Was Ex-Trainer des FCZ und Köbi Kuhn zum Ausverkauf im Letzigrund sagen
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 31.01.2012 39 Kommentare
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Super League
36. Runde
| 23.05. | Basel - Young Boys | 1 : 2 |
| 23.05. | Lausanne - Grasshoppers | 2 : 1 |
| 23.05. | Sion - Luzern | 1 : 3 |
| 23.05. | Thun - FC Zürich | 2 : 4 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 34 | 22 | 8 | 4 | 78:33 | 74 |
| 2. | Luzern | 34 | 14 | 12 | 8 | 46:32 | 54 |
| 3. | Young Boys | 34 | 13 | 12 | 9 | 52:38 | 51 |
| 4. | Servette | 34 | 14 | 6 | 14 | 45:53 | 48 |
| 5. | Thun | 34 | 11 | 10 | 13 | 38:41 | 43 |
| 6. | FC Zürich | 34 | 11 | 8 | 15 | 43:44 | 41 |
| 7. | Lausanne | 34 | 8 | 6 | 20 | 29:61 | 30 |
| 8. | Grasshoppers | 34 | 7 | 5 | 22 | 32:66 | 26 |
| 9. | Sion | 34 | 15 | 8 | 11 | 40:35 | 17 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
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Der Vizemeister hat auf den sportlichen Absturz in der Vorrunde reagiert. Admir Mehmedi (Dynamo Kiew), Dusan Djuric (Valenciennes), Ricardo Rodriguez (Wolfsburg), Xavier Margairaz (Sion) und Alexandre Alphonse (Brest) verlassen den Verein.
«Durch den massiven Punkteabzug für Sion von 36 Zählern sowie den Lizenzentzug für Xamax kann dem FC Zürich nach hinten in der Tabelle überhaupt nichts mehr passieren», sagt der ehemalige FCZ-Trainer Raimondo Ponte. Deshalb habe das Team von Urs Fischer mit dem Abstieg nichts mehr zu tun. «Wenn die Verantwortlichen intern davon überzeugt sind, dann ist der Zeitpunkt für eine Neuorientierung aus meiner Sicht der absolut richtige», sagt der heutige Erfolgscoach von Chiasso. Der Schnitt könne der Mannschaft durchaus einen neuen Motivationsschub verleihen. «Jetzt können andere Spieler in die Bresche springen und sich beweisen», sagt der Aargauer. Und ab sofort könne FCZ-Trainer Urs Fischer die neue Saison planen.
Ähnlich denkt der ehemalige FCZ-Trainer Georges Bregy. «Beim FCZ musste doch etwas passieren», sagt der Oberwalliser. In der Vorrunde habe die Chemie in der Mannschaft offensichtlich nicht mehr gestimmt. «Das war doch das ganz grosse Problem. Das Team, das noch in der letzten Saison fast den Titel geholt hätte, fand einfach nicht mehr zueinander», sagt der ehemalige Internationale. Deshalb sei dieser massive Schnitt die logische und auch richtige Konsequenz, die der FCZ daraus gezogen habe. «Offenbar gab es auch unzufriedene Spieler, die unbedingt wegwollten», vermutet Bregy.
«Das ist ein intelligenter Schachzug»
Zudem habe der Verein jetzt auch finanziell profitieren können. «Man hat einen hervorragenden Transfererlös erzielt und konnte erst noch fünf Spitzenverdiener von der Lohnliste streichen», so Bregy. Deshalb sei das ein intelligenter Schachzug der Vereinsleitung gewesen. Trainer Urs Fischer könne jetzt in aller Ruhe die neue Saison planen und ein neues Team nach seinen Vorstellungen zusammenstellen. «In den Abstiegskampf kann der FCZ durch den Punkteabzug für Sion und den Lizenzentzug für Xamax nicht mehr geraten. Und ich denke auch, dass man sich im Rennen um einen Europacup-Rang nicht mehr unter Druck setzen wird», sagt Bregy.
Er ist wie Ponte ebenfalls davon überzeugt, dass der FCZ jetzt ganz gezielte Transfers tätigen wird. «In der Phase des Neuaufbaus können sich die neuen Spieler in der Rückrunde bestens akklimatisieren und ins Kollektiv einfügen», sagt Bregy und verweist sogleich auf den neuen Brasilianer Pedro Henrique Konzen Medina da Silva. «Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass Brasilianer mindestens ein halbes Jahr brauchen, um sich zu akklimatisieren.»
«Es ist richtig, dass man an Urs Fischer festgehalten hat»
Timo Konietzka wurde mit dem FCZ dreimal Meister und dreimal Cupsieger. «Sportchef Fredy Bickel hatte schon bei YB Erfolg. Er hat den FCZ wieder an die Spitze zurückgeführt. Und ich vertraue ihm voll und ganz, dass er auch jetzt wieder ein gutes Näschen für die Situation hat», sagt Konietzka. Bickel habe gespürt, dass es mit dieser Mannschaft einfach nicht mehr funktioniere. Die Chemie habe nicht mehr gestimmt. Und einige Spieler hätten sich als Solisten und Egoisten entpuppt. «Der radikale Schnitt ist für mich durchaus nachvollziehbar», so Konietzka. Er begrüsst auch, dass die Vereinsspitze mit Präsident Ancillo Caneppa und Sportchef Fredy Bickel während des Misserfolgs am Trainer festgehalten habe. «Urs Fischer leistet gute Arbeit. Er ist zuletzt nur am Charakter einiger Spieler gescheitert», urteilt Konietzka.
«Der Verkauf ist schade, aber auch die ganz grosse Chance»
Als Köbi Kuhn bereits einen Vertrag als Cheftrainer beim FC Zürich unterschrieben hatte, kam die Chance, Nationaltrainer zu werden. Der damalige Präsident Sven Hotz wollte der FCZ-Legende keine Steine in den Weg legen und gab ihn frei. Als pensionierter Nationaltrainer ist Köbi Kuhn regelmässig Gast im Letzigrund und stets auf dem Laufenden. «Auf der einen Seite ist der Verkauf von fünf Stammspielern natürlich schade, aber es ist auch die ganz grosse Chance für einen Neuaufbau des Teams», sagt Kuhn.
«Fredy Bickel wird die richtige Antwort finden»
Der Zeitpunkt sei geradezu ideal. «Nach hinten kann dem FCZ in der Tabelle aus den bekannten Fällen Sion und Xamax nichts mehr passieren», sagt Kuhn. Man könne jetzt gezielt und vor allem in Ruhe die neue Saison planen. Der vorzeitige Abgang der Spieler habe dem FC Zürich auch wirtschaftlich etwas gebracht. Die Transfererlöse könnten nun in neue Spieler investiert werden. «Nach der schlechten Vorrunde können sich jetzt andere beweisen. Ich bin sicher, dass die Blutauffrischung positive Auswirkungen auf die Gruppe und das Kollektiv haben wird», sagt Kuhn. Er sei überzeugt, dass Sportchef Fredy Bickel die richtige Antwort auf den Aderlass finde. «Auch für ihn wird es eine spannende Herausforderung sein, einen neuen FCZ aufzubauen. Und ich persönlich bin da sehr zuversichtlich.» Köbi Kuhn begrüsst auch die Tatsache, dass die Vereinsführung in einer Negativspirale stets an Trainer Urs Fischer geglaubt und an ihm festgehalten hat. «Das wird sich auszahlen. Man darf nicht vergessen, dass unter seiner Regie der FCZ in der letzten Saison fast Meister geworden wäre.» (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.01.2012, 08:52 Uhr
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39 Kommentare
Es herrscht Chaos beim FCZ. Die besten Spieler werden verkauft und durch "Fallobst" ersetzt. Canepa und sein Adlat Bickel fallen nur noch durch eigenartige Entscheide und Dünnhäutigkeit auf. Es wird Zeit, dass nach dem Sprichwort gelebt wird, dass da heisst: Der Fisch stinkt immer zuerst am Kopf! Antworten
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