Sport

Van Gaal fordert Regel-Revolution und «Gladiatorenspiel»

Aktualisiert am 08.03.2010 33 Kommentare

Der Trainer von Bayern München möchte die Linienrichter, das Penaltyschiessen und den Einwurf abschaffen und dafür mehr auf Computerhilfe setzen.

Deutliche Worte: Bayern Münchens Trainer Louis van Gaal fordert eine Regel-Revolution und technische Neuerungen im Fussball.

Deutliche Worte: Bayern Münchens Trainer Louis van Gaal fordert eine Regel-Revolution und technische Neuerungen im Fussball.
Bild: Reuters

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Louis van Gaal, Trainer des deutschen Rekordmeisters Bayern München, fordert umfangreiche Reformen im Regelwerk und den Einsatz moderner Technik. «Wir brauchen technische Hilfsmittel. Ich will alles», sagte van Gaal im Gespräch mit dem Fussball-Fachmagazin «Kicker». Das Magazin erschien just zwei Tage, nachdem die Regelhüter der Fifa, das International Football Association Board (IFAB), sich gegen die Einführung von modernen Technologien entschieden hatten. Vehement dagegen entschieden hatten, muss man sogar sagen.

Dass sich der IFAB gegen den vieldiskutierten, aber technisch realisierbaren Chip im Ball aussprach, empörte den Holländer: «Wir müssen das menschliche Urteil ausschalten, weil es immer subjektiv ist.» Die in der Europa League getesteten Torrichter lehnte er deshalb ab. Doch der 58-jährige Trainer von Bayern München ging noch weiter. Mit Hilfe einer elektronischen Seitenauslinie könnten Schiedsrichter-Assistenten überflüssig gemacht werden: «Weg mit den Linienrichtern. Die Technik haben wir und können sie auf einen Millimeter einsetzen.» Van Gaal forderte: «Wir brauchen wie im Basketball oder Eishockey zwei Schiedsrichter, einen in jeder Hälfte und in der Diagonalen positioniert.»

«Gladiatorenspiel statt Penaltyschiessen»

Zudem sprach sich der Bayern-Coach, der sich zudem am «passiven Abseits» stört und sich für dessen Abschaffung stark macht, für eine Abwandlung des Einwurfs aus: «Das muss ein Einschuss sein.» Laut van Gaal würde das Spiel dadurch «attraktiver» werden, denn der Einschuss habe den Effekt eines Freistosses: «Das ist besser, weil dann die verteidigenden Teams nicht so einfach den Ball ins Aus schiessen.» Schliesslich hat nicht jeder einen Rory Delap im Team wie Stoke City, der den Ball jeweils förmlich in den Strafraum schleudert.

Und auch vom Penaltyschiessen hält van Gaal wenig. Das sei nur eine «Lotterie». Als Gegenmodell bot er das sogenannte «Gladiatorenspiel» an: «Geht eine Partie in die Verlängerung von zweimal 15 Minuten, wird alle fünf Minuten von jedem Team ein Mann herausgenommen.» Ab der 115. Minute würde dann nur noch sechs gegen sechs gespielt. «Jetzt gewinnt nur noch die bessere Mannschaft – und nicht der einzelne Spieler beim Penaltyschiessen», ist van Gaal überzeugt. (son)

Erstellt: 08.03.2010, 14:35 Uhr

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33 Kommentare

Otto Tasch

08.03.2010, 12:47 Uhr
Melden

Beim Riesengeschäft Fussball ein Lob auf Fehlbarkeit... "Honi soit qui mal y pense " - Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Antworten


Rolf Iseli

08.03.2010, 11:44 Uhr
Melden

Die FIFA Obrigkeit - ideale Politiker. Ein Volk von Ignoranten. Antworten



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