Sport

Was Ex-Trainer des FCZ und Köbi Kuhn zum Ausverkauf im Letzigrund sagen

Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 31.01.2012 39 Kommentare

Der FC Zürich hat sich in der Winterpause von fünf Stammspielern getrennt. Ist das der richtige Zeitpunkt für einen Neuanfang? DerBund.ch/Newsnet sprach mit Experten.

1/11 Der ehemalige Nationaltrainer Köbi Kuhn ist nach wie vor ein bekennender FCZ-Fan.
Bild: Keystone

   

Artikel zum Thema

Super League

36. Runde

23.05.Basel - Young Boys1 : 2
23.05.Lausanne - Grasshoppers2 : 1
23.05.Sion - Luzern1 : 3
23.05.Thun - FC Zürich2 : 4
Stand: 23.05.2012 22:10

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Basel34228478:3374
2.Luzern341412846:3254
3.Young Boys341312952:3851
4.Servette341461445:5348
5.Thun3411101338:4143
6.FC Zürich341181543:4441
7.Lausanne34862029:6130
8.Grasshoppers34752232:6626
9.Sion341581140:3517
10.Xamax1875622:220
Stand: 23.05.2012 22:13

Stichworte

Fussball-Diskussion

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Der Vizemeister hat auf den sportlichen Absturz in der Vorrunde reagiert. Admir Mehmedi (Dynamo Kiew), Dusan Djuric (Valenciennes), Ricardo Rodriguez (Wolfsburg), Xavier Margairaz (Sion) und Alexandre Alphonse (Brest) verlassen den Verein.

«Durch den massiven Punkteabzug für Sion von 36 Zählern sowie den Lizenzentzug für Xamax kann dem FC Zürich nach hinten in der Tabelle überhaupt nichts mehr passieren», sagt der ehemalige FCZ-Trainer Raimondo Ponte. Deshalb habe das Team von Urs Fischer mit dem Abstieg nichts mehr zu tun. «Wenn die Verantwortlichen intern davon überzeugt sind, dann ist der Zeitpunkt für eine Neuorientierung aus meiner Sicht der absolut richtige», sagt der heutige Erfolgscoach von Chiasso. Der Schnitt könne der Mannschaft durchaus einen neuen Motivationsschub verleihen. «Jetzt können andere Spieler in die Bresche springen und sich beweisen», sagt der Aargauer. Und ab sofort könne FCZ-Trainer Urs Fischer die neue Saison planen.

Ähnlich denkt der ehemalige FCZ-Trainer Georges Bregy. «Beim FCZ musste doch etwas passieren», sagt der Oberwalliser. In der Vorrunde habe die Chemie in der Mannschaft offensichtlich nicht mehr gestimmt. «Das war doch das ganz grosse Problem. Das Team, das noch in der letzten Saison fast den Titel geholt hätte, fand einfach nicht mehr zueinander», sagt der ehemalige Internationale. Deshalb sei dieser massive Schnitt die logische und auch richtige Konsequenz, die der FCZ daraus gezogen habe. «Offenbar gab es auch unzufriedene Spieler, die unbedingt wegwollten», vermutet Bregy.

«Das ist ein intelligenter Schachzug»

Zudem habe der Verein jetzt auch finanziell profitieren können. «Man hat einen hervorragenden Transfererlös erzielt und konnte erst noch fünf Spitzenverdiener von der Lohnliste streichen», so Bregy. Deshalb sei das ein intelligenter Schachzug der Vereinsleitung gewesen. Trainer Urs Fischer könne jetzt in aller Ruhe die neue Saison planen und ein neues Team nach seinen Vorstellungen zusammenstellen. «In den Abstiegskampf kann der FCZ durch den Punkteabzug für Sion und den Lizenzentzug für Xamax nicht mehr geraten. Und ich denke auch, dass man sich im Rennen um einen Europacup-Rang nicht mehr unter Druck setzen wird», sagt Bregy.

Er ist wie Ponte ebenfalls davon überzeugt, dass der FCZ jetzt ganz gezielte Transfers tätigen wird. «In der Phase des Neuaufbaus können sich die neuen Spieler in der Rückrunde bestens akklimatisieren und ins Kollektiv einfügen», sagt Bregy und verweist sogleich auf den neuen Brasilianer Pedro Henrique Konzen Medina da Silva. «Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass Brasilianer mindestens ein halbes Jahr brauchen, um sich zu akklimatisieren.»

«Es ist richtig, dass man an Urs Fischer festgehalten hat»

Timo Konietzka wurde mit dem FCZ dreimal Meister und dreimal Cupsieger. «Sportchef Fredy Bickel hatte schon bei YB Erfolg. Er hat den FCZ wieder an die Spitze zurückgeführt. Und ich vertraue ihm voll und ganz, dass er auch jetzt wieder ein gutes Näschen für die Situation hat», sagt Konietzka. Bickel habe gespürt, dass es mit dieser Mannschaft einfach nicht mehr funktioniere. Die Chemie habe nicht mehr gestimmt. Und einige Spieler hätten sich als Solisten und Egoisten entpuppt. «Der radikale Schnitt ist für mich durchaus nachvollziehbar», so Konietzka. Er begrüsst auch, dass die Vereinsspitze mit Präsident Ancillo Caneppa und Sportchef Fredy Bickel während des Misserfolgs am Trainer festgehalten habe. «Urs Fischer leistet gute Arbeit. Er ist zuletzt nur am Charakter einiger Spieler gescheitert», urteilt Konietzka.

«Der Verkauf ist schade, aber auch die ganz grosse Chance»

Als Köbi Kuhn bereits einen Vertrag als Cheftrainer beim FC Zürich unterschrieben hatte, kam die Chance, Nationaltrainer zu werden. Der damalige Präsident Sven Hotz wollte der FCZ-Legende keine Steine in den Weg legen und gab ihn frei. Als pensionierter Nationaltrainer ist Köbi Kuhn regelmässig Gast im Letzigrund und stets auf dem Laufenden. «Auf der einen Seite ist der Verkauf von fünf Stammspielern natürlich schade, aber es ist auch die ganz grosse Chance für einen Neuaufbau des Teams», sagt Kuhn.

«Fredy Bickel wird die richtige Antwort finden»

Der Zeitpunkt sei geradezu ideal. «Nach hinten kann dem FCZ in der Tabelle aus den bekannten Fällen Sion und Xamax nichts mehr passieren», sagt Kuhn. Man könne jetzt gezielt und vor allem in Ruhe die neue Saison planen. Der vorzeitige Abgang der Spieler habe dem FC Zürich auch wirtschaftlich etwas gebracht. Die Transfererlöse könnten nun in neue Spieler investiert werden. «Nach der schlechten Vorrunde können sich jetzt andere beweisen. Ich bin sicher, dass die Blutauffrischung positive Auswirkungen auf die Gruppe und das Kollektiv haben wird», sagt Kuhn. Er sei überzeugt, dass Sportchef Fredy Bickel die richtige Antwort auf den Aderlass finde. «Auch für ihn wird es eine spannende Herausforderung sein, einen neuen FCZ aufzubauen. Und ich persönlich bin da sehr zuversichtlich.» Köbi Kuhn begrüsst auch die Tatsache, dass die Vereinsführung in einer Negativspirale stets an Trainer Urs Fischer geglaubt und an ihm festgehalten hat. «Das wird sich auszahlen. Man darf nicht vergessen, dass unter seiner Regie der FCZ in der letzten Saison fast Meister geworden wäre.» (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.01.2012, 08:52 Uhr

39

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

39 Kommentare

Alexandre Blatter

30.01.2012, 09:00 Uhr
Melden 77 Empfehlung

Was den Clubs wirklich fehlt, ist ein kleines aber feines echtes Fussballstadion. Dann kommen auch wieder mehr Fans und die Sponsoren. Antworten


Ralph Schehle

30.01.2012, 10:29 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Es herrscht Chaos beim FCZ. Die besten Spieler werden verkauft und durch "Fallobst" ersetzt. Canepa und sein Adlat Bickel fallen nur noch durch eigenartige Entscheide und Dünnhäutigkeit auf. Es wird Zeit, dass nach dem Sprichwort gelebt wird, dass da heisst: Der Fisch stinkt immer zuerst am Kopf! Antworten



Programm & Resultate

Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.05EndeCipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 6:3 2:6
Stand: 27.05.2012 16:09
GP Monaco 2012 - Rennen
1:46:06.5571 Mark Webber
+0.6002 Nico Rosberg
+0.9003 Fernando Alonso
Stand: 28.05.2012 19:04
Keine Daten vorhanden
Playoff
EndeAarau - Sion1:0
Stand: 28.05.2012 18:12
Roland Garros WTA
28.0516:15Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.05EndeFederer - Kamke6:2 7:5 6:3
28.05EndeDjokovic - Starace7:6 6:3 6:1
Stand: 28.05.2012 17:15
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Freundschaftsspiel
20:45Italien - Luxemburg
Stand: 13.04.2012 13:49
Roland Garros WTA
29.0512:15Cadantu - Scharapowa
Roland Garros
29.0514:15Bolelli - Nadal
Stand: 28.05.2012 18:26
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden

Sport

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Populär auf Facebook Privatsphäre


DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Jetzt neu bei Swissquote

Direkt über usere Plattformen : Advanced Trader, Web Trader, MetaTrader 4.[Alt-Text]

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.