Mit Paukenschlag und Wunschtransfer in eine sportlich sorgenfreie Rückrunde
Kurzmeldung
Der FC Thun hat die Verträge mit Dennis Hediger (25) und Enrico Schirinzi (27) bis Juni 2015 verlängert.
Stichworte
Eigentlich hat der zweite Teil der Saison für die Berner Oberländer schon begonnen – und zwar mit einem Paukenschlag. Letzten Mittwoch verkündete Mauro Lustrinelli seinen Rücktritt als Fussballer und den Wechsel in den Trainerstab des FC Thun. Unerwartet zwar, und doch nicht ganz ohne Vorzeichen. Der ehemalige Topstürmer war in der Vorrunde ein Teil des Problems im Thuner Angriff, er schoss lediglich vier Tore. Die gesamte Offensivabteilung der Thuner war schwach und erzielte in den bisherigen 18 Saisonspielen nur 21 Treffer.
Am Donnerstag wurde zudem der Abgang von Offensivallrounder Dario Lezcano bekannt. Der Paraguayer wechselt nach Luzern. Trotz diesem Abgang hat sich Thun in der Winterpause im Angriff unter dem Strich leicht verstärkt. Von den Young Boys stiess Marco Schneuwly zu den Oberländern – ein Wunschtransfer von Sportchef Andres Gerber: «Er passt menschlich und sportlich sehr gut zu unserer Mannschaft.» Zudem verpflichtete Thun den physisch starken Brasilianer Fabiano, der auch ein starker Kopfballspieler ist.
Die neuen Stürmer müssen sich jetzt möglichst schnell finden und treffen. Fabiano ist allerdings noch angeschlagen und wird frühestens in zwei Wochen zum Einsatz kommen. Mit Publikumsliebling Milaim Rama, der in der Vorrunde vor allem als Joker überzeugte und sich von seiner Verletzung erholt hat, hat Trainer Bernhard Challandes eine echte Alternative. Und wenn Christian Schneuwly an seine besten Spiele im Herbst anknüpfen und als Vorbereiter in Erscheinung treten kann, dann sind mehr Tore als in der Vorrunde gut möglich. Auch wenn es nach der Suspendierung von Xamax zwei Spiele weniger geben wird. Ungewöhnlich ist, dass nach der neuen Liga-Situation ein Abstieg unmöglich geworden ist – der FC Thun kann also schon jetzt in aller Ruhe die nächste Saison vorbereiten.
Stadionzwist vorerst entschärft
Insgesamt hat Thun in der bekanntlich schwierigen zweiten Saison nach dem Aufstieg eine bemerkenswerte Hinrunde gezeigt. Dabei spielte auch die neue Arena Thun eine wesentliche Rolle. Vorab im positiven Sinn – das neue Stadion erweist sich als stimmungsvoll und zweckmässig. In der Folge entwickelte sich aber ein Konflikt zwischen den Stadionbesitzern und dem FC Thun. Offenbar ist das Konstrukt mit drei Parteien, der Genossenschaft und den Investoren als Besitzer des Stadions, der Betreiber AG und dem Fussballklub nicht einfach. Klubpräsident Markus Stähli spricht im Zusammenhang mit der Aufstellung rund um das Stadion von einem «Schönwetterkonstrukt», welches nur bei einem guten Geschäftsgang funktioniere und das es mittelfristig anzupassen gelte. «Aus den drei Parteien müssen zwei werden. Die Genossenschaft und eine Partei bestehend aus Stadionbetreiber und Fussballklub.» Der Klub sei finanziell von einem erfolgreichen Stadion abhängig, habe diesbezüglich aber keinen Einfluss, das sei unglücklich, sagt Stähli. «Ein erster Schritt wäre ein gemeinsamer Verwaltungsrat.» Das wird in Kürze mit Bestimmtheit nicht passieren, denn am 12. Januar wurde eben erst der alte, näher am Klub stehende VR durch einen neuen ersetzt.
Immerhin: Der gröbste Zwist scheint entschärft. Der neue Verwaltungsrat und Stähli haben sich getroffen und angenähert. Sowohl Genossenschaftspräsident Carlos Reinhard als auch Markus Stähli sprechen von einer Lösung, die in erster Linie dem Fussball diene. Genaueres wollten die Parteien nicht bekannt geben. «Es ist wichtig, dass jetzt einmal Ruhe einkehrt», sagt Reinhard.Der Umgangston ist auf jeden Fall ein bisschen weniger kühl als auch schon. Ganz im Gegensatz zu den Temperaturen, welche die Mannschaft am Sonntag im Zürcher Letzigrund beim ersten Spiel der Rückrunde gegen GC erwarten. (Der Bund)
Erstellt: 04.02.2012, 14:38 Uhr
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