Sport
Josh Simpson und die Emotionen
Von Peter Herzog. Aktualisiert am 19.03.2012 18 Kommentare
Christian Gross kaute auf seinen Stockzähnen, als die Sprache auf den Platzverweis von Josh Simpson kam. Der YB-Trainer machte deutlich, dass er die Entscheidung von Schiedsrichter Adrien Jaccottet, der dem Kanadier in der 19. Minute die Rote Karte zeigte, als ungerecht empfand. Denn mit den Provokationen hatte GC-Spieler Taulant Xhaka begonnen.
YB-CEO Ilja Kaenzig sprach von «Emotionen» und einer «Dummheit», aber den Stab über Simpsons unprofessionelles Verhalten wollte er nicht brechen. Natürlich gebe es für den Kanadier eine Busse, räumte Kaenzig auf die entsprechende Frage ein, über die Höhe schwieg er. «Ich habe den Bussenkatalog nicht im Kopf.»
Simpson markiert den Macker
Nach einem Foul von Simpson an Xhaka hatte der GC Spieler dem sich abdrehenden Kanadier den Ball an den Hinterkopf geworfen, ganz leicht, mit einer sanften Bewegung aus dem Handgelenk. Das war für Simpson Anlass genug, sich abrupt umzudrehen und dem bösen Xhaka ins Gesicht zu langen. Dieser reagierte umgehend und traf Simpson mit der Hand ebenfalls an der Wange. Der Schiedsrichter stellte aber lediglich Simpson vom Feld und beschränkte sich auf eine Verwarnung für Xhaka.
Ein Fehlentscheid – aber Simpson hätte diese fatale Szene verhindern können. Er hätte, als er das Bällchen am Hinterkopf spürte, das ach so weh tat, nicht reagieren müssen, mit dem Vorsatz: «Ich lasse mich nicht provozieren, ich habe zuvor eine riesige Möglichkeit vergeben, jetzt ist es wichtig, dass ich noch mehr für die Mannschaft arbeite und die nächste Tormöglichkeit nutze.»
Stattdessen markierte Simpson den Macker, mit der Konsequenz, dass seine Teamkollegen über 70 Minuten in Unterzahl spielen mussten.
Schwerer Gang vor die Fans
Die Reaktion von Josh Simpson sagt aber auch einiges aus über die momentane Verfassung der YB-Spieler; den Frust über die eigenen Unzulänglichkeiten lassen einige über dem Wohl der Mannschaft stehen. Nach dem Schlusspfiff taten sich die YB-Spieler denn auch schwer, sich in Richtung Gästesektor zu bewegen, wo die YB-Fans tobten. Raúl Bobadilla zog es vor, sich sofort Richtung Kabine zu verabschieden, Goalie-Trainer Pascal Zuberbühler rannte ihm hinterher und forderte den fluchenden Bobadilla auf, sich mit dem Teams den Fans zu stellen.
Danach machte sich auch Verwaltungsratpräsident Benno Oertig auf in die YB-Kabine – er hatte seinen Besuch aber schon zuvor angekündigt. Oertig hielt es für angebracht, in der grossen, grenzenlosen Enttäuschung und Ratlosigkeit, die in der YB-Garderobe herrschte, zu schweigen. (Der Bund)
Erstellt: 19.03.2012, 11:24 Uhr
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18 Kommentare
Vor nicht allzu langer Zeit, hätte man zu Neunt dieses Spiel gewonnen. Und GC ist dabei nicht stärker geworden...
Wieso werden Jemal, Affolter und Sutter nicht eingesetzt... ach ja, die wurden ja abgesetzt....
Aber klar, man hat ja bloss gegen die beiden Weltklassemannschaften Lausanne und GC verloren, halb so schlimm.
Was ich aber nicht verstehe, wieso genau musste Petkovic gehen.....
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