Nach dem 1. Spiel fehlen YB bereits zwei Punkte
Von Peter Herzog. Aktualisiert am 18.07.2011 1 Kommentar
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Mit Christian Gross wollen die Young Boys an die Spitze stürmen, nach dem ersten Spiel gegen den FC Basel im ausverkauften Stade de Suisse erinnerte die Gemütslage der Protagonisten indes an die Vergangenheit. YB war das bessere Team gewesen, zeigte mehr Kreativität, mehr Energie, auch mehr Risiko, doch zu einem Sieg gegen den Meister reichte es erneut nicht. Und so konnte Basels Trainer Thorsten Fink nach dem 1:1 gelassen bilanzieren: «Wir haben mit dieser Vorstellung ein optimales Ergebnis erzielt und fahren zufrieden nach Hause.»
Von Zufriedenheit konnte bei YB dagegen keine Rede sein. Christian Gross hätte nur allzu gerne an seiner Aura gearbeitet und im ersten Wettbewerbsspiel mit YB gleich gegen Basel den Bernern das Gefühl mitgegeben, dass nun die Zeit des Haderns und des Lamentierens tatsächlich vorbei sei. Unter der Woche hatte der Trainer seinen Spielern nochmals eingeheizt: «Jetzt kommt der Gegner, der euch in der Vergangenheit so oft vor der Sonne gestanden ist.»Doch nach dem ersten Spiel musste Gross konstatieren: «Ich habe mehr erwartet. Wir waren zu wenig konkret, zu wenig effizient. Es tut weh, wenn man so viel macht und nur mit einem Punkt belohnt wird.» Bereits nach knapp drei Minuten musste er sich erstmals ärgern. Ben Khalifa hatte an der Strafraumgrenze Mayuka angespielt, der Mann aus Sambia lenkte den Ball wunderschön direkt zu Nuzzolo, doch der ehemalige Xamax-Spieler brachte den Ball nicht an Goalie Sommer vorbei, der mit dem rechten Fuss zur Stelle war.Und Gross musste mit den YB-Fans danach mit ansehen, wie Farnerud in der 17. Minute nur den Pfosten traf und David Degen kurz vor der Pause mit seinem Dribbling an Sommer scheiterte, während nebenan der völlig frei gewesene Mayuka die Hände verwarf.
Erneut Gegentor nach Standard
Besonders zu denken geben muss Gross aber das Führungstor der Basler: Alex Frei zirkelte die Freistossflanke quer durch den Strafraum Richtung hinteren Pfosten, Degen sprang ins Leere, Zoua stoppte den Ball mit dem Bauch und drosch ihn ins Tor. Erneut war YB bei einem sogenannt stehenden Ball überfordert. Die letzten vier Gegentreffer – zwei gegen Hertha Berlin, einer gegen West Ham beim Uhrencup und jetzt gegen Basel – haben die Young Boys alle nach Standardsituationen kassiert.
Und so lagen die Berner nach 50 Minuten in Rückstand, obwohl sie zuvor die Basler Abwehr mehr als einmal vor Probleme gestellt hatten. Der neue FCB-Abwehrchef, der 1,89 m grosse Radoslav Kovac, präsentierte sich bei seinem Debüt im Stil eines Haudegens. Jeden Wink mit der Fahne der Schiedsrichter-Assistenten kommentierte der Tscheche zudem verbal oder mit Gestik. Wurde Abseits signalisiert, applaudierte er, blieb die Fahne unten, tobte er. Was aber auch auffiel: Kovac steigt bei hohen Bällen sehr hoch – er ist ein Gefahrenherd bei Basler Freistössen und Eckbällen.Es war ein Glück für YB und Degen, dass der Baselbieter sechs Minuten nach dem Gegentor mit einem starken Flügellauf den Ausgleich von Mayuka perfekt vorbereitete. Und so wurde eine insgesamt gute Leistung der Young Boys doch noch mit einem Punkt belohnt. Degen sorgte mit einer spektakulären Direktabnahme nach Flanke von Ben Khalifa nochmals für ein Highlight, doch er räumte hinterher auch ein, dass er das Spiel selbst hätte entscheiden können. «Wir haben zwei Punkte verschenkt.»
Hitzfelds Lob für YB
Und Gross sagte über Degen: «Er kann mehr, und er wird auch mehr bringen.» Insgesamt blieb der Trainer bei seinem Urteil ziemlich harsch, ohne in die Details zu gehen: «Individuell muss von jedem Spieler mehr kommen, wir wollen hier in Bern etwas erreichen.»
Keinen schlechten Einstand zeigten Verteidiger Dusan Veskovac und im defensiven Mittelfeld Michael Silberbauer. Nassim Ben Khalifa deutete als zweiter Stürmer neben Mayuka seine grossen Möglichkeiten an. Ottmar Hitzfeld, der das Spiel von der Präsidentenloge aus beobachtete, war von der Vorstellung der Berner mehr angetan als Gross und sprach vom besten Spiel, das er von YB in den letzten Jahren gegen Basel gesehen habe. «YB hätte den Sieg verdient. Die Mannschaft ist mental stärker geworden, mir gefiel ihre Ausstrahlung. Das ist bereits die Handschrift von Christian Gross.» Und Hitzfeld hat auch festgestellt, dass Ben Khalifa «körperlich etwas zugelegt hat. Er ist ein spielender Mittelstürmer, der gegen Basel viel für seine Nebenleute gearbeitet hat.» Schöne Worte, doch als Fazit bleiben YB und Gross: Nach dem ersten Spiel fehlen bereits zwei Punkte. (Der Bund)
Erstellt: 18.07.2011, 05:46 Uhr
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1 Kommentar
Nach dem 1. Spiel fehlen 2 Punkte das ist fakt. Dass Fink Komplimente austeilt ist doch taktisch hervorragend. Dass YB guten Fussball gespielt hat (fürs Auge) stimmt auch aber....... ich sah in diesem Spiel 2 Grosschancen mehr nicht. Und dies ist für ein Heimspiel zu wenig für eine Mannschaft die - denke ich weil es ist ja nirgends kommuniziert - Meister werden will. Antworten
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