«Wir müssen uns vom Titelgedanken lösen»
Von . Aktualisiert am 21.11.2011 8 Kommentare
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Ilja Kaenzig, noch nicht einmal die Hälfte der Saison ist, um und schon müssen die Berner Young Boys die Meisterträume erneut begraben. Oder glauben Sie, dass die neun Punkte Rückstand auf Basel noch aufzuholen sind?
Wir müssen uns von den Titelgedanken lösen. Es zeigt sich, dass die Hoffnungen, die wir im Sommer bei YB hegten, zu euphorisch waren. Der Kulturwandel, der mit der Verpflichtung von Christian Gross begonnen hat, dauert länger. Ja, es ist ein langer Prozess. Wir haben geglaubt, das bringen wir schneller hin. Das geht aber nicht. Das müssen wir akzeptieren, und das wussten wir bereits vor dem Spiel in Basel. Der FCB hat ein Meisterteam, die Spieler zeigen das Selbstbewusstsein, die Winnermentalität und die Klasse, die es braucht, um Titel zu holen. Dies alles müssen wir uns erst noch erarbeiten.
Die Fans sehen das aber nicht so. Weshalb hat YB die Zielsetzung öffentlich nicht zurückgeschraubt?
Christian Gross redet doch ständig gegen diese grossen Erwartungen an.
Basel hat vor allem die besseren Stürmer als YB. Wie weit sind die Verhandlungen mit den Neuverpflichtungen, die im Winter kommen sollen?
Wir arbeiten daran, aber ich wiederhole: Bei YB gibt es kein Mäzenatentum, Neuverpflichtungen müssen ins Budget passen. Es ist auch zu einfach, die Ursachen nur bei den Stürmern zu suchen. Christian Gross weiss, wie man eine Mannschaft formt, die Titel gewinnt. In Basel dauerte es drei Jahre, bis sich 2002 mit dem Gewinn der Meisterschaft der grosse Erfolg einstellte.
Bekommt er bei YB diese Zeit?
Ja, die bekommt er. Wir haben mit seiner Verpflichtung einen neuen Weg eingeschlagen und wir verfolgen diesen konsequent weiter. Und es bringt auch nichts, nach jeder Niederlage alles infrage stellen zu wollen.
Und was sagen die Geldgeber dazu, die Gebrüder Andy und Hans-Ueli Rihs und Benno Oertig?
Sie gehen auf diesem Weg voran. Sie wissen genau, dass es Geduld und viel Arbeit braucht.
Ihr Verhältnis zu Christian Gross soll laut Gerüchten mittlerweile angespannt sein. Ist das so?
Nein – das ist nicht der Fall. Wir diskutieren manchmal in der Sache hart, aber zwischen uns gibt es keine Probleme. Der Trainer hat seine Wünsche, die Investoren sagen, was machbar ist und was nicht. Wir können nicht alle seine Wünsche umsetzen, aber Investoren und Verwaltungsrat stehen zu hundert Prozent hinter Christian Gross. (Der Bund)
Erstellt: 21.11.2011, 08:33 Uhr
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8 Kommentare
Keine falsche Bescheidenheit Herr Kaenzig. Der Kulturwandel wurde bereits nach ein paar Monaten erfolgreich vollzogen oder ist noch was übrig vom sympathischen und immer attraktiv nach vorne spielenden Verein von Pitschi Patschi Petko, wo auch junge Spieler regelmässig ihre Chance bekamen? Antworten
Der Vergleich mit FC Basel ist nicht korrekt. In Basel brauchte er 3 Jahre (das ist schon viel) von einem Team dass unten war. YB war die letzten Jahre ganz ganz nahe dran am Titel, also nur noch 1 Schritt um Meister zu werden. Jetzt ist man aber scheinbar mehrere Schritte zurück gegangen. Ich denke kaum, dass die Fans in bern noch mehrere Jahre warten wollen. Antworten
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