«Schwer nachvollziehbar, wie man da schummeln könnte»
Wil – Das Ungewöhnliche bei den Ergebnissen des Challenge-League-Vereins Wil ist, dass man in den vier fraglichen Partien nicht verloren hat. 1:1 gegen St. Gallen und Yverdon, 2:0 gegen Thun und 3:0 gegen Biel lautete das Verdikt. Darum sagte Präsident Roger Bigger zu Recht: «Das sind alles starke Resultate gegen eigentlich besser klassierte Mannschaften. Darum ist es für mich schwer nachvollziehbar, wie man da schummeln könnte.»
Als vor bald zwei Wochen erste Einzelheiten über betrügerische Vorkommnisse im europäischen Fussball an Tageslicht kamen, handelte man bei Wil sofort. Die Spieler mussten einen Ehrenkodex unterschreiben, dass sie mit den Vorfällen nichts zu tun hatten. Alle taten es. Als am Mittwoch der FCW erneut negativ in die Schlagzeilen geriet, wurde am Morgen vor dem Training das Prozedere erneuert. Bigger darf vermelden: «Das Ergebnis war das Gleiche wie vorher.»
Bigger ist genervt
Das mag die Laune von Bigger allerdings nicht merklich zu erhellen. Er ist nach wie vor genervt und erklärte gestern Mittag warum: «Bisher sind alles nur Mutmassungen. Die Bundesanwaltschaft hat nur sehr vage Aussagen gemacht. Das ist für mich das Unerträglichste. Dieses Vorgehen finde ich wirklich schlecht.» Bigger und sein Verein «hängen» irgendwie in der Luft, warum die vier Begegnungen auf der ominösen Liste figurieren. Was genau abgelaufen ist, darüber weiss man in der Äbtestadt überhaupt nichts.
Und Bigger kann versichern: «Ich gehöre selber dem Komitee der Swiss Football League an. Bin deshalb relativ nahe am Geschehen dran. Auch dort weiss man nicht mehr.» In einer Medienmitteilung hält der FCW unter anderem fest: «Der Verwaltungsrat der FC Wil 1900 AG verurteilt den Wett-skandal aufs Schärfste. Jedoch ist es leider nicht möglich, für alle Machenschaften gewappnet zu sein, die nicht steuerbar sind. Der Verwaltungsrat ist überzeugt, dass Wil nicht aktiv in den Wettskandal involviert ist.»
Und fast schon zähneknirschend musste Roger Bigger trotzdem anmerken: «Gefeit von neuen Enthüllungen sind wir logischerweise nicht. Aber wir hoffen natürlich, von weiteren Anschuldigungen verschont zu bleiben.» (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 04.12.2009, 07:48 Uhr
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