einem Cup-Erfolg retten zu können. Wenn die Leistung in der Meisterschaft nicht stimmt – weshalb sollte sich der Erfolg im Cup einstellen?
Im Strafraum nicht präsent
Ob vor einer Woche in Basel gegen den Meister oder gestern Sonntag in Winterthur gegen den Zehnten der Challenge League: Die Darbietungen der Young Boys gleichen sich. Die Mannschaft erarbeitet sich Chancen, lässt im Schnitt nicht mehr als ein Gegentor zu, doch im Strafraum, in der entscheidenden Zone, sind die Young Boys seit Wochen nicht mehr präsent.
Gegen Winterthur liess Gross als sogenannte Nummer 6 im Zentrum Spycher für den gesperrten und zuletzt gescholtenen Silberbauer spielen, Doubai blieb auf der Bank. Nach einer Stunde beorderte er den kopfballstarken finnischen Verteidiger Ojala für den enttäuschenden Schneuwly als Sturmspitze – aber auch mit der Brechstange liess sich der Erfolg nicht erzwingen. Und in der Schlussphase kamen Nuzzolo für Costanzo und mit Hinblick auf das sich abzeichnende Penaltyschiessen Raimondi für Lecjaks.
Doch was Gross auch anordnet – es bringt zurzeit keinen Erfolg. Raimondi und Nuzzolo, die sich beide einen Ruf als Penaltyschützen erworben hatten, versagten beim Elfmeterschiessen, ebenso Farnerud. Der Schwede, der in der 66. Minute den Pfosten traf, erlebt zurzeit keine leichte Zeit.
Weit hinter den eigenen Ansprüchen
Nach jeder Niederlage sehen sich die YB-Verantwortlichen gezwungen, zurückzurudern und für Geduld zu plädieren. YB-CEO Ilja Kaenzig betonte auf entsprechende Fragen erneut, dass der Trainer kein Thema sei. Nach neun Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze und dem Aus im Schweizer Cup fällt es indes immer schwerer, überhaupt noch Ziele für diese Saison zu formulieren. Die Berner hinken weit hinter den selbst formulierten Ansprüchen zurück.
Die Hoffnungen ruhen nun auf den in der Winterpause angekündigten Verstärkungen für die Offensive. Doch zu glauben, mit zwei neuen Stürmern würden die Probleme auf einen Schlag behoben sein, ist trügerisch. Das weiss auch Christian Gross. Vielleicht deshalb wirkte er gestern so nachdenklich. (Der Bund)
Erstellt: 28.11.2011, 05:01 Uhr
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5 Kommentare
Ich frage mich was seit der Ära Känzig in Bern besser geworden ist? Eine funktionierende Mannschaft und Umgebung so auf den Kopf zu stellen und sich dann wundern wenn es nicht läuft. Staff weg (Niedermeier und Co.), Spieler weg (Bienvenue, Doubai, Lulic), Jugendkonzept weg (Elfenbeinküste)...und Sorry was bleibt uns?
Der SCB hat den Trainer entlassen, weil er nicht Attraktiv spielte, und wir??
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