Während FCB-Trainer Heiko Vogel in erster Linie den Gegner lobt, überwiegt bei Bayern München die Erleichterung darüber, dass der Traum vom Champions-League-Titel im eigenen Stadion weitergeht.
Abschied von der ganz grossen Bühne: Heiko Vogel hätte sich nach den vielen Erfolgen ein anderes Ausscheiden gewünscht. Bild: Keystone
Was sagt man als Trainer, nachdem seine Mannschaft gerade in ihre Einzelteile zerlegt wurde? Heiko Vogelhält es mit Galgenhumor: «Es ist alles optimal gelaufen.» Doch gleich darauf wird der frühere Jugendtrainer von Bayern München ernst und lobt seinen ehemaligen Verein. «Bayern war furios und hat sich in einen Rausch gespielt. Auch in dieser Höhe sind wir verdient ausgeschieden», meint Vogel. Er sei denn auch nicht über die Niederlage enttäuscht, sondern über die Art und Weise. Zur mangelnden Gegenwehr in den 1:1-Situationen sei erschwerend hinzugekommen, dass die Münchner die Tore zu den richtigen Zeitpunkten geschossen hätten. «Sie haben keine Nadelstiche gesetzt, sondern Todeshiebe», verdeutlicht Vogel die Wirkung insbesondere der beiden Tore kurz vor der Pause.
Vogels Antipode schliesst sich seinem Vorredner an. «Ich muss meinen Spielern ein grosses Kompliment machen. Sie haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben», sagt Jupp Heynckes, der durch die beiden Kantersiege innerhalb von drei Tagen seine Kritiker Lügen gestraft hat. In einer Saison müsse man solche Durststrecken durchstehen. Genau wie sein Topskorer Mario Gomez. Nach den drei Toren gegen Hoffenheim hat der deutsche Nationalspieler seine wiedergefundene Form gegen den FC Baselmit vier Treffern bestätigt. «Ich freue mich für Mario ganz besonders, weil es zum Teil sehr schwierig zu erzielende Tore waren», sagt Heynckes, der als ehemaliger Stürmer die Leiden bei Ladehemmung sehr gut kennt.
Erleichterung bei Robben und Müller
Aber nicht nur Gomez hat sich den Frust von der Seele geschossen, sondern auch Arjen Robben. Der wochenlang hart kritisierte Holländer wirbelte die Basler Abwehr Mal für Mal gehörig auf und erzielte zwei Treffer, darunter das wichtige 1:0. «Sieben Tore in der Champions League, das ist unglaublich», sagt Robben. Die Wirkung des beeindruckenden Resultats auf die Gegnerschaft in der Champions League will er nicht einschätzen: «Vielleicht haben wir damit ein Zeichen gesetzt. Aber wir müssen uns auf unsere Leistung konzentrieren.» Und diese war gegen den Schweizer FCB durchs Band hervorragend – auch nach der komfortablen 3:0-Pausenführung. «Man tut sich keinen Gefallen, wenn man zwei Gänge zurückschaltet. Da kann man schnell in Bedrängnis geraten», erklärt Thomas Müller, der sich mit seinem Tor zum 2:0 ebenfalls von einer Last befreite.
Die bayrische Erleichterung ist auch in der Teppichetage zu spüren. «Wir haben nun zweimal gezeigt, was in der Mannschaft steckt», sagt ein strahlender Uli Hoeness. Besonders die Laufbereitschaft freut den Bayern-Präsidenten. Die frappante Leistungssteigerung erklärt Hoeness mit der Drucksituation: «Durch die massive Kritik von aussen haben sich die Spieler viele Gedanken gemacht. Vielleicht müssen sie erst mit dem Rücken zur Wand stehen, um die volle Leistung zu zeigen.» Eine Leistung, die FCB-Trainer Vogel tief beeindruckt: «Wenn der FC Bayern diese Offensivpower auf den Platz bringt, dann kann er sich den Traum vom Titel im eigenen Stadion erfüllen.»
Ohne Höhenflug kein Absturz
Beim erfolgsverwöhnten Gegner muss man die Kanterniederlage nun erst einmal verarbeiten. Vogel musste als Cheftrainer erst zum zweiten Mal den Platz als Verlierer verlassen. «Es war mir bewusst, dass wir hier verlieren können. Das gehört zum Geschäft», sagt der Pfälzer. Seiner Mannschaft seien zwar die Grenzen aufgezeigt worden, einen Absturz vom Höhenflug sieht er nicht: «Wir hatten keinen Höhenflug. Wir standen immer mit beiden Füssen auf dem Boden, da alles Erreichte wegen harter Arbeit zustande kam.» Deshalb bleiben für ihn die Erfolge in Erinnerung, nicht die hohe Niederlage. «Für uns war toll, dass wir überhaupt hier waren, in einem Achtelfinal. Wir haben viel Gutes für den Schweizer Clubfussball geleistet.»
(DerBund.ch/Newsnet)
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Naja - das war gestern sicher kein Ruhmesblatt für den Schweizer Fussball. Als Zürcher sage ich aber: Zum Glück gibt es den FC Basel, den GCZ und FCZ haben bestenfalls das Niveau einer gehobenen Grümpelturnier-Mannschaft. Und da wagt Sforza die Aussage, GCZ könnte sich in der Bundesliga halten. Grotesk.Antworten