Nullnummer in Neuenburg
Von Ruedi Kunz. Aktualisiert am 28.10.2011 2 Kommentare
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YB stand dem Siegesgoal nie so nahe wie in der Nachspielzeit, als Nuzzolo einen Kopfball Farneruds über die Linie drückte. Da der Linienrichter eine Offsideposition signalisierte, annullierte Schiedsrichter Hänni den Treffer. Es war eine von zwei sehr umstrittenen Entscheidungen in einer hektischen Schlussphase. In der 86. Minute hatte Hänni Victor Sanchez die Gelb-Rote Karte gezeigt, weil er nach einem Unterbruch den Ball weggeschlagen hatte. Victor Muñoz, Xamax’ spanischer Trainer, schüttelte an der Seitenlinie ungläubig den Kopf. Für viel Diskussionsstoff sorgte auch ein Penaltypfiff gegen YB in der 36. Minute nach einem verbissenen Zweikampf zwischen Tréand und Costanzo. Wüthrich knallte den Elfmeter an die Latte.
Xamax vor der Pause besser
YB hätte sich zur Pause nicht beklagen können, wenn es zurückgelegen wäre. Die Berner verloren gegen die aufsässigen und schnellen Neuenburger immer wieder frühzeitig den Ball. Am meisten Mühe hatten sie mit Kalu Uche, der sich dank seiner stupenden Technik und Wendigkeit immer wieder in Abschlussposition brachte. Das Glück von YB war, dass die Schüsse des Nigerianers meistens zu unpräzis waren. Die Xamax-Anhänger unter den nur 3243 Zuschauern entliessen ihre Mannschaft mit einem warmen Applaus in die Pause.
In der zweiten Halbzeit wurden die Gäste ihrer Reputation eher gerecht. Sie kontrollierten den unbequemen Gegner besser, konnten den Ball länger in ihren Reihen halten und schlugen das eine oder andere Mal gefährliche Flanken in den Xamax-Strafraum. Richtig gefährlich wurde es aber nur in Ausnahmefällen, und Goalie Bédénik beendete den Arbeitstag, ohne eine einzige Grosstat zeigen zu müssen.
Gross’ Klage über das Terrain
In der Schlussviertelstunde waren es die aufopfernd kämpfenden Gastgeber, die dem Siegestor eher näher standen. Wüthrich und Sanchez schlitterten an scharf in die Mitte geschlagenen Hereingaben vorbei, Seferovic köpfelte aus wenigen Metern übers Tor. Deshalb überraschte Christian Gross’ Feststellung, seine Mannschaft hätte den Sieg verdient gehabt, da sie mehr für das Spiel gemacht habe. Dass der YB-Trainer den Kunstrasen kritisierte, lag auf der Hand. Die schnelle und seifige Unterlage, die am Ende ihres Lebenszyklus steht, erschwerte ein gepflegtes Kombinationsspiel. Andererseits sollte YB genügend Klasse und Erfahrung haben, um ein Team wie Xamax auf schwierigem Terrain zu kontrollieren. Dass dies nicht gelang, stimmt nachdenklich. Die Berner sind zwar willig, doch vieles wirkt verkrampft.
Geld für die Xamax-Spieler
Gute Nachrichten gestern für die 87 Xamax-Angestellten: Sie erhalten heute die Löhne und Prämien für den September ausbezahlt. Damit ist Xamax der Aufforderung der Swiss Football League nachgekommen. Diese verlangte bis Montag, 31. Oktober, den Nachweis der Bezahlung der Saläre. Andernfalls hätte Xamax wegen Verletzung des Lizenzreglements einen Punktabzug riskiert. Ob Bulat Tschagajew nun tatsächlich Zugang zu seinen angeblich 35 Millionen Franken auf Konten von amerikanischen Banken hat, ist aber nach wie vor nicht sicher. Am kommenden Dienstag oder Mittwoch will der Neuenburger Einzelrichter Sebastien Sandoz über den Konkursantrag eines Gläubigers von Xamax urteilen («Bund» vom 26. 10.).Telegramm, Seite 21 (Der Bund)
Erstellt: 28.10.2011, 06:36 Uhr
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