Wenn der Schiedsrichter die Offside-Regel nicht kennt
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 29.03.2010 24 Kommentare
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Offside ist, wenn nicht mindestens zwei Gegenspieler zwischen dem Passadressaten und der Torlinie stehen. So einfach ist grundsätzlich die Offsideregel. Grundsätzlich ist aber vieles etwas anders, seit das aktive und das passive Offside erfunden wurden. Und genau um diesen Punkt ging es am Samstag bei Hertha Berlin gegen Borussia Dortmund. ( 2.613 -2.28%)
Die Berliner spielen einen Ball in die Tiefe, Theofanis Gekas startet ganz leicht im Abseits. Der Ball kommt aber nicht bis zum griechischen Stürmer. Der Dortmunder Abwehrspieler Santana hat die Situation und den Ball scheinbar unter Kontrolle. Noch scheinbarer ist dann aber sein Blackout. Er will den Ball zu seinem Keeper köpfeln, was Gekas durchschaut und den Ball selber mit dem Kopf über Roman Weidenfeller verlängert.
«Es war ein korrektes Tor»
Doch Schiedsrichter Lutz Wagner gab das Tor nicht. Offside. Berlins Manager Michael Preetz tobte. «Auf dem Platz habe ich dem Schiedsrichter gesagt, dass ich eine Erklärung will, warum er diesen Treffer nicht gegeben hat. Seine abenteuerliche Begründung lautete, dass es nur eine neue Spielsituation gewesen wäre, wenn der Pass von einem Hertha-Spieler gekommen wäre», berichtet Preetz in der deutschen Boulevard-Zeitung «Bild». «Wenn ein Schiedsrichter die Regeln nicht kennt, dann haben wir ein Problem», schob er verärgert nach.
Der betroffene Schiedsrichter holte sich Hilfe beim Schiedsrichter-Lehrer Eugen Strigel. «Santana köpft den Ball bewusst zurück, dadurch entsteht eine neue Situation und es war ein korrektes Tor», so das Fazit von Strigel. Und auch Wagner gab am Tag danach kleinlaut zu: «Das sollte man laufen lassen. Mit einem Tag Abstand wäre es besser gewesen, die Fahne unten zu lassen», wird der Schiedsrichter von «Bild» zitiert.
Die Einführung von aktivem und passivem Offside sollte eigentlich zu mehr Treffern führen. Ob es wirklich so ist? Fakt ist eigentlich nur, dass es viel mehr Diskussionen gibt. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.03.2010, 11:12 Uhr
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24 Kommentare
Der Schiri musste in Sekundenbruchteile entscheiden, ob eine neue Spielsituation entstanden ist. Bei dieser Entscheidung steht ihm ein Ermessen zu. So gesehen, kein Fehlentscheid; auch wenn er nachträglich betrachtet vielleicht anders entschieden hätte. Im Eishockey darf der Videobeweis nur zu Hilfe genommen werden, wenn es darum geht, ob Tor oder nicht. Da geht es eben viel schneller! Antworten
Erstaunlich, da ist die Aussage einen Schiedsrichter-Lehrers, der Schiedsrichter selbst gibt es am nächsten Tag zu, aber immer noch gibt es ein paar Schweizer-Besserwisser-ich-bin-schon-seit-25-Jahren-Schiedsrichter-Oberschlaumeier, die sagen es sei Offside! Und die Erde ist flach! :-) Antworten
Könnte der 4. Schiri z.B. gleich das Video konsultieren wie im Eishockey wäre das ganze Hinfällig und Schiri, Spieler, Trainer,Fans besser schlafen. Das Thema wäre abgehakt. Aber eben: die Uefa, äh Fifa... sollte Hertha wegen der UEFA, äh FIFA (Videokonsultation verboten) absteigen, wäre das ganz bitter! Der Schiri tut mir eigentlich noch leid, da seine Linienkumpanen ja vor Allem versagt haben. Antworten
War vor nicht allzu langer Zeit kein Problem: da Abseitsposition bei der Ballabgabe entscheidend, sofort Fahne hoch und mit Pfiff weiterspielen unterbinden; nicht erst nachher beurteilen, wieviel aktiv er war, denn die Verteidigung störte er von Anfang an - heute gibt es auch oft unnötige Zusammenstösse mit Verletzungen, da zugewartet wird, bis der abseits Stehende sich kräftig einmischt. Antworten
@piemontese: die rückgabe war miserabel, unbestritten und das ein routinierter stürmer darauf spekuliert spricht für ihn. aber da gekas in den ganzen 4-5 sek. der aktion aktiv den verteidiger bedrängt hat, kam es zu keiner neuen situation. der verteidiger konnte den ball ja wegen gekas gar nicht kontrollieren. stoppt er den ball, wäre der zweite stürmer im rücken. wäre gekas stehen geblieben! Antworten
@fusco/correcher: wer in dieser situation davon spricht, der verteidiger sei unbedrängt gewesen, soll sich bitte die situation im normaltempo ab ballabgabe bis kopfball anschauen: diese situation dauert 3-4 sek., der verteidiger wird einerseits von gekas bedrängt und hat im rücken einen weiteren berlin-stürmer. eine neuen situation hätte gekas herbeigeführt, wenn er sich passiv verhalten hätte! Antworten
Man ist beim Fussball ja immer irgendwie bedrängt. Aber hier von einem aktiven Offside zu sprechen ist absurd. Der Verteidiger hat den Ball ja sogar noch einmal aufspringen lassen, bevor er ihn (Gesicht zum Torhüter) zurückköpfelte. War schlicht ne versaute Rückgabe und kein Offside. Antworten
liebe (nicht-)fussballer. das ganze hat doch absolut gar nichts mit einer neuen situation zu tun. bei einem hohen, langen pass von 10m hinter der mittellinie in die spitze hinter die verteidigung kann man doch nicht davon sprechen, dass der verteidiger unbedrängt ist, wenn er einen stürmer quasi neben sich und einen hinter sich hat. sogar als jahrelanger stürmer verteidige ich den entscheid! Antworten
Der Schiri hat einfach zu spät gepfiffen: Bei Ballabgabe: Gekas greift aktiv ins Spielgeschehen ein u. ist der einzige Herthaner, der den Ball kriegen könnte = Offside. Verteidiger macht einen BEABSICHTIGTEN Rückpass ohne gegnerische Einwirkung = NEUE Spielsituation = kein Offside. ABER: Verteidiger stolpert, kriegt Ball an den Hinterkopf, Gekas staubt ab = keine neue Spielsituation = Offiside. Antworten
absolut irregulär--passives offside wurde eben eingeführt, dass der aktive linienrichter, um dem vor dem letzten verteidigenden, aber nicht in die gerade laufende aktion eingreifenden stürmers, nicht wissentlich die sicht verdeckt, sodass der schiedsrichter dem zwar gefoulten, aber doch den vorteil laufenden nachteil nicht unterbindet Antworten
@Correcher Ist mir klar. Nur wäre Gekas nicht mehr an den Ball gekommen, wäre er den Meter weiter hinten gestartet, mit welchem er sich nicht im Abseits befunden hätte. Für mich hätte das (eigtl.regelkonforme) Anerkennen des Tors, so etwas wie "fruit of the poisonous tree" wie die Amerikaner es nennen. Von einem, in erster Linie unrechtlich erworbenen Vorteil, Nutzen ziehen. besser ganz abschaff. Antworten
für mich klar abseits. der pass geht an den offside stehenden mitspieler, auch wenn der ihn nicht erhält. und nur weil der verteidiger danach einen fehlkopfball macht ist das abseits nicht aufgehoben. das abseits entsteht im moment der ballabgabe des mitspielers und als passiv kann man es m.E. nicht werten, denn der ball geht in seine richtung und er geht in richtung ball und nicht irgendwie ander Antworten
Hr. Müller/Poltera/Keller Sie haben die Situation nicht ausreichend analysiert: Gekas steht bei Balabgabe leicht im Offside u. rennt los um ins Spielgeschehen einzugreifen. Hätte der Schiri gleich abgepfiffen wäre es korrekt gewesen - hat er aber nicht. Der UNBEDRÄNGTE Verteidiger wollte den Ball dem Goalie zurückspielen (rechnete aber nicht mit Gekas) u. hob damit unglücklich das Offside auf. Antworten
Offside ganz abschaffen. Damit würden zwei Fliegen auf einen Schlag getroffen. 1. Keine unnötigen Diskussionen "Abseits ja oder nein?" mehr. 2. Das Spiel wird auseinandergezogen und damit sicherlich mehr Torsituationen geschaffen und somit für den Zuschauer sicher auch attraktiver. Schliesslich geht der Zuschauer wegen der geschossenen Tore und nicht wegen den Offsidefallen zum Fussballspiel! Antworten
Wo wird denn hier der Verteidiger bedrängt? Gekas wird erst aktiv nachdem der Ball vom Dortmunder gespielt wurde. Also kam der Pass vom Gegner - das heisst: kein Abseits. Korrektes Tor wurde nicht gegeben. Man sollte endlich diese Unterscheidung passives uns aktives Abseits abschaffen. Damit würde vieles einfacher werden. Antworten
Das hatte ich ähnlich gesehen wie Thomas Müller, aber anscheinend sehen das die deutschen Fussball-Experten und Schiedsrichter heute anders. Obwohl Gekas aus dem Abseits startete und so gegenüber dem Dortmunder Verteidiger einen klaren Vorteil hatte, wurde durch das Eingreifen des Dortmunder daraus eine "neue Spielsituation" generiert. Und in dieser war Gekas nicht im offside. (FIFA-Logik halt...) Antworten
Korrekte Entscheidung des Schiris! Der Stürmer ist im Abseits. Da er dem Ball sofort hinterher rennt, ist er aktiv, bedrängt z.B. den Verteidiger, der sich für eine gewagte Rückgabe an Goalie entscheidet. Also kann man hier nicht von passivem Abseits sprechen. Korrekte Entscheidung des Schiris! Antworten



Gottfried Balzli
Diese blöde Regel mit dem passiven Offside sollte man so rasch als möglich wieder abschaffen! Antworten