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Sepp Blatter und das unliebsame Video

Von David Wiederkehr. Aktualisiert am 20.12.2011 32 Kommentare

Mitte September hatte der Fifa-Präsident gesagt: «Den Schweizer Fussballverband ausschliessen? Nicht mit mir, kommt nicht infrage.»

Hat sich zu einem Ausschluss der Schweiz eigentlich klar geäussert: Fifa-Chef Sepp Blatter.

Hat sich zu einem Ausschluss der Schweiz eigentlich klar geäussert: Fifa-Chef Sepp Blatter.
Bild: Keystone

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Fussball-Diskussion

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Der Fall Sion hat schon einige seltsame Wendungen genommen, prompt folgte gestern die nächste. Zwei Tage, nachdem die Fifa ihr Ultimatum gegen die Schweiz publik gemacht hatte, veröffentlichte das Schweizer Fernsehen auf seiner Website ein Interview mit Sepp Blatter, datiert vom 16. September 2011. Darin wurde der Fifa-Präsident gefragt, ob es denn denkbar sei, dass die Schweiz wegen dem FC Sion eine Suspension zu befürchten habe. Blatter reagierte unmissverständlich: «Den Schweizer Fussballverband ausschliessen? Nicht mit mir, kommt nicht infrage.»

Die Aufnahmen stammen von einem Empfang der Gemeinde Visp für ihren prominentesten Bürger. Ein paar Tage vorher hatte die Uefa erklärt, Sion trotz Entscheid des Kantonsgerichts nicht wieder zur Europa League zuzulassen, worauf Christian Constantin Klage gegen Uefa-Präsident Michel Platini einreichte. Auch hatte zu jener Zeit die Fifa ihren Druck auf den Schweizerischen Fussballverband (SFV) erhöht, das Problem Sion zu lösen. Fans des Walliser Klubs nutzten daraufhin den Anlass, um Stimmung gegen den Fifa-Präsidenten zu machen. Mit Schlachtrufen störten sie den Festakt in Blatters Heimatgemeinde.

«Nächstes Spiel: Sion - Uefa»

Es ist davon auszugehen, dass Constantin das Video für seinen Feldzug gegen die Fifa verwenden wird – der Sion-Präsident hatte ja bereits am Samstag angekündigt, nun Blatter und die Exekutive des Weltverbandes wegen Nötigung zu verklagen. Wie kampflustig Constantin gegenwärtig aufgelegt ist, beweist ausserdem, dass der FC Sion auf seiner Homepage unter dem Menüpunkt «Nächstes Spiel» gestern für kurze Zeit «Sion - Uefa» für den 11. Januar angekündigt hatte. Vor dem Bezirskgericht Nyon ficht Constantin den Entscheid des Sportgerichtshof (CAS) gegen die Reintegration Sions in die Europa League an. Am 11. Januar findet die Anhörung statt.

In der angedrohten Suspension der Schweiz durch die Fifa ist der FC Sion indessen nicht Partei, der Weltverband korrespondiert nur mit dem SFV. Wer das Ultimatum angeregt hat, gemäss dem der Klub bis zum 13. Januar mit Punktabzügen bestraft werden muss (für jede der zwölf Partien, in denen er einer der sechs unrechtmässig verpflichteten Spieler eingesetzt hatte), ist nicht bekannt. Auch beim SFV nicht. «Im Prinzip kann das jedes beliebige Fifa-Mitglied gewesen sein», sagt Medienchef Marco von Ah.

Machte Ägypten Druck?

Laut einem Insider hatte schon kurze Zeit nach Beginn der Affäre, die mit Sions Verpflichtung des ägyptischen Torhüters Essam El-Hadary begonnen hatte, Ägyptens Fussballverband darauf gedrängt, den Druck auf die Schweiz zu erhöhen. Möglich ist, dass sich mit der Zeit immer mehr Verbände für Massnahmen stark gemacht haben. Allerdings sind Spekulationen, wonach die Fifa die Schweiz mit dem Ultimatum bewusst hart angefasst hat, um sich nicht anhören zu müssen, im Zweifelsfall das Land zu pfleglich zu behandeln, in dem sie ihren Sitz hat, eben dies: Spekulation.

Die wiederentdeckten SF-Aufnahmen dürften Blatter nicht besonders gut schmecken; wörtlich sagte er damals am Fest in Visp zu einem möglichen Ausschluss: «Was auch immer passiert, das werden wir nicht tun.» Andererseits: Im Ultimatum ist auch nicht vom Ausschluss die Rede, den nur der ganze Kongress beschliessen könnte. Die Exekutive droht mit der Suspension. Und das tut sie häufiger, zuletzt im Schnitt einmal pro Jahr – und die wenigsten Verbände werden am Ende auch ausgeschlossen. Im Normalfall bekommt die Fifa, was sie verlangt.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.12.2011, 09:55 Uhr

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32 Kommentare

Hans-Peter Gruber

20.12.2011, 10:34 Uhr
Melden 95 Empfehlung 0

Wenn die Schweiz tatsächlich suspendiert werden sollte oder sollte dem Druck der FIFA nachgegeben werden, würde ich eine Volksinitiative welche eine Besteuerungspflicht für internationale Fussballvereine vorsieht sehr unterstützen! Antworten


Henri Ginther

20.12.2011, 10:41 Uhr
Melden 69 Empfehlung 0

Diese altem Männer sollen doch endlich mit ihrem Verban in der Schweiz Steuern bezahlen oder einfach aus der Schweiz ausziehen. Das ist doch nur eine korrupte Mafiaorganisazion und nichts anderes. Blatter sollte ausgebürgert und ausgewiesen werden . Nach dem Unfall den er gebaut hat wurde es plötzlich still in den Medien und ich glaube die ganze Sache wurde unter den Tisch gewischt. Antworten



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