Warum Shaqiri sein Leibchen auszog
Von Res Strehle. Aktualisiert am 08.09.2011 68 Kommentare
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EM Qualifikation Grp. G
10. Runde
| 11.10. | Bulgarien - Wales | 0 : 1 |
| 11.10. | Schweiz - Montenegro | 2 : 0 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | England | 8 | 5 | 3 | 0 | 17:5 | 18 |
| 2. | Montenegro | 8 | 3 | 3 | 2 | 7:7 | 12 |
| 3. | Schweiz | 8 | 3 | 2 | 3 | 12:10 | 11 |
| 4. | Wales | 8 | 3 | 0 | 5 | 6:10 | 9 |
| 5. | Bulgarien | 8 | 1 | 2 | 5 | 3:13 | 5 |
Korrektur-Hinweis
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Xherdan Shaqiri schoss am Dienstag gegen Bulgarien drei Tore. Beim zweiten schlenzte er den Ball in die entfernte Ecke und riss sich im Torjubel enthusiastisch das Shirt vom Leib. Jeder der 16'880 Zuschauer im Stadion wusste, dass er dafür mit Gelb bestraft und nach der nächsten Gelben Karte für ein Spiel gesperrt werden würde. Und dies ausgerechnet in einer Phase, in der jedes kommende Spiel für die Schweiz Finalcharakter haben wird.
SF-Kommentator Sascha Ruefer war entgeistert. Warum reisst sich einer das Leibchen vom Leib, wenn er genau weiss, dass er damit sich und der Mannschaft schadet? Dummheit? Leichtsinn? Jugendlicher Übermut? Alles falsch, wenn man dem Philosophen Arthur Schopenhauer glauben darf. Der Hyperrealist unter den deutschen Philosophen wies schon vor 200 Jahren darauf hin, dass das menschliche Verhalten nur in Ausnahmefällen von Vernunft und Intellekt gesteuert wird. Stärker sind die Bauchmotive, dunkle und andere Triebkräfte, die das menschliche Verhalten bestimmen und auch das wahre Wesen zeigen.
Shaqiri vergass alle Regeln und Sanktionen
So weit weg, wie er selber meint, ist der Mensch auch nach ein paar Tausend Jahren Zivilisationsgeschichte nicht vom Tier entfernt. Freude, Jubel, Hass, Rache bestimmen das Verhalten stärker als intellektuelle oder vernunftmässige Einsichten. Shaqiri hätte in einem besonneneren Moment das Leibchen ordentlich anbehalten, nach dem Torjubel zurechtgezupft, um beim rühmlichen Abgang eine gute Falle zu machen. Nachdem er seinen Schuss in die Torecke fliegen sah, vergass er alle Regeln und Sanktionen.
Aussetzer von Zidane und Frei
Shaqiri ist in guter Gesellschaft. Frankreichs Starfussballer Zinédine Zidane verstellten im WM-Final 2006 Stolz und Ehre die Vernunft, sodass er nach einer Beleidigung gegen seine Schwester dem Italiener Marco Materazzi den Kopf in die Brust rammte. Rot und Niederlage. Alex Frei, der frühere Torjäger der Nationalmannschaft, bespuckte den Engländer Steven Gerrard an der EM 2004 rachehalber von hinten. Unrühmliche Abreise. So gesehen scheint es entgegen Schopenhauers düsterer Prognose in der Zivilisationsgeschichte der Schweizer Torjäger doch einen Fortschritt zu geben.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.09.2011, 07:54 Uhr
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68 Kommentare
Weshalb für eine solche Nichtigkeit Schopenhauer bemüht werden muss, liegt weit jenseits meiner rationalen Vorstellungskraft. Der Artikel erklärt nichts, bringt nichts neues, ist nicht spannend oder interessant....Mit Sicherheit der überflüssigste Artikel seit....seit....naja, seit gestern...:-) Antworten
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