Verpokert sich Gross in Stuttgart?
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 26.08.2010
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Der ehemalige Meistermacher von GC und Basel gehört in der Bundesliga mit einem geschätzten Monatssalär von 208'000 Euro zu den Spitzenverdienern der Branche. Fredi Bobic, nach dem Abgang von Manager Horst Heldt zu Schalke 04 neuer Sportdirektor beim VfB, möchte den Vertrag mit dem Erfolgstrainer schon lange verlängern.
Doch Gross ziert sich nach wie vor und geht damit einen heissen Poker ein. Auch wenn der freundliche Bobic stets ein schelmisches Lächeln zur Schau trägt, gilt der ehemalige Torjäger der deutschen Nationalmannschaft als knallhart und kompromisslos in der Sache. Bobic, mehrsprachig wie Gross, gilt wie dieser als Machtmensch. Insider trauen dem neuen starken Mann in Stuttgart absolut zu, dass er mit der Vertragsverlängerung von Gross nicht monatelang Geduld haben wird. Noch hat Gross aber alle Trümpfe in der Hand.
Gross bereits unter Zugzwang
Allerdings: Nach der überraschenden 0:2-Niederlage zum Saisonstart gegen den von vielen Experten als Abstiegskandidaten abgestempelten Mainz 05 ist Gross schon im nächsten Heimspiel unter Zugzwang und gefordert. Am Sonntag kommt es zum Duell zweier Verlierer. Denn auch Dortmund hatte sein Heimspiel gegen Leverkusen zum Saisonauftakt entgegen vieler Prognosen mit 0:2 verloren.
Sollte sich Gross heute Abend im Rückspiel zu Hause gegen Slovan Bratislava trotz eines 1:0-Sieges im Hinspiel nicht für die Gruppenphase der Europa League qualifizieren und auch die Partie gegen Dortmund nicht gewinnen, dann könnte die Stimmung in Stuttgart schlagartig kippen.
Der allfällige Nachfolger steht schon bereit
Was Gross bei seinem heissen Poker bedenken müsste: Vor seiner Verpflichtung in Stuttgart als neuer Sportdirektor war Bobic Manager und Geschäftsführer des bulgarischen Klubs Tschernomorez Burgas. Die Schwaben haben ihn dort aus einem noch bis 2014 laufenden Vertrag losgeeist. Trainer in Burgas ist kein Geringerer als Krassimir Balakov, ein alter Weggefährte von Bobic.
Als Profis bildeten sie beim VfB Stuttgart einst das magische Trio mit Elber, Balakov und Bobic, das die Fans mit Traumfussball und Toren von den Sitzen gerissen hatte. Die beiden ehemaligen Stars des VfB Stuttgart sind auch privat seit Jahren eng befreundet. Zwischen den beiden besteht eine Allianz der Freundschaft. Ballakov hatte Bobic nach Burgas gelotst.
Laut Insidern in Stuttgart ist es absolut denkbar, dass Balakov, wann auch immer, die Nachfolge von Gross in Stuttgart antreten wird. Da spielt es auch keine Rolle, dass Balakov als Trainer bei GC nur mittelmässigen und beim FC St.Gallen gar keinen Erfolg hatte. Mit den Ostschweizern war Balakov vor drei Jahren nämlich in die Challengue League abgestiegen. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.08.2010, 13:12 Uhr
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