Sport

Souveräner Auftritt von YB im Tourbillon

Von Peter Herzog. Aktualisiert am 04.04.2011 1 Kommentar

Nach dem 2:0 in Sion zeigen die Young Boys vor dem Spiel gegen Leader Basel viel Zuversicht.

1/12 Christoph Spycher im Zweikampf gegen George Ogararu vom FC Sion.
Bild: Keystone

   

Dritter Sieg in Serie für die Young Boys und nach dem souverän erspielten 2:0 in Sion herrscht bei den Bernern Frohsinn: Am nächsten Sonntag kommt der FC Basel ins Stade de Suisse, und YB-Trainer Vladimir Petkovic verkündete: «Wir haben ein Heimspiel, wir sind gegen den FC Basel klarer Favorit.» Die Journalisten beäugten vorsichtig ihre Mikrofone, als ob sie gleich explodieren würden. Petkovic beobachtete amüsiert und wiederholte stoisch: «Wir sind klarer Favorit, und wenn wir unsere Leistung bringen wie gegen Sion, haben wir gegen alle Gegner weniger Probleme.»

Moreno Costanzo, der Torschütze zum 1:0, beurteilte die Vorstellung von YB etwas moderater als sein Trainer, sprach von einer «relativ souveränen Leistung. Dieser Sieg ist sehr wichtig, denn wir haben uns hier zuletzt immer schwergetan.» In der 48. Minute setzte Costanzo den Glanzpunkt des Spiels, als er nach einem Zuspiel von Lulic Sions Verteidiger Adailton ins Leere laufen liess und mit einem Flachschuss via Innenpfosten zur YB-Führung traf. Es war Costanzos fünftes Saisontor und er sagte. «Dieses Tor tut mir gut.»Danach gaben die Berner, die schon vor der Pause die Spiel bestimmende Mannschaft gewesen waren, gegen die seltsam passiv agierende Walliser Equipe die Partie nicht mehr aus der Hand. Und Petkovic hatte an diesem Nachmittag auch mit den Auswechslungen die richtige Intuition. Während Sion-Trainer Laurent Roussey bis zur 61. Minute sein Auswechselkontingent erschöpft hatte, ohne dass Sions Angriffspiel besser wurde, wartete Petkovic bis zu der 71. Minute ab.

Mayuka kam und traf

Dann ersetzte er vorne Henri Bienvenu, der sich müde gelaufen hatte, durch Mayuka. Und der kleine Stürmer aus Sambia traf mit der ersten Ballberührung zum 2:0, als er das nicht präzise Zuspiel von Doubai dank seiner Schnelligkeit erlief und mit einem Flachschuss die Ecke zum 2:0 traf.

Danach passierte im Tourbillon nicht mehr viel, und das freute auch YB-Goalie Marco Wölfli. Er hatte über die gesamte Spieldauer eine einzige heikle Szene zu überstehen, als Dominguez nach einem Fehler von Doubai im Strafraum das Tor verfehlte. «Wichtig war, dass wir mit Selbstvertrauen nach vorne spielten, dadurch kaum eine Torchance von Sion zuliessen und so auch die Sittener Fans ruhig stellten», strahlte Wölfli. Die Young Boys hatten bei vergangenen Spielen schon mehrmals erlebt, wie es ist, wenn man in einem brodelnden Tourbillon gegen den Untergang anrudern muss.

YB-Vorteile im Mittelfeld

Von dem war gestern Sonntag nichts zu sehen. Sion-Trainer Laurent Roussey liess seine Equipe in einem 4-2-3-1 spielen, aber die Sturmspitze Prijovic lief dem Ball meist hinterher. «Abgesehen von den ersten 10 Minuten waren wir klar unterlegen», räumte Roussey ein. Petkovic nannte die Anfangsphase die «schrecklichen 10 Minuten», doch danach durfte er beobachten, wie sich seine Mannschaft im Mittelfeld ein klares Übergewicht schuf. Sutter und Spycher machten die Seiten dicht, Doubai überzeugte mit Effizienz in den Zweikämpfen, Farnerud war an keine Position gebunden, stürmte über rechts, oder links und mit seiner Übersicht, Zweikampfstärke und Laufbereitschaft schuf er auch immer wieder Räume für Costanzo im Zentrum. Und Lulic war an beiden Toren mit beteiligt und vergab selbst eine hervorragende Möglichkeit.

An Offensivspielern fehlt es YB nicht, nächste Woche steht auch der gestern gesperrt gewesene Degen wieder zur Verfügung. Für Christoph Spycher ist auch ein anderer Aspekt entscheidend: «Wir spielen eine sehr gute Rückrunde, abgesehen von der Niederlage gegen GC, weil wir nun defensiv gut stehen.» Vorerst habe man Platz 3 verteidigt, nun gelte es Platz 2, den der FC Zürich innehat, anzugreifen. Und Costanzo fügte an: «Wir sind in einer positiven Phase und freuen uns auf den FC Basel.» (Der Bund)

Erstellt: 04.04.2011, 07:03 Uhr

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1 Kommentar

Martin Meier

05.04.2011, 12:37 Uhr
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Na ja, Favorit würde ich nicht gerade sagen, aber freuen auf das Spiel darf man sich schon. Schade nur, dass der Zug nach ganz vorne schon abgefahren ist. Den Baslern tut selbst eine Niederlage nicht mehr allzu weh. Antworten



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