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Oertigs Abgang soll für Ruhe sorgen
Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 13.07.2012 19 Kommentare
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Sportredaktor Fabian Ruch über den Abgang von Benno Oertig.
Kommentar: Ein wichtiges Signal
Rechtzeitig zum Start der neuen Saison am Wochenende haben YB und der Betrieb im Stade de Suisse ein wichtiges Signal gesendet, das zur neuen, bescheideneren Ausrichtung passt. Mit dem Abgang des vielerorts umstrittenen Benno Oertig ist eine Baustelle geschlossen worden, die in den letzten Monaten und Jahren immer wieder für Unruhe und Negativschlagzeilen gesorgt hatte.
Das ist eine gute Nachricht für YB. Benno Oertigs Verdienste sind unumstritten, er hat grossen Anteil an der erfreulichen Entwicklung des Vereins und des Nationalstadions. Oertig war es ja, der die Brüder Andy und Hansueli Rihs nach Bern lotste. Aber in den letzten Jahren eckte der Verwaltungsratspräsident mit seiner Art immer stärker an, er legte sich beispielsweise wenig diplomatisch mit der Stadt Bern oder einzelnen Medien an. Und Oertig orchestrierte die unsanfte Freistellung des beliebten Stadionchefs Stefan Niedermaier.
Nun muss auch Benno Oertig gehen. Immerhin wird ihm sein Aktienverkauf mit einer hübschen Entschädigung versüsst.
Mail: fabian.ruch@bernerzeitung.ch" target="_blank">fabian.ruch@bernerzeitung.ch
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Benno Oertig tritt im Stade de Suisse ab, er hat seine Aktien den Gebrüdern Rihs verkauft. Damit soll bei YB wieder Ruhe einkehren. Um 16.13 Uhr am Donnerstag mailte YB eine nüchtern formulierte Medienmitteilung mit erheblicher Sprengkraft. Was sich in den letzten Wochen immer stärker abgezeichnet hatte, wurde vollzogen. «Im Verwaltungsrat der Sport und Event Holding AG, Muttergesellschaft der Stade de Suisse Nationalstadion AG und der YB-Betriebs-AG, kommt es zu einer Änderung», hiess es in der E-Mail. Die (spektakuläre) Neuerung sieht so aus: Die Hauptaktionäre, die Gebrüder Andy und Hansueli Rihs, übernehmen die Aktien von Benno Oertig und werden alleinige Besitzer. Der langjährige Präsident Oertig scheidet aus dem Verwaltungsrat aus und wird auch seine Ämter beim Stade de Suisse und bei YB niederlegen. «Oertig bleibt lebenslängliches Mitglied des Presidents Club und wird die Foundation For Talents weiter unterstützen. In seiner Ära ist in Bern ein einzigartiges, multifunktionales Stadion entstanden. Zudem ist es gelungen, YB als Schweizer Spitzenteam zu etablieren», stand geschrieben.
Oertig stand im Gegenwind
Gestern also endete Oertigs Regentschaft in Bern. Er dürfte für seine rund zwölf Prozent Aktien noch einmal einen tiefen siebenstelligen Betrag erhalten haben. Es waren ja ohnehin die Gebrüder Rihs, die zuletzt Verluste des Betriebs in Millionenhöhe bezahlt hatten. Das Schicksal der Young Boys hängt sehr stark von den beiden Aktionären ab.
Für Benno Oertig ist der Abgang in Bern bitter, er hatte sich bis zuletzt dagegen gewehrt. Der Druck auf ihn aber war zu gross geworden. Vor wenigen Wochen äusserte auch der Dachverband aller YB-Fangruppen in einem Brief an die Rihs-Brüder seine Bedenken gegenüber Oertig. Der Ostschweizer hatte sich mit seiner polternden Art mit vielen angelegt, mit Politikern, Medien oder Angestellten etwa. Die Stimmung im Betrieb war zuweilen lausig, und so war es letztlich nur eine Frage der Zeit, bis seine Zeit bei YB zu Ende gehen würde. Oertig erklärte gestern Donnerstag, es seien für ihn «zwölf tolle, aber auch sehr ereignisreiche Jahre» gewesen. Und: «Ich glaube, sagen zu dürfen, dass wir es geschafft haben, in Bern etwas zu realisieren, das für die ganze Region ein Meilenstein ist.» Andy und Hansueli Rihs würdigten Oertig als umtriebigen Macher, der für YB und Bern viel geleistet habe. «Die Entwicklung im Berner Profifussball ist eng mit dem Namen Benno Oertig verbunden», sagte Andy Rihs. Sein Bruder hob derweil die Zusammenarbeit hervor: «Manchmal ging es bei uns hoch zu und her. Aber wir haben uns alle immer in den Dienst der Sache gestellt.» In den letzten Wochen reifte bei beiden Hauptaktionären jedoch der Entschluss, dass es im Sinne aller Beteiligten besser ist, die Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsratspräsidenten zu beenden. Das Ansehen des 61-jährigen Oertig in der Öffentlichkeit litt spätestens nach dem unschönen Rauswurf des früheren Stadionchefs Stefan Niedermaier vor bald zwei Jahren.
«Phase 3» gescheitert
Neu umfasst der Verwaltungsrat der Sport und Event Holding AG fünf Personen: Andy und Hansueli Rihs, YB-Präsident Werner Müller, den diplomierten Wirtschaftsprüfer Hanspeter Kienberger sowie Ilja Kaenzig als Delegierter. Müller und Kienberger sind erst seit wenigen Wochen dabei. Wer jetzt neuer Verwaltungsratspräsident wird, soll bald bestimmt werden.
Die angestrebte «Verbernerung» wird bei YB und im Stade de Suisse damit konsequent umgesetzt. Oertig dagegen bleibt die von ihm erhoffte Würdigung für seine Arbeit in Bern verwehrt, zumal er in jüngster Vergangenheit viel Staub aufwirbelte – beispielsweise mit der Ankündigung der «Phase 3», die unter dem gescheiterten Trainer Christian Gross im Zeichen von Titeln hätte stehen sollen. «Ich hoffe, dass nicht nur die turbulenten Vorgänge der letzten Zeit in Erinnerung bleiben, wenn es um Benno Oertig geht, sondern auch seine vielen Verdienste», sagte YB-CEO Ilja Kaenzig. «Und es wäre schön, wenn wir nun sportlich für positive Schlagzeilen sorgen könnten.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 13.07.2012, 06:50 Uhr
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19 Kommentare
nun hat er den spass an seinem hobby bereits verloren....macht nichts, alle wünschen ihm alles gute und danken ihm, wie lange gehts wohl, bis auch die gebr. rihs den spass an yb verlieren, denn solch eine erfolgsgeschichte wie hier zitiert wird, ist es ganz bestimmt nicht. die titel holte der fc basel, das wird auch in zukunft so sein...... Antworten
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