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Pfiffe und Ratlosigkeit nach dem 0:0

Von Peter Herzog. Aktualisiert am 18.03.2013 6 Kommentare

Die Young Boys und Sion zeigen Fussball an der Schmerzgrenze. Farnerud vergibt gar einen Penalty.

1/7 Fanprotest gegen das Hooligankonkordat.
Bild: Lukas Lehmann/Keystone

   

Super League

6. Runde

16.08.Aarau - Grasshoppers1 : 2
16.08.Luzern - FC Zürich1 : 1
17.08.Sion - Basel2 : 3
17.08.Thun - St.Gallen3 : 1
17.08.FC Vaduz - Young Boys0 : 2
Stand: 17.08.2014 17:51

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Basel650115:815
2.FC Zürich641111:813
3.Thun631211:910
4.Young Boys623111:69
5.St.Gallen62229:98
6.Sion62225:58
7.Aarau61327:86
8.Grasshoppers61235:105
9.Luzern60425:94
10.FC Vaduz60243:102
Stand: 17.08.2014 17:51

7. Runde

30.08.Thun - Sion- : -
30.08.Luzern - Aarau- : -
31.08.Grasshoppers - FC Vaduz- : -
31.08.St.Gallen - FC Zürich- : -
31.08.Basel - Young Boys- : -

Pfiffe hallten durch das halb leere Stade de Suisse, als die Spieler nach dem torlosen Abnützungskampf Richtung Kabine trotteten. Und drinnen im Tribünenschlund war auch Fredy Bickel mächtig verärgert: «Es kann nicht sein, dass bei gefühlten 30 Freistössen kein einziger gefährlich wird», polterte der YB-Sportchef. «Solche Partien, bei denen spielerisch nichts läuft, werden durch Standardsituationen entschieden. Aber bei uns war nichts los.»

Es passt zum Spiel, dass YB durch Alexander Farnerud in der 57. Minute gar einen Elfmeter vergab. Nach einem Foul von Bühler an Schneuwly scheiterte der Schwede beim Penalty an Sion-Hüter Vanins. Es war die einzige klare YB-Möglichkeit in dieser zähen Partie. Mehr als ein Distanzschuss von Sutter und zwei Strafraumszenen in der Nachspielzeit, so als Afums Schuss abgeblockt wurde, brachten die Berner nicht zustande.Die Mannschaft, die mit dem Vorsatz angetreten war, zumindest auf 0:0 zu spielen, stand dem Sieg näher. Das war der FC Sion, der sich durch Lacroix im Anschluss an einen Corner (38.), Ndjeng (48.), Lafferty (53.) und einen Schuss aus der Drehung von Ndjeng, den Goalie Wölfli in Corner zu lenken vermochte, zumindest vier erfolgversprechende Offensivaktionen erarbeiten konnte.

YB rutscht auf Platz 6 ab

YB bleibt mit dem 0:0 im 11. Heimspiel in Serie ungeschlagen. Es sind die ersten Punkteverluste im Stade de Suisse seit dem 18. November beim 0:0 gegen St. Gallen. Doch mit diesem Spiel vermochte Martin Rueda keine Eigenwerbung zu machen. Nach diesem faden Auftritt rutscht die Mannschaft immer mehr ins Niemandsland des Mittelfeldes ab. Vom FCZ sind die Berner bereits auf den 6. Platz verdrängt worden. Auf die Frage, ob dieser schlechte Auftritt Konsequenzen für die Zukunft von Rueda habe, dessen Vertrag Ende Saison ausläuft, winkte Bickel entnervt ab. «Wir sind alle am Kämpfen, damit es vorwärts geht.» Dann hielt er inne, schluckte leer und sagte: «So kurz nach einem enttäuschenden Spiel muss man vorsichtig sein, was man sagt.»

Auch die Frage, ob Vertragsgespräche mit Rueda in den nächsten Tagen anstehen, kam bei Bickel nicht besonders gut an: «Nein, das ist jetzt ein schlechter Zeitpunkt», antworte er und ging von dannen. Auch Rueda war schlechter Laune. «Wir hatten nicht ein derart defensives Sion erwartet», erläuterte der YB-Trainer. Das 3-4-1-2-System der Walliser interpretierte Rueda «als eine Fünfmannabwehr», weil sich Bühler und Vanczak auf den Seiten oft weit rückwärts orientierten. «Zudem spielten sie zusätzlich mit zwei defensiven Mittelfeldspielern», sagte Rueda. «Wir brauchten lange, bis wir uns darauf eingestellt hatten. Und gegen die vielen gross gewachsenen und kopfballstarken Spieler von Sion ist es nicht einfach, bei Standard-Situationen etwas auszurichten.»

Grosses Berner Frustpotenzial

Sions Assistenz-Trainer Luigi Riccio äusserte eine andere Sicht. Er sprach, während Spielertrainer Gennaro Gattuso unter der Dusche stand, von einem guten Spiel und von einem Dreimannsturm der Sittener. Nun ja. Es ist alles eine Sache der Optik und der Interpretation.

Das Frustpotenzial bei YB war indes beträchtlich. Vorne brachten Gerndt und Nuzzolo nichts zustande. Farnerud und Zverotic liessen im zentralen Mittelfeld Inspiration und Dominanz vermissen. Und Costanzo kam nicht einmal als Auswechselspieler in die Partie. Sutter und Raimondi schafften auf den Seiten keine Durchbrüche, hielten aber zumindest in defensiver Hinsicht einigermassen dicht. «Beide Mannschaften strotzen zurzeit nicht vor Selbstvertrauen», sagte YB-Verteidiger Alain Nef. «Das Positive ist, dass wir zu null gespielt haben.» Auch Sions Präsident Christian Constantin sah im 0:0 einen kleinen Lichtblick. «Wir haben in den vergangenen drei Spielen insgesamt sieben Gegentore erhalten. Mit diesem 0:0 vermochten wir zumindest die fünf Punkte Vorsprung auf YB zu halten, das ist wichtig.» YB und Sion, die beiden Clubs, die nach dem FC Basel am meisten Geld ausgeben, zeigten auf dem Spielfeld ein Sparprogramm. (Der Bund)

Erstellt: 18.03.2013, 06:55 Uhr

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6 Kommentare

Rolf Schubiger-Steiner

18.03.2013, 08:09 Uhr
Melden 27 Empfehlung 1

Farneruds Körpersprache bei einem Freistoss in der ersten Hälfte hat alles ausgedrückt: 'mich scheisst das alles an!. Desolat, ohne Ehrgeiz, ohne Professionalität ist dieses 'Team' geworden, eine Falle für jeden Trainer, der etwas erreichen möchte! Antworten


Martin Hug

19.03.2013, 08:06 Uhr
Melden 7 Empfehlung 0

Warum will man der Wahrheit nicht in die Augen schauen? Dieses Team ist total am Boden!
Ich erwarte nicht Siege am laufenden Band! Nein, aber Einsatz und Leidenschaft! Und ein bischen Freude!
Herr Bickel wenn sie jetzt nicht sofort handeln, dann vertreiben sie die letzten Fans aus dem Stadion! Diese herz- und charakterlosen Darbietungen unter Ruede lassen wir uns NICHT mehr gefallen!
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