Uli Forte und die GC-Tulpen
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Super League
33. Runde
| 16.05. | Basel - Lausanne | 2 : 0 |
| 16.05. | Sion - Grasshoppers | 0 : 4 |
| 17.05. | Thun - St.Gallen | 3 : 0 |
| 18.05. | Servette - Young Boys | 0 : 1 |
| 18.05. | FC Zürich - Luzern | 4 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 33 | 19 | 9 | 5 | 59:30 | 66 |
| 2. | Grasshoppers | 33 | 17 | 9 | 7 | 41:30 | 60 |
| 3. | St.Gallen | 33 | 16 | 8 | 9 | 49:32 | 56 |
| 4. | FC Zürich | 33 | 14 | 7 | 12 | 54:42 | 49 |
| 5. | Sion | 32 | 12 | 9 | 11 | 36:45 | 45 |
| 6. | Thun | 33 | 12 | 8 | 13 | 41:42 | 44 |
| 7. | Young Boys | 33 | 11 | 9 | 13 | 44:43 | 42 |
| 8. | Luzern | 33 | 8 | 12 | 13 | 35:46 | 36 |
| 9. | Lausanne | 33 | 6 | 9 | 18 | 25:47 | 27 |
| 10. | Servette | 32 | 5 | 8 | 19 | 24:51 | 23 |
34. Runde
| 25.05. | Lausanne - Luzern | - : - |
| 25.05. | Sion - Thun | - : - |
| 26.05. | St.Gallen - Servette | - : - |
| 26.05. | Young Boys - FC Zürich | - : - |
| 26.05. | Grasshoppers - Basel | - : - |
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Es schüttet plötzlich an diesem kühlen Aprilwettertag, doch das ist Uli Forte egal. Er steht auf dem Kunstrasen des GC-Campus in Niederhasli, mit kurzen Hosen und einer Regenjacke – die Kapuze braucht er nicht.
Bis zum Match in Thun sind es noch 30 Stunden. Es spielen elf gegen elf, und Forte bewegt sich im Zentrum. Er schaut. Er pfeift. Er unterbricht. Das vor allem tut er immer wieder, läuft schnell irgendwo hin, fordert den Ball und erklärt, wie er das Spiel haben möchte. So: Er will, dass Linksverteidiger Bauer keine unnötigen Rück- oder Querpässe spielt im Aufbau, sondern den Weg in die Offensive sucht. Er will nicht, dass die defensiven Mittelfeldspieler Abrashi und Toko «Hunderte von Kilometern für nichts laufen». Er will, dass Innenverteidiger La Rocca beim Eckball nicht nur den Gegner, sondern auch den Ball verfolgt. Er will nicht, dass sich Zuber vor dem Befreiungsschlag im eigenen Strafraum den Ball noch zurechtlegt.
«Wie eine Wiedergeburt»
Der bald 38-Jährige ist im Element, oder wie er später sagt: «Wieder auf dem Rasen zu stehen, das war wie eine Wiedergeburt.» Einmal ruft Forte seinen Spielern zu: «Morgen um 17.45 Uhr müssen wir bereit sein. Sonst – wird es schwierig.» Einmal klatscht er, die Arme gegen den Himmel ausgestreckt, in die Hände, weil ihm besonders gefallen hat, wie De Ridder und Callà den Ball nach vorne brachten und Zuber mit einem Treffer abschloss. Seine Anweisungen, seine Kritik und sein Lob erteilt er im Team mit neun verschiedenen Nationalitäten auf Züritüütsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Portugiesisch und für Landeka auch einmal mit einem Brocken Kroatisch.
«Er ist sehr positiv und sehr motiviert», sagt Mittelfeldspieler Toko Bundebele zu Fortes ersten Auftritten. Mit Ciriaco Sforza mag er den neuen Chef nicht vergleichen. Es passt ihm aber, dass Forte «in jedes Detail geht und diese Details konsequent anspricht». Festgestellt hat Toko auch, dass die Spieler seit dem Trainerwechsel wachsamer seien und verstärkt mitdenken würden. Und wenn die Grasshoppers heute auf dem Kunstrasen von Thun das leisten, was sie gestern trainierten, dann wird von ihnen ein laufintensives Spiel zu sehen sein mit Pressing und möglichst gradlinigen Angriffen.
Inkognito nach Lausanne
90 Minuten sind seit dem Trainingsende vergangen, als Forte zu den Medien spricht. Er trägt noch immer die Turnschuhe, Stutzen, Hosen und Regenjacke wie zuvor auf dem Rasen. «Wir sind alle erwartungsfroh», sagt er, «und wahrscheinlich erwarte ich die Partie in Thun noch etwas ungeduldiger als die Spieler.» Er sieht den Gegner «mental im Vorteil» und ist trotzdem zuversichtlich, weil er die jüngste Entwicklung seiner Mannschaft miterlebt hat. Am Montag sei er beim ersten Kontakt auf Spieler gestossen, die scheu und in sich gekehrt gewesen seien. In den vergangenen Tagen hätten sie sich aber geöffnet wie Tulpen, die sich von Knospen zu schönen Blumen entwickeln.
Für den Match-Tag hofft Forte, dass die Tulpen «noch mehr aufgehen». Er hat Thun am vergangenen Samstag beim 0:1 in Lausanne beobachtet, als er schon wusste, dass er neuer GC-Trainer werden würde, aber es noch niemand offiziell erfahren durfte. Deshalb setzte er sich fast vermummt auf die Tribüne. Er findet, dass sich für ihn nun ein Kreis schliesst. Vor gut einem Jahr war er in St. Gallen nach einem 0:1 gegen Thun «in die ungewollten Ferien» geschickt worden. Er wünscht sich deshalb als quasipersönliche Revanche den Sieg. Er möchte den Bernern keinen Raum zur Entfaltung bieten und eine eigene Mannschaft sehen, die ans Limit geht. Er sieht in seinen Spielern ein «unheimliches Potenzial», zuerst aber müssten sie «Weltmeister sein in den Basistugenden Kampf, Leidenschaft und Einstellung». Verzichten muss er beim Auswärtsspiel auf den verletzten Smiljanic, der sein Captain sein wird.
Zuschauer zurückgewinnen
Auf die Rangliste schaut Forte, weil GC trotz dem gerichtlich bestätigten 36-Punkte-Entscheid gegen Sion noch in Abstiegsgefahr geraten könnte. Es ist aber nicht nur die Tabelle, die ihn beschäftigt. Es geht für ihn in den kommenden Wochen auch darum, mit guten Auftritten den Goodwill zurückzugewinnen, den die Grasshoppers mit ihren zuletzt vielen schwachen Auftritten verspielt haben. Er sagt: «Wir müssen jeden einzelnen Zuschauer zurückbringen ins Stadion. Weil: So viele haben wir ja nicht.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 21.04.2012, 15:08 Uhr





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