Sport

Kaenzig: «Wir hatten zu viele Ausfälle»

Von Ruedi Kunz. Aktualisiert am 25.10.2010 4 Kommentare

Ilja Kaenzig, seit August der starke Mann bei YB, versuchte nach dem erneuten Rückschlag in der Meisterschaft gar nicht erst, seine Enttäuschung zu verbergen.

Beten ist wohl auch keine Lösung: Ilja Kaenzig, Delegierter des YB-Verwaltungsrats. (Adrian Moser)

Beten ist wohl auch keine Lösung: Ilja Kaenzig, Delegierter des YB-Verwaltungsrats. (Adrian Moser)

Ihm will nicht in den Kopf, wieso die Mannschaft derart unkonstant auftritt. «Wir müssen uns ein paar grundsätzliche Fragen stellen», sagte er nach dem 1:1 gegen Bellinzona.

Ilja Kaenzig, was Sie von YB gegen Bellinzona gesehen haben, kann Sie nicht zufrieden stimmen?

Ganz und gar nicht. Nach einer guten ersten Halbzeit haben wir den Faden verloren. Wir waren zwar weiterhin überlegen, doch wir haben uns kaum mehr eine Torchance erarbeitet. Wie wenig zwingend wir waren, zeigt sich auch bei den Cornern. Wenn ich richtig gezählt habe, holten wir nach der Pause noch drei Eckbälle heraus.

Es ist nicht das erste Mal, dass nach einem starken Auftritt auf europäischem Parkett im nächsten Meisterschaftsspiel ein Einbruch zu beobachten war. Worauf führen Sie die Leistungsschwankungen zurück?

Ich denke, es ist eine Mentalitätsfrage.Der Mannschaft gelingt es nicht, die Spannung über eine längere Phase aufrechtzuerhalten. Was wir heute gesehen haben, war ein Déjà-vu. Wir hatten wieder zu viele Ausfälle.

Aus dem zentralen Mittelfeld, wo Spycher, Doubai und Costanzo agieren, kamen zu wenig Impulse.

Ich mag öffentlich nicht einzelne Spieler kritisieren. Tatsache ist, dass bei uns Aufwand und Ertrag in einem Missverhältnis stehen.

Was meinen Sie damit?

Es gibt mir zu denken, dass wir nicht mehr Punkte haben als Mannschaften wie Bellinzona, Thun und Xamax. Wir haben für diese Saison die Zielsetzung herausgegeben, in allen drei Wettbewerben möglichst erfolgreich abzuschneiden. Im Europacup und im Schweizer Cup ist uns das bisher gelungen, in der Meisterschaft hingegen liegen wir deutlich hinter den Erwartungen.

Was haben Sie vor: Treten Sie nun vor die Mannschaft und halten ihr eine Standpauke?

Das habe ich nicht vor und würde auch nicht viel bringen. Der Ruck muss vom Team selber kommen. Es kann doch nicht sein, dass es nur temporär sein Können abruft und sich dann wieder auf den Lorbeeren ausruht.

Fehlt es dem Team nicht an Typen, die ordentlich auf den Tisch klopfen können, wenn es nicht läuft?

Nein. Wir haben Spycher, wir haben Wölfli. Die haben etwas zu sagen, und deren Wort zählt etwas. (Der Bund)

Erstellt: 25.10.2010, 07:29 Uhr

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4 Kommentare

joachim kahn

25.10.2010, 18:44 Uhr
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Wir haben Spycher und Wölfli, das wars mit Leadertypen. Wobei ein Spycher Grossverdiener ist aber kein grosser Fussballer. Mir fehlen auch die Eigengewächse von YB gibts da keine die nachrücken und auf die Stammelf Druck ausüben?. Die Ersatzbank von YB ist ebenfalls zu schwach.Der FCB hat Typen mit Ecken und Kanten wie Frei, Streller, Huggel Costanzo, Chipperfield die ein Team zusammenschweissen Antworten


Ralf Lutz

25.10.2010, 16:22 Uhr
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Manchmal verstehe ich die Leute nicht... YB musste sich auf die CL-Quali vorbereiten, musste die Super League beginnen - jetzt noch die Europa-League. Wenn sie mental manchmal einfach danebenhauen, ist das doch menschlich. Alle, die sich ärgern und YB (wiedermal) als unfähig bezeichnen, sollen sich doch einfach einen anderen Club suchen. Antworten



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