Sport

Wenn der Präsident auf eine Platzsperre hofft

Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 23.04.2012

Krawalle in Genua, Antisemitismus in Rom, Neues vom Wettskandal – der Calcio sorgte am Wochenende wieder einmal für unrühmliche Schlagzeilen.

Die Schande von Genua: Spieler müssen ihre Trikots ausziehen. (Video: Youtube)


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Serie A

38. Runde

18.05.Sampdoria - Juventus Turin3 : 2
19.05.Atalanta Bergamo - Chievo2 : 2
19.05.Bologna - Genoa0 : 0
19.05.Turin - Catania2 : 2
19.05.Pescara - AC Florenz1 : 5
19.05.Cagliari - Lazio Rom1 : 0
19.05.Siena - AC Mailand1 : 2
19.05.AS Rom - SSC Neapel2 : 1
19.05.Palermo - Parma1 : 3
19.05.Inter Mailand - Udinese2 : 5
Stand: 19.05.2013 22:44

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Juventus Turin38276571:2487
2.SSC Neapel38239673:3678
3.AC Mailand38219867:3972
4.AC Florenz382171072:4470
5.Udinese381812859:4566
6.AS Rom381881271:5662
7.Lazio Rom381871351:4261
8.Catania3815111250:4656
9.Inter Mailand381661655:5754
10.Parma3813101545:4649
11.Cagliari3812111543:5547
12.Chievo381291737:5245
13.Bologna3811111646:5244
14.Sampdoria3811101743:5142
15.Atalanta Bergamo381191839:5640
16.Turin388161446:5539
17.Genoa388141638:5238
18.Palermo386141834:5432
19.Siena38992036:5730
20.Pescara38642827:8422
Stand: 19.05.2013 22:50

Stichworte

Fussball-Diskussion

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Tatort Genua: Rund 100 Ultras des CFC Genoa sorgten beim Stand von 0:4 ihrer Mannschaft gegen Siena für einen Unterbruch von 40 Minuten. Die Tifosi, verärgert über den uninspirierten Auftritt des Heimteams, beschossen das Feld mit Pyros, Rauchbomben und anderen Gegenständen, bestürmten die Haupttribüne und verbreiteten im Stadion Angst und Schrecken. Schiedsrichter Paolo Tagliavento hatte keine andere Wahl, als die Partie der Serie A zu unterbrechen.

Aber dann fing der Eklat erst richtig an. Die durchgedrehten Hardcore-Fans verlangten von den heimischen Profis, die Trikots auszuziehen. Sie seien nicht würdig, die Farben des CFC Genoa zu tragen, schrien sie lauthals. Captain Marco Rossi sammelte tatsächlich aus Angst die Leibchen ein. Einzig Giuseppe Sculli und Torhüter Sebastien Frey weigerten sich, diese Demütigung hinzunehmen. Sie stellten sich wagemutig den Ultras, die teilweise schon auf dem grünen Rasen standen. Als einige Spieler zu weinen begannen und der Captain sich schliesslich weigerte, die eingesammelten Trikots den Rowdies zu übergeben, gaben die Unruhestifter überraschend nach.

Der skurrile Wunsch des Präsidenten

Dass der Schiedsrichter nach diesen beschämenden Vorfällen die Begegnung wieder aufnahm und zu Ende leitete, war ebenso skandalös wie die gesamte Szenerie im Stadio Marassi. In der zweiten Hälfte besannen sich die sogenannten Fans darauf, ihren «Lieblingen» den Rücken zuzuwenden und sie mit Sprechchören zu beschimpfen. Die meisten Zuschauer hatten den Schandfleck bereits verlassen und sahen das Eigentor von Siena zur Resultatkosmetik von 1:4 aus Sicht des abstiegsgefährdeten Genua nicht mehr.

Klubpräsident Enrico Preziosi war ausser sich vor Wut. «Wir sind die Geiseln von 100 Personen», schimpfte er. Aus lauter Verzweiflung gab er die schon fast unglaublichen Worte von sich: «Ich hoffe, dass es eine Stadionsperre absetzen wird. So werden wir ausserhalb von Genua ruhiger spielen können.» Es sei absurd, dass 100 Tifosi die Kontrolle über das gesamte Stadion übernehmen und ihren Willen aufdrängen können. Diese Aussage von Preziosi war auch ein Fingerzeig, dass es mit den Sicherheitsbestimmungen an diesem Sonntag nicht zum besten stand.

Antisemitische Sprüche in Rom

Der italienische Verbandspräsident Giancarlo Abete verurteilte die Randale aufs Schärfste. «Dies sind keine Fussballanhänger. Solche Personen dürfen nirgendwo mehr in ein Stadion», erklärte Abete. «Schande» titelte die Online-Ausgabe der Sportfibel «Gazzetta dello Sport» und traf den Nagel auf den Kopf.

Der Skandal von Genua war nicht der einzige Vorfall an diesem schwarzen Sonntag in der Serie A. Wieder einmal brachten die Ultras von Lazio Rom den Verein in Verruf. Eine grosse Fraktion dieser Supporter ist bekannt für ihre rechtsradikale Haltung. Antisemitische Sprechchöre sind durchaus keine Seltenheit, so auch gestern im Heimspiel gegen Lecce (1:1). Selbst nach dem enttäuschenden Heimremis hat Lazio immer noch grosse Chancen, die Qualifikation für die Königsklasse zu erreichen.

Welche Rolle spielt Juves Trainer im Wettskandal?

Der Unbill in Italiens beliebtester Sportklasse nicht genug. Antonio Conte, der Trainer von Juventus Turin und des Schweizer Internationalen Stephan Lichtsteiner, ist in den Wettskandal hineingezogen worden. Der ehemalige Coach von Siena soll von Resultatabsprachen in der vergangenen Saison der Serie B gewusst haben. Conte bestreitet diese Vorwürfe, die von Filippo Carobbio stammen, einem ehemaligen Mittelfeldspieler Sienas. «Sollte man mich in dieser Sache vorladen, so werde ich gerne alle Fragen beantworten», meinte ein gelassener Conte am Wochenende gegenüber der grossen Schar italienischer Fussballjournalisten.

Conte glaubt viel eher an ein taktisches Mannöver, seine Mannschaft im Titelduell mit Milan abzulenken. «Sollte uns jemand damit aus dem Konzept bringen wollen, wird er es schwer haben. Das stärkt unseren Kampfwillen nur noch mehr», sagte der Trainer trotzig. Gesagt, getan: Die Juve liess am späten Sonntagabend der Roma beim 4:0-Erfolg keine Chance. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.04.2012, 11:11 Uhr

Programm & Resultate

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Topshelf Open
19.06EndeLorenzi - Wawrinka3:6 6:7
Stand: 19.06.2013 17:23
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Topshelf Open
20.0612:30Chardy - Wawrinka
Stand: 19.06.2013 17:23
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NHL Playoffs
EndeBoston Bruins - Chicago Blackhawks5:6
Stand: 20.06.2013 05:31
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